Am 23. Februar 2013 wurde Wolfsburgs Alexander Madlung zum sechsten Mal in seiner Karriere vom Platz gestellt. Gemeinsam mit Gladbachs Martin Stranzl ist er damit Rekordhalter unter den noch aktiven Profis. Zum Spitzenreiter Jens Nowotny (acht) fehlen nur noch zwei Platzverweise.
Zum tragischen Rekordhalter mutierte Szabolcs Huszti: Der Ungar bejubelte am 15. September 2012 seinen 3:2-Siegtreffer gegen Werder Bremen zu enthusiastisch. Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigte Gelb fürs Trikot-Ausziehen und direkt danach Gelb fürs Jubeln am Fan-Zaun.
Werder Bremens Marko Arnautovic machte am 27. Januar 2013 im Derby seinem Ruf als "enfant terrible" alle Ehre. Nach einer Gelben Karte deutete er einen Schuss gegen den Schiedsrichter an, kassierte noch einmal Gelb und flog vom Platz - die Zeitspanne zwischen den Karten war nur wenige Sekunden länger als bei Huszti.
Stefan Schnoor (M.) hat die zweifelhafte Ehre, der Nordprofi zu sein, der am schnellsten glatt Rot sah. Am 15. September 1996 flog der HSV-Verteidiger im Derby gegen den FC St. Pauli schon nach vier Minuten vom Platz. In der Bundesliga-Historie reicht das zu Rang drei.
Eine Minute länger als Schnoor benötigte Hannovers Mike Hanke für einen Platzverweis. Am 22. März 2008 sah der Stürmer beim 1:1 in Duisburg nach fünf Minuten Rot.
Ebenfalls fünf Minuten brauchte Vincent Kompany vom HSV für seinen Platzverweis. Der Belgier wurde am 22. März 2008 im Derby beim VfL Wolfsburg (1:1) in der 81. Minute eingewechselt, sah in der 86. Minute seine zweite Gelbe Karte und durfte vorzetig zum Duschen. Auch die Wolfsburger Grafite, Madlung und HSV-Profi Joris Mathijsen flogen vom Platz.
Auch Perry Bräutigam hält einen Rekord. In Diensten von Hansa Rostock kassierte der Torwart am 7. März 1997 beim 0:0 gegen Köln nach acht Minuten die Rote Karte - schneller musste in der Bundesliga kein Keeper eines Nordclubs vorzeitig gehen.
Ein bitteres Bundesliga-Debüt feierte Artur Sobiech am 13. Dezember 2011 für Hannover 96. Der Pole wurde in der Partie gegen Dortmund in der 83. Minute eingewechselt und sah in der 90. Minute für ein grobes Foul die Rote Karte.
Auch Wolfsburgs Josué (r.) musste sein Bundesliga-Debüt am 26. August 2007 vorzeitig beenden. Der Brasilianer zerrte in der Partie gegen Schalke 04 zu sehr am Trikot eines Gegenspielers und wurde dafür von Schiedsrichter Felix Brych mit Gelb-Rot bestraft.
Das Bundesliga-Debüt von Martin Zafirov am 6. August 1997 für den HSV währte ebenfalls nicht lang. Der Bulgare wurde zur zweiten Halbzeit der Partie in Wolfsburg eingewechselt, in der 87. Minute sah er die Rote Karte. Es blieb Zafirovs einziger Bundesliga-Einsatz für den HSV.
Sergej Barbarez vom Hamburger SV wurde 2000/2001 und 2002/2002 jeweils zweimal vom Platz gestellt. Damit gehört der Bosnier zum "erlauchten Kreis" von nur zehn Profis, denen dies widerfuhr. Vier Spieler flogen sogar gleich dreimal in einer Saison vom Platz.
Hannovers Mario Eggimann (3.v.l.) gehört zu den nur zwölf Spielern der Bundesliga-Geschichte, die auf der Ersatzbank eine Gelbe Karte kassierten. Der Schweizer hatte einen Ball, der noch nicht im Aus war, zum Torwart zurück gegeben.
Der "Gelbsünder" schlechthin ist Bernd Hollerbach. Der Defensivspieler sah in 222 Bundesligaspielen für den FC St. Pauli, den 1. FC Kaiserslautern und den Hamburger SV insgesamt 99 Gelbe Karten (93 mal Gelb, drei mal Gelb-Rot). Praktisch in jedem zweiten Spiel wurde Hollerbach verwarnt.
David Jarolim (l.) vom HSV wurde mit 102 Gelben Karten zwar häufiger verwarnt als Hollerbach, aber der Tscheche benötigte dafür auch deutlich mehr Spiele (318).
Siegfried Reich kassierte die schnellste Gelbsperre zu Saisonbeginn. Der Stürmer von Hannover 96 sah in den ersten drei Partien 1988/1989 jeweils die Gelbe Karte. Weil er aber am 34. Spieltag der Vorsaison bereits verwarnt worden war, musste Reich folglich einmal aussetzen. Damals wurde noch nach vier Gelben Karten eine Sperre verhängt.
Einen einsamen Rekord hält René Rydlewicz. Der Rostocker ist der einzige Profi der Bundesligageschichte, der in den ersten fünf Partien einer Saison jeweils verwarnt und am sechsten Spieltag deshalb gesperrt wurde. Das "Kunststück" gelang ihm in der Saison 2001/2002.