Als Holstein Kiel deutscher Meister wurde
Holstein Kiel feierte am 26. Mai 1912 die deutsche Fußball-Meisterschaft. mehr
Auf ihn kommt es bei der KSV-Trainersuche an: Manager Andreas Bornemann.
Seit dem Rücktritt von Thorsten Gutzeit als Trainer von Holstein Kiel ist mittlerweile gut eine Woche vergangen. Seitdem befindet sich Manager Andreas Bornemann auf der Suche nach einem Nachfolger - heimlich, still und leise. Denn anders als bei anderen Proficlubs wie Fortuna Düsseldorf, dem 1. FC Köln oder auch Drittliga-Konkurrent VfL Osnabrück gibt es bei den "Störchen" keinen offiziellen Wunschkandidaten oder irgendwelche Wasserstandsmeldungen. "Natürlich habe ich klare Vorstellungen und auch ein Profil im Kopf, aber warum sollte ich das öffentlich bekannt geben?", sagt Bornemann NDR.de und fügt hinzu: "Damit würde ich nur unnötigen Druck aufbauen."
Auch wenn Gutzeit wohl schon in der Vergangenheit über einen möglichen Rücktritt wegen der Doppelbelastung aus Ausbildung und Drittliga-Alltag nachgedacht hatte, wurden die Kieler von der Entscheidung am 4. Juni überrascht - und haben auch erst dann mit der Suche nach einem neuen Coach begonnen. Der Manager hat zahlreiche Bewerbungen von Trainern erhalten und auch schon viele Gespräche mit potenziellen Coaches geführt, die sich nicht beworben haben. Was haben die Nachfolgekandidaten für Ideen und wohin soll es gehen? Bornemann weiß: "Wir sind ein interessanter Arbeitgeber mit Perspektive. Der Kandidatenkreis hat sich bereits stark reduziert." Über Vertragsinhalte soll aber nur mit denen gesprochen werden, die in die engere Wahl kommen.
Ob "jung und dymanisch" oder "alt und erfahren" - Bornemann lässt sich nicht in die Karten schauen. "Es gibt richtig gute Erfahrene und sehr gute Junge", meint der 41-Jährige. "Freiburg und Mainz hatten zum Beispiel den Vorteil, dass sie im Nachwuchsbereich sehr gute Leute mit der nötigen Lizenz hatten." In Freiburg startete Christian Streich, in Mainz Thomas Tuchel durch. Auch Kiels Fabian Müller hat die erforderliche Lizenz. Der Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums verschafft der KSV Zeit, weil der DFB einen Fußballlehrer für jeden Club der Liga fordert, eine Dauerlösung ist Müller aber auf keinen Fall. "Ich löse ja kein Problem, indem ich ein neues schaffe", betont Bornemann, um Müller gleich zu loben: "Die Entwicklungen im Nachwuchs-Leistungszentrum sind stark mit seiner Position verbunden. Er ist ein Top-Mann."
Andreas Bornemann kennt Trainer Jürgen Seeberger aus gemeinsamen Tagen in Aachen.
In Sachen Trainersuche hat Bornemann auf seiner vorigen Station bei Alemannia Aachen Erfahrung gesammelt. "Da gab es ähnlich viele Bewerbungen", erklärt der Sportdirektor. Damals beurlaubte Bornemann Trainer Jürgen Seeberger, der nun von verschiedenen Medien als Kandidat gehandelt, aber wohl keine Rolle spielen wird. Die Aachener Mannschaft hatte sich damals gegen ihren Coach ausgesprochen und der Manager handelte. In Kiel waren die Gründe für den Trainerwechsel andere, dennoch kommt dem Holstein-Manager die Erfahrung aus seiner Aachener Zeit nun zugute. Bornemann, der jüngst ein Angebot des Karlsruher SC, die Nachfolge des zum HSV gewechselten Oliver Kreuzer anzutreten, abgelehnt hat, verspürt keinen Zeitdruck. Bis zum Trainingsauftakt am 20. Juni sollte jedoch ein neuer Trainer gefunden sein.