Werder Bremen: Erfolg durch Kontinuität
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Niederlage im ersten Pflichtspiel für Werder: Sokratis Papastathopoulos.
Der sechsmalige Cupgewinner Werder Bremen ist bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals gescheitert. Die stark ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf verlor am Sonnabend trotz Führung überraschend mit 1:2 (1:0) bei Drittligist 1. FC Heidenheim und hat damit den Pflichtspielauftakt verpatzt. Markus Rosenberg hatte den über weite Strecken ideenlosen Bundesligisten vor der Pause in Führung gebracht, nach turbulentem Wiederbeginn drehte der Außenseiter die Begegnung aber innerhalb von zwei Minuten und machte damit die Sensation perfekt. "Es hat keinen Sinn, nach Spielschluss durchzudrehen. Das ist aber eine Riesenenttäuschung", bilanzierte Clubboss Klaus Allofs.
Die Werderaner bemühten sich von Beginn an um Spielkontrolle, ohne aber der Partie ihren Stempel aufdrücken zu können. Heidenheim ging engagiert in die Zweikämpfe, ließ den Gästen kaum Platz für ihr schnelles Kombinationsspiel. Immer wieder suchte der flinke Marko Marin einen Weg durch die dicht gestaffelte Abwehr der Hausherren - vergebens. Auf der Gegenseite gelang es dem quirligen Sandro Sirigu gleich mehrfach, die Bremer Abwehrkette mit den drei Neuzugängen Sokratis Papastathopoulos, Andreas Wolf und Lukas Schmitz auszuhebeln. Zählbares sprang jedoch auf beiden Seiten nicht heraus, die 10.000 Zuschauer sahen alles andere als einen Fußball-Leckerbissen.
Tore: 0:1 Rosenberg (33.), 1:1 Sauter (57.), 2:1 Schnatterer (58.)
Zuschauer: 10.000 (ausverkauft)
Besonderes Vorkommnis: Lehmann hält Handelfmeter von Marin (51.)
Heidenheim: Lehmann - Sirigu, Göhlert, Tausendpfund, Feistle - Sauter, Weil - Essig (89. Jarosch), Schnatterer - Rühle (68. Spann), Heidenfelder (75. Krebs).
Bremen: Wiese - Fritz, Sokratis, Wolf, Schmitz - Bargfrede - Hunt (74. Wagner), Borowski (61. Ekici) - Marin - Rosenberg, Thy (61. Arnautovic)
Es dauerte über eine halbe Stunde, bis sich Werder endlich einmal ein Herz fasste. Nach schönem Pass von Youngster Lennart Thy, dem Schaaf den Vorzug vor Marko Arnautovic gegeben hatte, drosch Rosenberg den Ball aus rund 22 Metern unhaltbar in den linken Winkel (33.) - 1:0. Vier Minuten vor der Pause setzte sich der 19 Jahre alte Thy erneut in Szene, als er sich im Strafraum drehte und aus rund 14 Metern zum Schuss kam - er verzog jedoch. Mit der knappen Führung für die Schaaf-Mannschaft ging es in die Kabinen.
Bitter: Marko Marin scheiterte vom Punkt.
Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte hatte Marin die große Chance, für die Vorentscheidung zu sorgen. Doch der Regisseur scheiterte mit seinem harmlos geschossenen Handelfmeter an FCH-Keeper Frank Lehmann, und auch der Nachschuss von Thy fand nicht ins Ziel (51.). Die verpasste Chance sollte sich bitter rächen. Denn nur sechs Minuten später zirkelte Christian Sauter einen von Wolf verursachten Freistoß aus knapp 20 Metern zum Ausgleich über die Werder-Mauer ins rechte untere Eck. Und damit nicht genug: Sekunden später drehte der Drittligist die Begegnung endgültig. Christian Essigs Querpass in den Strafraum erreichte Marc Schnatterer, der den wenig überzeugenden Wolf überrannte und zur Heidenheimer Führung abschloss.
Ein Treffer mitten ins Herz der Bremer, die nach der verkorksten Saison 2010/11 und internen Unstimmigkeiten zur Transferpolitik die neue Spielzeit unbedingt mit einem Erfolg einläuten wollten. Schaaf reagierte, brachte Mehmet Ekici für Tim Borowski und Marko Arnautovic für Thy. Doch die Bemühungen der Bremer blieben bis zum bitteren Ende ebenso konfus wie erfolglos. "Das, was den Pokal so interessant macht, ist heute passiert. Dieser Elfmeter hat uns wehgetan, danach waren wir zu sehr mit uns selbst beschäftigt. Wir haben gehadert, das hat der Gegner genutzt", analysierte Schaaf und ergänzte: "Wir haben verloren. Das ärgert uns maßlos. Das hebt auch das Selbstvertrauen nicht. Aber wir haben noch die ganze Saison vor uns, wir werden sie jetzt nicht abschließen."