Stand: 16.07.2015 16:01 Uhr

Lübeck schlägt Kiel und ist Landespokalsieger

Lübecks Torschütze Christopher Kramer (l.) und Maurice Maletzki jubeln.

Der VfB Lübeck hat sich am Mittwoch zum Rekord-Landespokalsieger in Schleswig-Holstein gekürt. Der Fußball-Regionalligist gewann das Finale gegen den Erzrivalen und Favoriten Holstein Kiel vor 4.148 Zuschauern auf der heimischen Lohmühle mit 1:0 (1:0). Der VfB durfte die Trophäe zum 13. Mal in die Höhe stemmen, Kiel hat den Pokal zwölfmal gewonnen. Neben dem Henkelpott können sich die Lübecker über 20.000 Euro Prämie freuen. Die Brisanz, um die DFB-Pokal-Qualifikation zu spielen, war der Partie bereits vorher genommen. Kiel war als Tabellendritter der vergangenen Drittligasaison schon qualifiziert und somit auch Finalgegner Lübeck. Aufgrund der Zweitliga-Relegation, in der die "Störche" denkbar knapp gegen 1860 München scheiterten, war das Landespokal-Finale vom 29. Mai auf den 15. Juli verlegt worden.

Pyrotechnik in beiden Fan-Lagern

Die Partie wurde durch das Fehlverhalten von Fans beider Mannschaften überschattet. Der Anpfiff verzögerte sich, weil die Polizei in einem VfB-Fanblock Anhänger der Lübecker durchsuchte. Die Ordnungshüter wurden mit gezündeten Rauchtöpfen begrüßt. Auch im Block der "Störche"-Fans wurde Pyrotechnik gezündet. Mitte der zweiten Hälfte musste die Begegnung wegen eines ähnliches Vorfalls kurzzeitig unterbrochen werden.

Kramer trifft früh für Lübeck

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Lübecks Torschütze Christopher Kramer (r.) im Zweikampf mit Kiels Denis-Danso Weidlich.

Die Akteure auf dem Platz ließen sich von den Aktionen ihrer Anhänger nicht ablenken. Zunächst war allerdings Abtasten angesagt. Nach einer Viertelstunde gab Kiels Manuel Schäffler den ersten Warnschuss auf das VfB-Gehäuse ab, allerdings zu schwach. Lübeck machte es postwendend besser: Maurice Maletzkis Freistoß fand den Kopf von Christopher Kramer, der das 1:0 für den Außenseiter markierte (17.). Der Regionalligist hätte nachlegen müssen, doch Stefan Richter brachte aus kurzer Distanz den Ball nicht im Kieler Tor unter (39.). Kurz danach hätte Schäffler frei vor Lübecks Keeper Jonas Toboll ausgleichen können.

Kaum Aufbäumen der "Störche"

War in der ersten Hälfte noch viel Tempo und Zweikampfhärte in der Partie, verflachte die Begegnung in den zweiten 45 Minuten. Die Vorbereitung in der beide Teams stecken, forderte offenbar seinen Tribut. Ein richtiges Aufbäumen der "Störche" gegen die drohende Derby-Pleite war nicht zu erkennen. Zwar hatte die Mannschaft von Trainer Karsten Neitzel mehr Ballbesitz, Zählbares brachte sie gegen clever verteidigende Lübecker aber nicht zustande. Bezeichnend, dass Tim Siedschlag in der 88. Minute den ersten gefährlichen Schuss des Drittligisten im zweiten Durchgang abgab. Toboll parierte. In der Nachspielzeit hätte der VfB fast doch noch den Ausgleich kassiert. Doch Manuel Janzers Trudelball aus spitzem Winkel sprang vom Innenpfosten des Lübecker Gehäuses zurück ins Feld. Kurz darauf hatte der Außenseiter den Sieg über die Zeit gebracht und startete die große VfB-Landespokal-Party.

Ob es für beide Teams auch eine DFB-Pokal-Party geben wird, entscheidet sich Anfang August. Dann steht die ersten Runde an, in der Holstein Kiel am 8. August mit dem Bundesligisten VfB Stuttgart zu Hause einen schweren Brocken vor der Brust hat. Der VfB Lübeck empfängt einen Tag später den SC Paderborn.

VfB kritisiert Fußballverband scharf

Der Einsatz von Pyrotechnik sorgte am Tag nach dem Finale für ein Nachspiel. In einer Pressemitteilung kritisierte der VfB Lübeck "eine wenig neutrale Aufarbeitung, insbesondere durch den Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, Hans Ludwig Meyer". Weiter heißt es: "Wir distanzieren uns von der Verwendung von Pyrotechnik. Es ist aber nach unserem Kenntnisstand im Stadion zu keinerlei gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen, so dass die gemeinsamen Sicherheitsanstrengungen insoweit erfolgreich waren. Wir halten es bei dieser Sachlage für vollkommen unangebracht, Vergleiche zu 2011 zu ziehen oder wie Herr Meyer von ,Horrorstunden für den Schleswig-Holsteinischen Fußball' zu sprechen." Vor vier Jahren war es beim Landespokalfinale in Lübeck zwischen dem VfB und Holstein zu schweren Ausschreitungen gekommen.