Stand: 17.03.2016 19:06 Uhr

Leuchtrakete: Wolfsburg bestraft eigene Fans

Eine Leuchtrakete trifft die Ersatzbank von Hannover 96 vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg.

Der VfL Wolfsburg hat nach dem Leuchtraketen-Vorfall vor dem Bundesligaspiel der "Wölfe" bei Hannover 96 am 1. März erste Konsequenten gezogen. Wie die Niedersachsen am Donnerstag mitteilten, haben sie sich mit der Polizei Wolfsburg und Vertretern der Stadt auf ein Maßnahmenpaket geeinigt. Sechs Fangruppen dürfen bis auf Weiteres keine großen Schwenkfahnen mit ins Stadion nehmen. Außerdem wurden die Fan-Verkaufsflächen an der Arena und zum Heimspiel gegen Darmstadt die eigenständige Bewirtschaftung durch Fans gestrichen. Damit will das Netzwerk Wolfsburg unabhängig von den weiteren Ermittlungen in Hannover "ein klares Signal aussenden, dass Straftäter und deren Handlanger in der Wolfsburger Fankultur kein Zuhause finden dürfen. Ermittelte Täter sowie deren Helfer werden mit Stadionverboten belegt."

Strafe vom DFB steht noch aus

Neben der Polizei Hannover und der Staatsanwaltschaft hat auch der DFB seine Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Der Deutsche Fußball-Bund hatte kurz nach dem Spiel bestätigt, dass der Kontrollausschuss ermittelt. Beide Clubs wurden angeschrieben und zu einer Stellungnahme aufgefordert. Unmittelbar vor dem Anpfiff der Partie in Hannover, die der VfL vor allem dank dreier Tore von André Schürrle mit 4:0 gewann, waren aus dem Wolfsburger Fanblock mehrere Leuchtraketen abgeschossen worden. Eine davon schlug genau unter dem Dach der 96-Reservebank ein. Im Wolfsburger Fanblock wurden zudem mehrere Bengalische Feuer gezündet.

Schaaf: "Da hat etwas nicht funktioniert im Kopf"

Verletzt wurde dabei niemand. "Unser 'Doc' wurde erwischt, die Hose ist angekokelt", berichtete ein 96-Sprecher. Weil der gastgebende Verein für die Sicherheit im Stadion verantwortlich ist, droht auch Hannover eine Strafe. 96-Trainer Thomas Schaaf hatte nach dem Vorfall deutliche Worte gefunden: "Das kann kein Fan sein. Wenn ich so ein Risiko eingehe, dann hat etwas nicht funktioniert im Kopf." VfL-Manager Klaus Allofs hatte sich bei den Gastgebern für das unverantwortliche Verhalten einiger Wolfsburger Anhänger entschuldigt und ein hartes Vorgehen gegen die Täter angekündigt.

Nicht der erste Vorfall beim Nordduell

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Wolfsburger Fans im Rahmen des Nordduells für negative Schlagzeilen sorgen. Beim bisher letzten Aufeinandertreffen in der niedersächsischen Landeshauptstadt am 6. Dezember 2014 hatten VfL-Fans im Gästeblock in Hannover vier bengalische Feuer sowie eine Rauchbombe gezündet. Der Verein war dafür vom DFB-Sportgericht mit einer Geldstrafe in Höhe von 6.000 Euro belegt worden. Nach dem Beschuss der 96-Reservebank dürfte den Wolfsburgern eine empfindlichere Strafe drohen.

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