Am 4. Dezember 2002 tritt Corny Littmann zunächst nur kommissarisch das Präsidenten-Amt beim FC St. Pauli an und wird im März 2003 bei der Mitgliederversammlung offiziell als Club-Boss bestätigt.
Zuvor war der 57-Jährige eher als Entertainer und Besitzer des Hamburger Schmidt Theaters auf der Hamburger Reeperbahn in Erscheinung getreten.
Als bekennender Homosexueller fand die Wahl Littmanns besondere Aufmerksamkeit und wurde als ein weiterer Beleg für die "Besonderheit" des FC St. Pauli gewertet.
Littmann erwies sich aber als knallharter Sanierer und kühler Geschäftsmann und brachte vor allem Ordnung in die chaotischen Finanzen der Kiezkicker.
Zudem hatte Littmann eine glückliches Händchen bei der Auswahl der Sportlichen Leitung: Trainer Holger Stanislawski erwies sich ebenso als Glücksgriff wie Sportdirektor Helmut Schulte.
Littmann trieb in seiner Amtszeit auch den Stadionumbau am Millerntor kräftig voran und hat großen Anteil am neuen "Schmuckkästchen".
Der wohl gücklichste Moment in seiner Amtszeit: Die Hamburger haben gerade in Fürth den Aufstieg in die Erste Liga perfekt gemacht und der Präsident (l.) jubelt mit Spielern und Trainerteam.
Nach der Rückkehr ins Oberhaus stößt Littmann mit Hamburger Oberbürgermeister Ole von Beust bei einem Empfang im Rathaus an. "Nach dem Aufstieg habe ich gedacht: Mehr geht nicht", begründete Littmann seinen überraschenden Rücktritt.
Immerhin bleibt er aber dem Verein als Geschäftsführer der Service GmbH erhalten.