VfL Osnabrück: Tradition in lila-weiß
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Jan Mauersberger brachte die Hausherren per Kopf mit 2:1 in Führung.
Fußball-Drittligist VfL Osnabrück hat eine Überraschung in der ersten Runde des DFB-Pokals knapp verpasst. Nach furioser erster Hälfte führten die Niedersachsen mit 2:1 gegen Zweitligist 1860 München, ehe sie dem hohen Anfangstempo Tribut zollen mussten und am Ende mit 2:3 nach Verlängerung unterlagen. Gerrit Wegkamp (1.) und Jan Mauersberger (34.) brachten die Lila-Weißen jeweils in Führung, durch Treffer von Kevin Volland (48.) und Ex-Nationalspieler Benjamin Lauth (11./Foulelfmeter und 107.) drehten die Münchner "Löwen" die Partie noch. "Die Enttäuschung ist groß, aber morgen geht es wieder voran", bilanzierte VfL-Coach Uwe Fuchs: "Wir haben das Spiel klar dominiert."
Osnabrücks Jan Mauersberger (M.) jubelt nach seinem Führungstreffer.
Zumindest für die erste Hälfte der Partie trifft die Bewertung von Fuchs voll zu. Das junge VfL-Team legte vom Anpfiff an los wie die Feuerwehr. Bereits nach 54 Sekunden markierte Wegkamp das 1:0. Nach einem Getümmel im Münchner Strafraum und einem anschließenden Fehler vom "Löwen" Dominik Stahl fiel der Ball dem Sturm-Youngster vor die Füße, der Gabor Kiraly im Gäste-Tor mit einem platzierten Schlenzer aus elf Metern keine Chance ließ. Doch die frühe Führung sollte nur neun Minuten Bestand behalten. Nachdem Mauersberger 1860-Angreifer Kevin Volland von den Beinen geholt hatte, verwandelte Lauth den fälligen Strafstoß sicher. Das Fuchs-Team ließ sich von diesem Rückschlag nicht entmutigen - im Gegenteil. Angetrieben vom wie entfesselt aufspielenden slowenischen Junioren-Nationalspieler Kevin Kampl düpierte die flinke VfL-Offensive die schwerfällige Abwehr des Zweitligisten ein ums andere Mal. Ein 25-Meter-Schuss von Andreas Glockner verfehlte das Tor knapp (16.), einen Flachschuss von Kampl wenig später (23.) konnte Kiraly ebenso abwehren wie einen artistischen Seitfallzieher von Niels Hansen (30.). In der 34. Minute markierte Mauersbeger dann per Kopf die hochverdiente 2:1-Führung. In den Folgeminuten waren die Gastgeber gar dem 3:1 nahe, doch zwei Osnabrücker verfehlten eine Kampl-Hereingabe haarscharf (39.).
Tore: 1:0 Wegkamp (1.), 1:1 Lauth (11., Foulelfmeter), 2:1 Mauersberger (34.), 2:2 Volland (48.), 2:3 Lauth (107.)
Zuschauer: 11.000
Osnabrück: Riemann - Riedel (88. Neppe), Fischer, Mauersberger, Salger - Kampl, Hansen - Gardawski (72. Porcello), Glockner, Costa - Wegkamp (72. Idabdelhay)
München: Kiraly - Malura (46. Rukavina), Schindler, Bülow, Feick - Stahl, Benjamin (72. Bierofka) - Aigner, Halfar (106. Schäffler) - Lauth, Volland
Gelb-Rote Karte: Mauersberger (109.)
Doch nach der Pause meldeten sich die Gäste sofort zurück. Volland düpierte Marcel Riemann mit einem Schlenzer ins kurze Eck, bei dem der VfL-Schlussmann überhaupt nicht gut aussah (48.). Auch in der Folgezeit bot sich den 11.000 Zuschauern im Stadion an der Bremer Brücke ein völlig anderes Bild als im ersten Abschnitt. Während der Angriffsschwung der Lila-Weißen fast vollständig erlahmte, drehten die Süddeutschen plötzlich auf und erspielten sich einige gute Chancen. Doch es blieb nach 90 Minuten beim 2:2. In der Verlängerung wurde die Partie immer zerfahrener. Beiden Teams war der Kräfteverschleiss anzumerken. Als es nach 105 Minuten immer noch remis stand, brachte Gäste-Coach Rainer Maurer mit Manuel Schäffler einen frischen Stürmer, um noch vor dem Elfmeterschießen die Entscheidung zu suchen. Diese Rechnung ging bereits kurz nach Wiederanpfiff auf, als Schäffler mit einem öffnenden Pass den 3:2-Siegtreffer durch Lauth (107.) einleitete. Obwohl die Niedersachsen zwei Minuten später Mauersberger durch eine Gelb-Rote Karte einbüßten, gaben sie nicht auf und kämpften bis zuletzt um den Ausgleich - vergeblich.