Fußball-Tippspiel: Kommende Saison geht's weiter!
Der NDR sucht in der Saison 2012/13 wieder den Fußball-Experten im Norden. mehr
Robert Enke hatte Angst, dass die Öffentlichkeit von seiner Depression erfährt.
Robert Enke sagt seiner Frau Teresa, er sei beim Training. Zwei Einheiten sollen absolviert werden - eine am Vormittag, eine am Nachmittag. Doch es ist trainingsfrei am 10. November vor zwei Jahren. Sieben Tage zuvor hat sein Vater Robert Enke das letzte Mal gesehen, bei einem Besuch in Enkes Haus in Empede bei Hannover. Der Grund: Er wollte seinen Sohn davon überzeugen, sich stationär in einer Klinik behandeln zu lassen. Doch der will davon nichts wissen. Eine Woche später trauert das ganze Land um Enke. Den deutschen Nationaltorwart. Die Nummer 1.
Auf der Trauerfeier im Stadion von Hannover 96 wurden viele gute Vorsätze geäußert. "Fußball ist nicht alles", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger in einer bewegenden Rede. Aber hat sich seit dem Tod von Robert Enke wirklich etwas verändert im knallharten Geschäft Profifußball? Können sich Fußballer heute leichter dazu bekennen, unter psychischen Problemen zu leiden?
Markus Miller, Ersatztorwart von Hannover 96, machte seine Erkrankung öffentlich. (Archivbild)
Jörg Schmadtke, Sportdirektor von Hannover 96, meint ja: "Es hat sich schon etwas gewandelt - Spieler können eher ihre Verletzlichkeit zeigen." Und es gibt Beispiele, die seine Wahrnehmung unterstützen: Markus Miller, Ersatztorwart von Hannover 96, geht an die Öffentlichkeit und erklärt, dass er sich wegen einer mentalen Erschöpfung stationär behandeln lassen will. Der ehemalige Trainer von Hannover 96, Ralf Rangnick, tritt als Trainer von Schalke 04 zurück und scheut sich nicht die Gründe offen zu nennen: keine Kraft mehr, Schlaflosigkeit, Burn-Out. Und der Cottbusser Martin Fenin wird unter Tabletten- und Alkoholeinfluss auf dem Vordach eines Hotels gefunden. Er erklärt, schon seit Monaten unter Depressionen zu leiden.