Stand: 07.02.2016 08:28 Uhr

Arnold: Kumbela macht Braunschweig stärker

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Mads Hvilsom (l.) und Emil Berggreen sind in Braunschweig nicht glücklich geworden.

Warum haben Sie nur eine neue Offensivkraft verpflichtet, obwohl in Hvilsom und Berggreen zwei Stürmer gegangen sind?

Arnold: Einerseits haben Mads und Emil im ersten Halbjahr nicht mal zusammen alle Spiele bestritten. Andererseits können wir Domi Kumbela sehr gut einschätzen. Deshalb sage ich auch, dass wir uns im Vergleich zur Hinrunde verstärkt haben.

Standen Sie bei Berggreen im Wort, nachdem Sie ihm im Sommer den Wechsel nach Hamburg verwehrt hatten?

Arnold: Nein, wir haben unsererseits entschieden, ihn abzugeben. Dafür sprachen drei Faktoren: Er war in dem Jahr bei uns sehr verletzungsanfällig. Keiner weiß, wie sich das entwickelt. Außerdem hat er nie diese emotionale Nähe zur Eintracht entwickelt, die wir von unseren anderen Spielern gewohnt sind. Und zu guter Letzt gab es dann dieses sehr interessante Angebot aus Mainz.

Kumbela: Torschützenkönig und Aufstiegsheld

Ist es nicht zu riskant, mit nur drei Stürmern, von denen in dieser Saison noch keiner ein Tor geschossen hat, in den Rest der Saison zu gehen?

Arnold: Das sind die Fakten. Aber ich halte dagegen, dass Julius Düker in seinem ersten halben Jahr im Männerfußball große Fortschritte gemacht hat. Orhan Ademi betreibt seit Dezember viel Eigenwerbung, nicht zuletzt durch sein Tor im Pokalspiel in Stuttgart und gegen Kaiserslautern sah das sehr gut aus. Und auch wenn es für Domi zuletzt in Fürth nicht so gut lief: Er hat in Braunschweig immer seine Leistung abgerufen, kennt das Umfeld und das Trainerteam. Es gibt keine Zweifel daran, dass er ein sehr guter Zweitliga-Stürmer ist.

Hvilsom galt im Sommer als Hoffnungsträger, nach nur 198 Einsatzminuten wurde er nun zu Brann Bergen verliehen. Was ist da schiefgelaufen?

Arnold: Bei seiner Torquote in Dänemark gab es die Fantasie, dass er sich auch hier in der Zweiten Liga zurechtfindet. Aber das ging nicht so schnell und gut, wie wir uns das vorgestellt hatten. Und es hätte auch noch Zeit gebraucht. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, ihm für eineinhalb Jahre Spielpraxis zu geben. In Norwegen beginnt die Runde ja erst wieder im März. Eine Leihe bis zum Sommer hätte deshalb keinen Sinn gehabt.

Die Rückkehr von Kumbela hat im Fanlager geteiltes Echo ausgelöst. Auch Trainer Torsten Lieberknecht soll zunächst gezweifelt haben. Was hat im Endeffekt den Ausschlag für den Transfer gegeben?

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BTSV-Manager Marc Arnold ist von den Qualitäten Kumbelas vollends überzeugt.

Arnold: Domi ist zum dritten Mal bei uns. Dass er uns nach dem Abstieg verlassen hat, kann ich nachvollziehen. Dass ein Spieler in seinem Alter, dessen Vertrag gerade ausgelaufen ist, in der Türkei ein lukratives Angebot annimmt, ist doch legitim. Vielleicht hat ihn die Zeit seit seinem Abschied 2014 vor Augen geführt, dass er einfach zur Eintracht gehört. Wir sind sehr froh, dass es jetzt noch mal geklappt hat.

In der Saison 2012/2013 hat Kumbela die Eintracht mit 19 Toren zum Aufstieg geschossen. Für wie viele Treffer ist er mit 31 Jahren in dieser Runde noch gut?

Arnold: (lacht) Da würde ich ihn mit jeder Aussage unter Druck setzen. Aber er ist körperlich in einem sehr guten Zustand, sogar noch einen Tick besser als bei seinem Abschied. Er hat in Sachen Sprungkraft und Spritzigkeit nichts eingebüßt. Ihm fehlt nur die Spielpraxis in der Liga. Bei uns hat er in nun fünf Wochen keine Trainingseinheit ausgelassen - und ist sicher für einige Tore gut. Das hat er im Testspiel gegen Hobro IK schon gezeigt. Aber damit wir uns verstehen: Domi muss sich erst mal gegen Ademi durchsetzen, er hat keinen Freifahrtschein. Wer in Leipzig spielt, werden wir dann sehen.

Gutes Stichwort, sind die „Löwen“ bereit für Leipzig?

Arnold: Ich glaube schon. Wir hatten eine gute Vorbereitung - mit guten Ergebnissen gegen Bundesligisten. Aber der Start ist immer eine große Herausforderung. Im Sommer haben wir zum Auftakt gegen Sandhausen verloren und alle haben große Augen gemacht, weil sie die drei Punkte fest eingeplant hatten. Jetzt geht es gegen den Aufstiegsaspiranten Nummer eins, gegen den wir wohlgemerkt schon im Hinspiel gut mitgehalten haben. Wir haben uns in den vergangenen Jahren zu einem sehr guten Zweitligisten entwickelt - und wir wollen auch in Leipzig versuchen zu gewinnen.

Das Interview führte Florian Neuhauss, NDR.de

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