Jubel bei den Spielern von Hannover 96: Die Niedersachsen stehen inzwischen im Viertelfinale der Europa League. Als einziger norddeutscher Club. Die legendären Europapokalabende der anderen Nordteams liegen schon länger zurück.
25. Mai 1983: Felix Magath (l.) überwindet Dino Zoff (r.). Der Hamburger SV gewinnt das Finale um den Europapokal der Landesmeister in Athen gegen Juventus Turin mit 1:0. Der größte Erfolg der HSV-Vereinsgeschichte.
1961: Barcelonas Torwart Antoni Ramallets streckt sich vergeblich, der HSV geht durch Peter Wulf mit 1:0 in Führung. Mit Uwe Seelers 2:0 scheint der Weg ins Finale frei zu sein, doch Sekunden vor Schluss trifft der Ungar Sandor Kosics zum 2:1. Nach dem 0:1 im Hinspiel muss nun ein Entscheidungsspiel her. Das verliert der HSV in Brüssel mit 0:1.
1980 sorgt der HSV im Halbfinale des Landesmeistercups für einen Paukenschlag: Nach dem 0:2 im Hinspiel fegen die Hamburger Real Madrid mit 5:1 aus dem Volksparkstadion. Zweifacher Torschütze: Horst Hrubesch (r.). Das Endspiel geht jedoch gegen Nottingham Forest verloren.
Im Jahr 2000 qualifiziert sich der HSV erstmals für die neugegründete Champions League. Das Spiel gegen Italiens Rekordmeister Juventus Turin mit Zinedine Zidane (l. im Duell mit Stig Töfting) hat es in sich. 1:3 liegen die Hamburger hinten, führen dann 4:3. Doch Dreifachtorschütze Filipo Inzaghi kann in der 88. Minute noch per Foulelfmeter ausgleichen.
Legendär ist auch das UEFA-Cup-Halbfinale im Jahr 2009. 1:0 gewinnt der HSV das Hinspiel in Bremen, das Rückspiel endet 3:2 für Werder. Den tragischen Höhepunkt aus Hamburger Sicht bildet in der 83. Minute eine Papierkugel, die einen Rückpass von Michael Gravgaard zur Ecke abfälscht. Diese verwertete Frank Baumann per Kopf zum vorentscheidenden 3:1.
Werder Bremen kann auf zahlreiche legendäre Europapokal-Abende zurückblicken. Allen voran der Triumph im Pokalsieger-Cup 1992, als der AS Monaco im Finale 2:0 besiegt wird: Manfred Bockenfeld, Willi Lemke und Otto Rehhagel (v.l.n.r.) lassen sich feiern.
Der Begriff vom "Wunder an der Weser" macht am 4. November 1987 erstmals die Runde: Im UEFA-Cup erreicht Werder trotz eines 1:4 bei Spartak Moskau das Achtelfinale. 6:2 nach Verlängerung heißt es im Rückspiel. Trainer Otto Rehhagel umarmt den Torschützen Manfred Burgsmüller.
Ein gutes Jahr später sieht es ähnlich aus: 0:3 unterliegt der Bundesligist im Landesmeister-Wettbewerb bei Dynamo Berlin. Doch am 11. Oktober 1988 drehen die Bremer im eigenen Stadion den Spieß um und gewinnen 5:0 (Foto: Das 4:0 durch Manfred Burgsmüller).
Im Achtelfinale des UEFA-Cups 1989/90 trifft Werder Bremen auf die italienische Spitzenmannschaft SSC Neapel und Diego Maradona (r. mit Werders Uli Borowka). Dem überraschenden 3:2 in Neapel lässt die Mannschaft von Otto Rehhagel ein rauschendes 5:1 im Weserstadion folgen.
Nach dem überraschenden Meistertitel 2009 darf der VfL Wolfsburg in der Champions League ran und sorgt auch dort für Furore. Die Premiere gegen ZSKA Moskau wird zu einer Grafite-Show: Alle drei Treffer zum 3:1 erzielt der Brasilianer (r.).
Auch beim englischen Meister Manchester United präsentiert sich Wolfsburg stark. Nach einer 1:0-Führung verlieren die Niedersachsen unglücklich mit 1:2. Daran ändert auch Zvjezdan Misimovic (r., im Duell mit Paul Scholes) nichts.
Auch Eintracht Braunschweig kann auf Europapokal-Duelle zurückblicken. Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte ist das Viertelfinale im Landesmeistercup 1968. 3:2 gewinnt Eintracht, trotz zweier Eigentore von Peter Kaack (Foto: 2.v.l.). Das Rückspiel in Turin verlieren die Deutschen 0:1 - ebenso das Entscheidungsspiel in Bern.
Als letzter Titelträger des DDR-Fußballs tritt Hansa Rostock 1991 im Europapokal der Landesmeister gegen den FC Barcelona an. 1:3 verlieren die Mecklenburger beim späteren Cupsieger, im Rückspiel reicht es "nur" zu einem 1:0. Den Siegtreffer erzielt Michael Spies (l.) per Kopf.