Alles zu Hansa Rostock
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Hansas Vorstandschef Michael Dahlmann.
Die Drittliga-Lizenz hat der FC Hansa Rostock jüngst erhalten, aber Club kämpft weiterhin finanziell ums Überleben. Drastische Sparmaßnahmen sollen die Mecklenburger vor dem Gang in die Insolvenz bewahren. Wie der hochverschuldete Traditionsclub am Donnerstag mitteilte, wird es dabei unter anderem neun Entlassungen geben. Zudem werden die Ticketpreise um zwei Euro angehoben, die erste Verteuerung seit acht Jahren. Insgesamt erhofft sich der Verein dadurch Mehreinnahmen in Höhe von 450.000 Euro. "Viele Entscheidungen fallen uns sehr schwer, sind aber leider unausweichlich, da wir in den vergangenen Jahren deutlich über unsere Verhältnisse gelebt haben", sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Dahlmann: "Ich bin persönlich tief betroffen über die Personalmaßnahmen, die aktuelle Lage lässt uns aber keine andere Wahl. Wir sind nach wie vor ein Sanierungsfall."
Die komplette Marketingabteilung des Clubs wird aufgelöst. Zukünftig wird eine Agentur diese Aufgabe übernehmen. Damit spart der Verein laut Dahlmann ungefähr 250.000 Euro Personalkosten ein. Auch an der Mannschaft wird gespart. Der Kader soll verkleinert werden. Zudem wird der Betrieb des Mannschaftsbuses privatisiert. Dahlmann kündigte an, dass der Club seine bis zum 30. September gestundete Steuerschuld in Höhe von 1,3 Millionen Euro fristgerecht begleichen werde. Im vergangenen Jahr hatte nur ein Verzicht mehrerer Gläubiger die Rostocker vor der Insolvenz gerettet. In diesem Sommer hilft einmal mehr der FC Bayern München aus. Der Triple-Sieger, der auch dem FC St. Pauli schon Hilfestellung mit einem kostenlosen Gastauftritt gegeben hat, kommt am 14. Juli für ein Benefizspiel nach Rostock. Die Vorstellung des neuen Bayern-Coaches Pep Guardiola mit seiner Elf wird viel Geld in die leeren Hansa-Kassen spülen. "Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, das Spiel gegen die Bayern zu machen. Dafür sind wir sehr, sehr dankbar", sagte Hansas Aufsichtsratschef Thomas Abrokat.
Eine fest eingeplante Einnahmequelle ist den Hanseaten unter blamablen Umständen weggebrochen. In der vergangenen Woche hatte Hansa durch eine Niederlage im Landespokal gegen den Regionalligisten TSG Neustrelitz erstmals den finanziell lukrativen Einzug in den DFB-Pokal verpasst. Dahlmann hat diese Pleite noch nicht verdaut, möchte am liebsten keinen der "Pokalversager" mehr sehen. Und wenn doch? "Das müsste mir der Sportvorstand sehr gut begründen", sagte er unmissverständlich. Bei den meisten der Spieler aus der Final-Startaufstellung laufen die Verträge ohnehin aus. Neben den vielen schlechten Nachrichten gibt es allerdings auch eine gute für die jungen Hansa-Fans. Ab der kommenden Saison erhalten Kinder bis 14 Jahre zu allen Heimspielen freien Eintritt.