Schon im Drittliga-Saisonendspurt setzte der VfL Osnabrück Trainer Claus-Dieter "Pele" Wollitz (r.) vor die Tür. Interimscoach Alexander Ukrow (l.) fehlt die nötige Lizenz.
Bei Holstein Kiel überraschte Thorsten Gutzeit kurz nach dem Drittliga-Aufstieg mit seinem Rücktritt. Der Erfolgscoach meidet die Doppelbelastung aus Liga-Alltag und Trainerausbildung, weil ihm die nötige Lizenz als Fußballlehrer fehlt.
Osnabrück/Kiel: Ein Kandidat in beiden Vereinen dürfte Lorenz-Günther Köstner sein. Der Vertrag des Coaches, der lange Jahre die U23 des VfL Wolfsburg und im vergangenen Herbst nach der Entlassung von Felix Magath die Profis durch die Krise führte, wurde nicht verlängert. Für ihn spricht die große Routine.
Osnabrück/Kiel: Die U23 von Eintracht Braunschweig hat Henning Bürger in diesem Sommer in die Regionalliga geführt. Damit hat sich der 43-Jährige in die Notizbücher höherklassiger Vereine gearbeitet. Anders als viele andere hat der Ex-Profi den Job von der Pike auf gelernt. Er gehört zur Generation der jungen, dynamischen und vor allem erfolgreichen Trainer.
Osnabrück: Maik Walpurgis führte die Sportfreunde Lotte zur Meisterschaft in der Regionalliga West und scheiterte in der Relegation nur knapp an RB Leipzig. Er ist Wunschkandidat der VfL, erhielt aber bislang keine Freigabe der SF Lotte.
Kiel: Die Dritte Liga kennt Karsten Baumann bestens. Nach seinen Trainerstationen in Erfurt und Osnabrück wechselte er in die Zweite Liga nach Aue - wo er in der abgelaufenen Saison überraschend kurz vor dem Saisonende entlassen wurde. Bei allen drei Stationen wusste der 43-Jährige mit seiner ruhigen und sachlichen Art zu überzeugen.
Osnabrück: Um nach dem "Motivations-Guru" Wollitz nicht in ein Loch zu fallen, könnte der VfL auf Peter Hyballa setzen. Der 37-Jährige feierte mit den Junioren von Wolfsburg, Dortmund und Salzburg große Erfolge. In Aachen und Graz vollendete der Fußball-"Besessene" sein erstes Jahr nicht.
Osnabrück/Kiel: Für beide Clubs geht es in der kommenden Saison um den Klassenerhalt. Wie der gesichert wird, weiß Dietmar Demuth bestens. Mit Babelsberg feierte er zweimal den Verbleib in der Dritten Liga, die Potsdamer entließen ihn trotzdem - und stiegen ab. Spätestens seit seiner Zeit als St. Paulis Cheftrainer (2000-2002) ist der 58-Jährige im Norden bekannt.
Osnabrück: An der Bremer Brücke ist Heiko Flottmann ein alter Bekannter. Der 56-Jährige arbeitete beim VfL bereits mehrfach als Co- und Interimstrainer sowie als U23-Coach und Nachwuchskoordinator. Sein auslaufender Vertrag beim SV Meppen wurde überraschend nicht verlängert. Nun könnte er als Cheftrainer zurückkehren.
Kiel: Ex-Profi Ramazan Yildirim arbeitete zuletzt bei Holsteins klammem Regionalliga-Rivalen Lübeck und ist bei den Kielern allein schon deshalb bestens bekannt. Wegen der finanziellen Probleme des VfB musste der 37-Jährige im Dezember gehen, erwarb zuletzt aber dennoch die Fußballlehrerlizenz. Er stünde also für ein Engagement im Profibereich bereit.
Osnabrück/Kiel: Zum 59. Lehrgang des DFB gehörte auch Daniel Stendel, der bei Hannover 96 im Nachwuchsbereich arbeitet. Dort braucht der ehemalige Bundesliga-Stürmer die Fußballlehrer-Lizenz jedoch nicht. Wagt er nun den Schritt zurück auf die Profibühne?
Osnabrück/Kiel: Bei Thomas Wolter stellt sich die Frage, wie sehr den 49-Jährigen seine neue Aufgabe reizt. Die U23 von Werder Bremen muss der Coach abgeben und soll Sportlicher Leiter im Nachwuchsbereich an der Weser werden. In Osnabrück und Kiel könnte er hingegen etwas Neues im Profibereich aufbauen.
Osnabrück/Kiel: Eine neue Aufgabe erwartet auch Bernd Hollerbach. Am 30. Juni läuft sein Vertrag in Wolfsburg aus. Da bei seinem langjährigen Chef Felix Magath kein neuer Job in Sicht ist, könnte der 43-Jährige wie schon bei Wolfsburg II, Lübeck und VfL 93 Hamburg selbst Chef werden. Hollerbach ist Meister-Co-Trainer und weiß ein Team fit zu machen.
Osnabrück/Kiel: Eigentlich strebt Stephan Schmidt nach Höherem. Dass er irgendwann in der Bundesliga arbeiten wird, ist für ihn ein Fakt, wie er in einer Dokumentation des WDR verriet. Nach seinem Aus in Paderborn ist es aber ruhig um den 36 Jahre alten ehemaligen Coach der Wolfsburger U19 geworden. In der Dritten Liga könnte er nun den Neuanfang wagen.
Osnabrück/Kiel: Eigentlich steht die Einigung zwischen André Schubert und dem DFB, wo er bereits arbeitete und nun die U16 übernehmen soll, dem Vernehmen nach unmittelbar bevor. Womöglich reizt den ehemaligen Trainer von Zweitligist St. Pauli aber auch ein neues Engagement im Norden. Seine fachliche Kompetenz ist unbestritten.
Kiel: Seit Dezember 2011 ist Uwe Fuchs ohne Verein. Damals wurde der Kaiserslauterer beim VfL Osnabrück entlassen. Die Liga kennt der 46-Jährige anders als viele Kieler Spieler bestens, den Norden zudem von seinem Job beim VfB Lübeck (2007-2008).
Osnabrück/Kiel: Viel Erfahrung im Profigeschäft brächte Wolfgang Wolf mit. Bei Drittligist Hansa Rostock sammelte der 55-Jährige - und das könnte für den VfL besonders interessant sein - sogar Erfahrung als Sportdirektor. Wolf hat in seiner Laufbahn schon alles erlebt.