Am 1. Juni 1919 vereinigen sich der SC Germania, der Hamburger FC und der FC Falke 1906 zum Hamburger SV. Als Gründungsdatum wird der Gründungstag des SC Germania gewählt, der 29. September 1887. Der Club wird als Bundesliga-Dinosaurier bezeichnet: Noch nie ist der HSV aus der Bel Etage des deutschen Fußballs abgestiegen.
Fußball während der Nazi-Herrschaft: Im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft 1938 muss HSV-Keeper Walter Warning gegen Hannover 96 zum dritten Mal hinter sich greifen. Die Hamburger unterliegen in Dresden 2:3.
Die 18. Norddeutsche Meisterschaft ist unter Dach und Fach. Dr. Hermann Gößmann (r.), Beauftragter des Norddeutschen Fußball-Verbandes, ehrt 1956 das HSV-Team um Jupp Posipal.
Grenzenloser Jubel über die Meisterschaft 1960: HSV-Spielführer Jochen-Fritz Meinke (links oben) und Torjäger Uwe Seeler (rechts) werden nach dem Abpfiff der Partie gegen den 1. FC Köln (3:2) von den Anhängern auf den Schultern getragen.
Immer ein Vorbild an Einsatz: Dieter Seeler (rechts), älterer Bruder von Uwe, in einer Oberliga-Partie 1963 gegen Holstein Kiel. Auch Dieter gehörte zum Meister-Team 1960. Drei Jahre später war er auch beim Gewinn des DFB-Pokals dabei.
"Uns Uwe" sagt "tschüs": Am 1. Mai 1972 wird Uwe Seeler nach seinem Abschiedsspiel im Volksparkstadion auf Händen getragen. Trotz vieler lukrativer Angebote lief der Angreifer in seiner Karriere nur für seinen HSV auf. Die Fans danken es dem Ehrenbürger von Hamburg noch heute.
Der "Pott" ist an der Elbe: Willi Reimann (unten, Mitte) und Hans-Jörg Ripp (r.) tragen ihren gefeierten Trainer Kuno Klötzer (oben) auf den Schultern. Und auch Peter Hidien (li.) und Felix Magath (2.v.l.) jubeln. Der HSV gewinnt am 11. Mai 1977 in Amsterdam das Endspiel um den Europapokal der Pokalsieger gegen den RSC Anderlecht mit 2:0.
Erst als Fehleinkauf abgestempelt, dann von den Fans geliebt: Der Engländer Kevin Keegan (rechts) spielte von 1977 bis 1980 beim HSV. "Mighty Mouse" wurde 1979 zum Fußballer des Jahres in Europa gewählt. Auch als Sänger machte der Brite Karriere, schaffte es mit "Head over Heels in Love" bis auf Platz zehn der deutschen Charts.
Unter dem Kroaten Branko Zebec gewann der HSV 1979 erstmals seit 1960 wieder die Meisterschaft. Im Dezember 1980 wurde der Erfolgscoach wegen seiner Alkoholkrankheit entlassen. Bei einem HSV-Gastspiel in Dortmund soll er mit über drei Promille auf der Bank gesessen haben.
Es sollte einfach nicht sein an jenem 28. Mai des Jahres 1980. Im Endspiel des Landesmeister-Pokals unterliegt der HSV dem englischen Vertreter Nottingham Forest in Madrid mit 0:1. In dieser Szene fängt Forest-Torhüter Peter Shilton einen Flankenball vor Hamburgs Stürmer Jürgen Milewski weg.
Ein historischer Sieg: Nach zwischenzeitlichem 1:3-Rückstand siegt der HSV am 24. April 1982 noch mit 4:3 in München. Der Kopfball von Horst Hrubesch (nicht im Bild) schlägt zum Endstand ins Netz ein. Es ist ein Meilenstein zum Titelgewinn.
Der bisher letzte Meistertitel: Horst Hrubesch bejubelt am 4. Juni 1983 den Treffer zum 2:1 des HSV bei Schalke 04. Es ist das Tor zum Titel.
Der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Am 25. Mai 1983 gewinnt der HSV durch einen 1:0-Erfolg in Athen über Juventus Turin den Landesmeister-Pokal. "Kopfball-Ungeheuer" Horst Hrubesch macht in dieser Szene seinem Namen alle Ehre.
Felix Magath ist der umjubelte Held des Abends. Der Regisseur erzielte nach neun Minuten den einzigen Treffer gegen die Italiener und darf nach Spielende den Silber-Pott in den Athener Abendhimmel recken.
Bei Manager Günther Netzer glühen nach dem Triumph die Drähte heiß. Nicht immer liegt der extrovertierte Ex-Profi mit seinen Entscheidungen richtig, beendet 1986 nach acht Jahren seine Tätigkeit beim HSV. Dennoch kann Netzer auf ein erfolgreiches Engagement an der Elbe zurückblicken, auch wenn der bisher letzte Triumph der Hamburger nicht mehr in seine Zeit fällt ...
Am 20. Juni 1987 gewinnt der HSV den DFB-Pokal. Abwehrspieler Dietmar Jakobs (l.) dreht mit seinem polnischen Mitspieler Miroslaw Okonski (r.) eine Ehrenrunde im Berliner Olympiastadion.
Für Ernst Happel endet mit dem Pokalsieg an der Elbe seine fünfjährige Amtszeit. Der grantelige, aber bei den HSV-Fans überaus beliebte Österreicher kehrt in seine Heimat zurück.
Als Nachfolger für Happel verpflichtet Manager Felix Magath (li.) den Jugoslawen Josip Skoblar. Er bleibt ganze fünf Monate im Amt. Auch, weil er einen Torwart namens Mladen Pralija an die Elbe lockt, der bei seinen 14 Einsätzen kräftig daneben greift.
Ex-HSV-Profi Willi Reimann übernimmt das Amt von Skoblar. Der Erfolg aber kehrt in den kommenden Jahren nicht zurück. Auf Reimann folgen Gerd-Volker Schock, Egon Coordes, Benno Möhlmann, Felix Magath und für zwei Spiele Ralf Schehr.
Der HSV ist nach der sportlichen Talfahrt auch finanziell am Boden. Der Transfer von Thomas Doll 1991 für 15 Millionen DM zu Lazio Rom rettet den Traditionsclub vor dem Ruin.
Mit Frank Pagelsdorf kehrt schließlich der Erfolg an die Elbe zurück. 1997 übernimmt der Fußball-Lehrer den Trainerposten, führt das Team nach einer schweren ersten Saison drei Jahre später in die Champions League. Der HSV spielt unter Pagelsdorf erfrischenden Offensiv-Fußball.
Zeitgleich mit dem sportlichen Aufschwung wird das neue Stadion des HSV fertiggestellt. Im Jahr 2000 ist das 57.000 Zuschauer fassende Schmuckkästchen fertig. Der HSV verkauft die Namensrechte an einen amerikanischen Internetanbieter. Der Bundesliga-Dino empfängt seine Gäste nun in der AOL Arena.
Der HSV darf sich in der Saison 2000/2001 mit der europäischen Spitze messen. Doch bereits in der Vorrunde der Champions League kommt für das Pagelsdorf-Team um Altstar Anthony Yeboah (rechts, im Spiel gegen La Coruna) das Aus.
Im September 2001 muss Pagelsdorf seinen Hut nehmen. Unter anderem hat ihm die Verpflichtung von Altstar Jörg Albertz, der für viel Geld aus Schottland an die Elbe zurückkehrte und nicht mehr zu überzeugen wusste, das Genick gebrochen. Nachfolger wird der Österreicher Kurt Jara.
Der HSV wird in den Wett-Skandal um Referee Robert Hoyzer verwickelt. Der Schiedsricher aus Berlin verhängt im Erstrundenspiel des DFB-Pokals beim SC Paderborn im August 2004 zwei fragwürdige Strafstöße gegen die mittlerweile von Klaus Toppmöller trainierten Norddeutschen. Die Hamburger verlieren die Partie 2:4. Toppmöller sagt später, die Niederlage habe ihn den Kopf gekostet. Hoyzer muss hinter Gitter - ein schwacher Trost für den ehemaligen HSV-Coach.
Der HSV ist Tabellenletzter als Thomas Doll, bis dato fürs Amateur-Team verantwortlich, Klaus Toppmöller im Oktober 2004 als Trainer ablöst. Der Publikumsliebling führt den Rautenclub aus der Abstiegszone, zwei Jahre später in die Champions League. Hamburg liebt "Dolly" - selbst als der Verein Spiel um Spiel verliert.
So wie gegen den FC Arsenal in der europäischen Königklasse. 1:2 heißt es am Ende aus Sicht der Hamburger, für die sich die Champions League als eine Nummer zu groß herausstellt. Angreifer Boubacar Sanogo, hier im Duell mit dem Schweizer Johan Djourou, trifft nicht und seinen Trainer damit ins Mark.
Das Tabellenschlusslicht zieht im Februar 2007 Konsequenzen, beurlaubt Doll und nimmt Kontakt zu Felix Magath und Huub Stevens auf. Magath ist der Wunschkandidat, sagt aber ab, weil er Stevens nicht den Job wegnehmen möchte. Der Niederländer beginnt trotz der Schmierenkomödie seine Arbeit beim Bundesliga-Dino.
Unter dem neuen Trainer legt der HSV eine furiose Aufholjagd hin, qualifiziert sich als Tabellensiebter sogar noch für den UI-Cup. Die vielleicht turbulenteste Saison in der langen Vereinsgeschichte hat für den Traditionsclub ein gutes Ende gefunden.
In der Saison 2007/2008 gehört der HSV wieder zur Spitzengruppe und wird Vierter. Ein passendes Abschiedsgeschenk für den scheidenden Coach Huub Stevens.
Ein Niederländer geht, der nächste kommt: Martin Jol übernimmt das Trainer-Amt in Hamburg.
Jol führt die Hanseaten in der Saison 2008/09 ins DFB- und UEFA-Pokal-Halbfinale, wo es jeweils gegen Werder Bremen geht. Kurios: Zusammen mit einem Bundesliga-Duell bestreiten die Nordrivalen innerhalb von 19 Tagen vier Partien gegeneinander.
Die HSV-Fans werden allerdings herbe enttäuscht. Ihr Team scheidet sowohl im DFB-Pokal als auch im UEFA-Cup gegen Bremen aus und muss auch in der Bundesliga bis zum letzten Spieltag um die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb bangen.
Erst der 3:2-Siegtreffer von Piotr Trochowski gegen Frankfurt sichert den Hamburgern, die phasenweise als Titelkandidat gehandelt wurden, Tabellenplatz fünf und damit die Teilnahme an der neu geschaffenen Europa League.
Martin Jol verabschiedet sich trotzdem nach nur einem Jahr an der Elbe wieder in seine Heimat. Der Niederländer wechselt zu Ajax Amsterdam, wo er einen Dreijahresvertrag als Coach und Sportdirektor unterschreibt.
Kontinuität kehrt beim HSV nicht ein. Trainer Bruno Labbadia (M.) wird nach noch nicht einmal einer Saison entlassen. Sportchef Dietmar Beiersdorfer (l.) nahm schon vorher seinen Hut.
Zur Saison 2010/2011 übernimmt der ehemalige Stuttgarter Meistertrainer Armin Veh. Auch er bleibt nicht lange: Wegen der Querelen im Club kündigt er seinen Abschied zum Sommer 2011 an. Nach einem 0:6 bei Bayern München kommt ihm der Verein zuvor und feuert ihn im März.
Co-Trainer Michael Oenning (l.) übernimmt den Cheftrainerposten und steht vor der schwierigen Aufgabe des notwendigen Neuaufbaus beim HSV, der auch in der Saison 2011/12 zum zweiten Mal in Folge nicht international spielt.
Doch auch Oenning scheitert. Am 17. Oktober 2011 verpflichtet der HSV Thorsten Fink als Cheftrainer. Der Ex-Bayern-Profi hatte als Coach den FC Basel in die Champions League geführt.
Der "verlorene Sohn" kehrt zurück: Im Sommer 2012 sind die HSV-Fans aus dem Häuschen, als ihr Club Rafael van der Vaart zurück an die Elbe lotst. Der Niederländer genießt seit seinem ersten Gastspiel in der Hansestadt (2005 bis 2008) Kultstatus und ist ein Versprechen für eine sprotliche bessere Zukunft.