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Hannovers Offensive um Szabolcs Huzti (r.) tat sich gegen Enschede sehr schwer.
Bundesligist Hannover 96 ist in der Europa League gegen den FC Twente Enschede wie schon im Hinspiel (2:2) nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. 96 und Twente, das sich erst über die Fairplay-Wertung für den Wettbewerb qualifiziert hatte, trennten sich in einer über weite Strecken ganz schwachen Partie 0:0. Einziger Aufreger war eine Notbremse von Enschedes Verteidiger Rasmus Bengtsson (ehemals Hertha BSC) gegen Artur Sobiech sechs Minuten vor dem Ende. Kapital konnte das Team von Trainer Mirko Slomka daraus allerdings nicht mehr schlagen. "Wir haben stark verteidigt und eine sehr kontrollierte Leistung abgerufen", stellte Kapitän Steven Cherundolo das Positive in den Vordergrund. Bei 96 wurden der verletzte Torjäger Mame Diouf (Bluterguss im Knie) und der gelb-gesperrte Lars Stindl an allen Ecken und Enden vermisst. Die Niedersachsen waren nach dem 3:2-Erfolg gegen Helsingborg bereits für die Zwischenrunde qualifiziert und haben vor dem letzten Spieltag - Hannover tritt am 6. Dezember bei UD Levante an - als Tabellenführer weiter gute Chancen auf den Gruppensieg.
Rote Karte: Bengtsson (84./Notbremse)
Zuschauer: 35.800
Hannover: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Haggui, Pander - da Silva Pinto, Schulz - Nikci (71. Schmiedebach), Huszti (78. Rausch) - Schlaudraff (62. Ya Konan), Sobiech
Enschede: Boschker - Rosales (77. Breukers), Douglas, Bengtsson, Braafheid - Brama, Pelupessy (63. Fer), Janssen - Gutierrez, Bulykin (71. Castaignos), Tadic
Die Ausgangssituation vor der Partie war klar: 96 brauchte Punkte für den Gruppensieg, für das drittplatzierte Twente ging es um die letzte Chance aufs Weiterkommen. Doch beide Teams agierten in der kompletten ersten Hälfte ohne jeden Elan. Die lange Zeit einzige Chance vergab Twentes Willem Janssen, als er klar vorbeischoss (15.). Hannover tat sich offensiv noch schwerer. Bezeichnend: Als es Jan Schlaudraff (29.) einmal aus der Distanz versuchte, ging der Ball meilenweit am Tor des 42-jährigen Sander Boschker vorbei. Bei Schlaudraffs nächstem Versuch waren es "nur noch" vier Meter (36.). Auf der anderen Seite parierte 96-Keeper Ron-Robert Zieler ein "Schüsschen" von Felipe Gutierrez (32.), 13 Minuten später verfehlte Gutierrez den Kasten. Slomka hatte sein Team nach der 1:2-Niederlage gegen den SC Freiburg kräftig durcheinander gewirbelt - Sobiech, Cherundolo, Sergio da Silva Pinto, Adrian Nikci und Christian Pander rotierten rein - und der Rasen erschwerte ein gepflegtes Spiel, als Ausrede für die ganz schwache Partie darf beides nicht gelten. Als Quittung gab es zur Halbzeit Pfiffe von den Rängen.
Didier Ya Konan (l.) im Zweikampf mit dem Ex-Hoffenheimer Edson Braafheid.
Auch nach dem Wiederanpfiff steigerten die beiden Teams das Niveau kaum. Wieder vergingen knapp 15 Minuten bis zum ersten Torschuss - und wieder ging der Ball vorbei: Da Silva Pinto traf das Leder nicht richtig. Auch Nikci (66.) und eine Minute später der für Schlaudraff eingewechselte Didier Ya Konan verfehlten das Ziel. Und wer nun hoffte, das Spiel würde besser, sah sich getäuscht. Doch zumindest gab es jetzt Torchancen: Nach einem Freistoß von Pander kam Ya Konan aus sieben Metern völlig frei zum Kopfball, doch Boschker rettete für die Niederländer (75.). Sieben Minuten später parierte Zieler gegen Janssen und Dusan Tadic (83./84.). Auf der anderen Seite schickte sich Sobiech an, allein auf Boschkers Tor zuzulaufen, wurde aber von hinten rotwürdig von Bengtsson umgegrätscht. In der verbleibenden Zeit kam 96 allerdings trotz der Überzahl zu keiner weiteren Chance. "Wir wollten unbedingt zu Null spielen und das ist uns gelungen. Wir sind froh mit diesem 0:0", freute sich Slomka dennoch.