Fussball-Tippspiel
Sportclub-Tippspiel (Montage) © picture alliance Fotograf: DeFodi
 

Fußball-Tippspiel: Kommende Saison geht's weiter!

Der NDR sucht in der Saison 2012/13 wieder den Fußball-Experten im Norden. mehr

 

Gegen Insolvenzclubs spielen, oder zahlen

Fans des BSV Kickers Emden © hoch zwei Detailansicht des Bildes Fans des Traditionsvereins Kickers Emden, gegen den ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Spielen oder Zahlen: So lautet die Lösung des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) im heiß diskutierten Fall der insolventen Oberligaclubs Kickers Emden und Eintracht Nordhorn. Am Freitag entschied der Verband, dass beide Mannschaften, die durch die eröffneten Insolvenzverfahren als Absteiger bereits feststehen, ihre restlichen Saisonspiele austragen müssen. Hintergrund: Die Partien werden nicht gewertet. Sie sollen aber laut den Statuten dennoch stattfinden, damit Emden und Nordhorn als Absteiger nächste Saison in der Landesliga spielen können. Gegen diese Regelung liefen viele Oberligavereine Sturm. Sie möchten nicht zu den sportlich völlig bedeutungslosen Spielen in den Nordwesten Niedersachsens fahren und verweisen auf die hohen Fahrtkosten. Der NFV lässt den Gegnern nun ein Hintertürchen offen: Sie kommen bei Nichtantreten mit einer geringen Geldstrafe davon, Punktabzüge sind nicht vorgesehen.

Bußgeld von 10 bis 250 Euro

Laut Spielordnung ist ein Bußgeld in Höhe von 10 bis 250 Euro festgelegt. "Für den Fall eines Nichtantretens gegen die Oberligateams von Kickers Emden und Eintracht Nordhorn wird der Verbandsspielausschuss unter Berücksichtigung der besonderen Situation eine angemessene Geldstrafe verhängen", hieß es in der Erklärung nach einer NFV-Präsidiumssitzung etwas schwammig. Ob es am Wochenende zu den ersten "Pflicht-Freundschaftsspielen" kommt, ist daher fraglich. Der VfL Bückeburg möchte nicht gegen Nordhorn spielen, der SC Langenhagen nicht nach Emden reisen.

Eintracht-Clubboss: Insolvenz als Chance

Nordhorn ist seit Dezember endgültig zahlungsunfähig, Verbindlichkeiten in Höhe von 250.000 Euro haben sich angehäuft. Clubboss Gerd Treiber sieht in der Insolvenz "eine große Chance. Wir werden einiges aufarbeiten, was in der Vergangenheit versäumt wurde", sagte er den "Grafschafter Nachrichten". Den sportlichen Neubeginn soll ab dem kommenden Sommer der derzeitige A-Jugend-Coach Ralf Cordes als Trainer einläuten.

Rund drei Millionen Euro Verbindlichkeiten bei Emden

Aufsichtsratschef Klaus Strahmann (links) und Präsident Günter
Schmaler (rechts) © NDR Fotograf: Thomas Stahlberg Detailansicht des Bildes Präsident Günter Schmaler (r.) und Aufsichtsratschef Klaus Strahmann beantragten im November die Insolvenz. Der ostfriesische Traditionsverein Kickers Emden hatte vor dreieinhalb Jahren noch vehement an die Tür zur Zweiten Fußball-Bundesliga geklopft, musste aber Ende November des vergangenen Jahres den Insolvenzantrag stellen. Wie das Amtsgericht Aurich mitteilte, beziffert der Insolvenzverwalter Axel Gerber in seinem Gutachten die Schulden auf rund drei Millionen Euro. Ein Prüfungstermin zur Insolvenz findet am 5. April statt. Die Gläubiger sollen schriftlich ihre Forderungen anmelden. Erklärtes Ziel des Clubs und des Insolvenzverwalters ist ungeachtet des Verfahrens der Fortbestand des Clubs.

Ist der BSV bald Geschichte?

Die Fußballer des BSV Kickers Emden an einem Tisch. © NDR Fotograf: Thomas Stahlberg Detailansicht des Bildes Die Spieler des Fußball-Oberligisten streikten im November, weil sie zwei Monate keine Gehälter bekamen. Scheitert das Insolvenzverfahren, ist der BSV Kickers Emden Geschichte. Dann allerdings können die Emder einen neuen Verein gründen. Die Jugendmannschaften dürften unter einem neuen Namen in ihrer alten Liga antreten und auch die erste Herrenmannschaft dürfte in der Sechsten Liga spielen - schuldenfrei. Mit dem Insolvenzantrag von Kickers Emden findet der Abstieg eines Traditionsvereins seinen vorläufigen Höhepunkt. Vor dreieinhalb Jahren spielte der Außenseiter eine hervorragende Saison in der Dritten Liga und galt sogar als Aufstiegskandidat. Er beendete die Spielzeit 2006/2007 als Tabellensechster. Dann ging den Emdern das Geld aus, weil sie über ihre Verhältnisse gelebt hatten. Die Folge: Zwangsabstieg in Liga fünf. In den vergangenen Jahren wurschtelten sich die Emder finanziell durch, aber die Schulden schnürten dem Oberligisten die Luft ab.

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Der Kassenbereich am Stadion der Kickers Emden. © NDR Fotograf: Silke Rudolph
 

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