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Hansa um Julien Humbert (r.) kassierte gegen Münster die neunte Saisonniederlage.
Die Fußballer von Hansa Rostock sind mit einer Niederlage in die Drittliga-Restrunde gestartet. Die Mecklenburger unterlagen am Sonnabendnachmittag vor heimischer Kulisse Preußen Münster mit 0:2 (0:1). Benjamin Siegert (38.) und Marco Königs (85.) waren für die Westfalen erfolgreich. Gäste-Verteidiger Patrick Kirsch wurde bereits in der 28. Minute des Feldes verwiesen. Hansa konnte trotz großen Aufwands kein Kapital aus dem Überzahlspiel ziehen und muss seine letzten - ohnehin bereits minimalen - Aufstiegshoffnungen nach der neunten Saisonniederlage begraben. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Die Mannschaft hat alles rausgehausen, alles gegeben", sagte Trainer Marc Fascher dem Sportclub des NDR Fernsehens.
Rostocks Coach vertraute im Duell mit seinem Ex-Club auf drei Neuzugänge in der Startelf: Tommy Grupe und Maurice Trapp bildeten die Innenverteidigung, der junge Philipp Klement sollte im Mittelfeldfeld für die kreativen Momente sorgen. Auf einen Einsatz von Ingolstadt-Leihgabe Collin Quaner - er war erst am Freitag in Rostock eingetroffen - musste Fascher verzichten. Der Stürmer hütete wegen eines grippalen Infekts das Bett. Auch Matthias Holst, Ken Leemans und Leonhard Haas, die im vergangenen Halbjahr gesetzt waren, wurden vom Coach zunächst nicht berücksichtigt. Zudem fehlten Top-Torjäger Ondrej Smetana wegen einer Fußverletzung und Kapitän Sebastian Pelzer (Gelbsperre).
Schiedsrichter Benjamin Brand stellte Patrick Kirsch (M.) unberechtigterweise vom Platz.
So hatte die Mannschaft im Vergleich zum letzten Pflichtspiel des vergangenen Jahres gegen die SpVgg Unterhaching (0:1) zwar ein anderes Gesicht, offenbarte jedoch die altbekannte Schwäche: Rostocks Offensivspiel fehlte es an Tempo und dem Überraschungsmoment. Der Gast zeigte die etwas reifere Spielanlage, entwickelte im Angriff aber auch keine Durchschlagskraft. Das Resultat war ein langatmiger erster Abschnitt, in dem der erst 23 Jahre alte Schiedsrichter Benjamin Brand (Gerolzhofen) mit einer Fehlentscheidung für erhitzte Gemüter bei den Preußen sorgte: Der Unparteiische stellte Kirsch wegen eines Handspiels vor dem 16-Meter-Raum mit der Rote Karte vom Feld (28.). Den anschließenden Freistoß setzte Klement an die Latte. Wenig später trat erneut Brand auf den Plan - diesmal allerdings auf der anderen Seite. Der Referee sprach den Gästen einen Handelfmeter zu und lag damit richtig. Hansa-Keeper Kevin Müller konnte den Straßstoß von Matthew Taylor zwar abwehren, im Nachsetzen köpfte Siegert den Ball jedoch ins Tor.
Tore: 0:1 Siegert (38.), 0:2 Königs (85.)
Rote Karte: Kirsch wegen Handspiels (28.)
Besonderes Vorkommnis: Kevin Müller hält Handelfmeter von Taylor (38.)
Zuschauer: 9.000
Rostock: Kevin Müller - Mendy, Grupe, Trapp, Marcos (46. Adamyan) - Klement, Humbert (74. Starke) - Rilke (81. Holst), Weilandt, Michael Blum - Plat
Münster: Masuch - Schöneberg (44. Scherder), Kirsch, Neupert, Hergesell - Truckenbrod, Bischoff - Siegert (84. Grote), Königs, Heise (34. Stefan Kühne) - Taylor
Fascher reagierte auf den Pausenrückstand und wechselte zur zweiten Hälfte den 19-jährigen Sargis Adamyan für Linksverteidiger Ronny Marcos ein. Der Armenier konnte bei seinem Drittliga-Debüt auch einige Impulse geben und hatte in der 68. Minute die große Ausgleichschance, als er per Hacke an Gäste-Keeper Daniel Masuch scheiterte. Der bis dahin mehr oder minder beschäftigungslose Preußen-Schlussmann musste im Anschluss mehrfach sein Können unter Beweis stellen. Er tat es mit Bravour: Klement (70., 73.), und Tom Weilandt (72.) fanden ihren Meister in dem Routinier. Gegen den Schuss des eingewechselten Holst wäre Masuch indes machtlos gewesen. Doch der Versuch strich um Haaresbreite vorbei (84.). Stattdessen jubelten Sekunden später zum zweiten Mal die Gäste: Königs profitierte von einem Stellungsfehler von Trapp, tunnelte Müller und sorgte für die Entscheidung. "Man kann noch einiges verbessern, aber für den Anfang war es okay", resümierte Klement.