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Hannover 96 hat sich nach Mainz 05 als zweiter Bundesligist bereits in der ersten Pokal-Runde aus dem Wettbewerb verabschiedet. Die Niedersachsen verloren am Sonntag bei Eintracht Trier nach einer schwachen Vorstellung mit 1:3 (1:0). Trier, nach turbulenten Jahren und mehreren Ab- und Aufstiegen inzwischen in der Regionalliga West beheimatet, hatte nach einem Fehler von Jan Rosenthal die erste Schusschance der Partie. Gustav Schulz setzte den Ball aus 25 Metern aber weit am Tor vorbei. Danach übernahm Hannover die Initiative und kam vor allem über Jiri Stajner auf der rechten Seite zu guten Gelegenheiten. Nach einem Pass des Tschechen kam Rosenthal einen Schritt zu spät (3.), eine Minute später verzog Stajner um Zentimeter. Wieder Rosenthal (12.) und Arnold Bruggink (14.) zwangen Eintracht-Keeper Kenneth Kronholm zu zwei Glanztaten.
Nach der schwungvollen Anfangsviertelstunde verflachte die Begegnung. Hannover hatte kaum Ideen, Mittelstürmer Mike Hanke nur wenige Ballkontakte. Trier beschränkte sich fast ausschließlich auf Defensivarbeit und konnte nur bei Standardsituationen Gefahr andeuten. Ein Geistesblitz von Bruggink leitete in der 40. Minute das 1:0 für 96 ein. Der Niederländer hebelte die Trierer Defensive mit einem Steilpass aus, Rosenthal behielt die Ruhe, umspielte Kronholm und schob ins leere Tor ein. Die Gastgeber starteten offensiv in die zweite Hälfte. Der Schuss von Sahr Senesie (50.) war für 96-Keeper Robert Enke noch ein besseres Aufwärmprogramm. Bei Schulz’ Knaller aus 25 Metern (52.) musste der Nationaltorwart hingegen sein ganzes Können abrufen.
Der Regionalligist wurde immer selbstbewusster und kam nach einer Stunde zum nicht unverdienten Ausgleich. Steven Cherundolo unterlief im Abwehrzentrum ein folgenschwerer Fehler, Martin Wagner erzielte aus zehn Metern das 1:1. Und nur fünf Minuten später die Führung für Trier: Die Niedersachen waren nach einem abgewehrten Freistoß unsortiert, Wilko Risses Kopfballvorlage vollendete Josef Cinar am Fünfmeterraum. Trier blieb die bessere Elf, Hannover versuchte fast ausschließlich mit langen Bällen zum Erfolg zu kommen. Mehr als eine Gelegenheit durch Stajner, dessen Ball von Kevin Lacroix auf der Linie geklärt wurde (73.), sprang aber für die Mannschaft von Coach Dieter Hecking nicht heraus. Senesie markierte in der Nachspielzeit sogar noch den dritten Treffer für die Hausherren. "Dass wir nach dem 1:1 auseinanderfallen, ist für einen Bundesligisten unwürdig. Wir haben verdient verloren", ärgerte sich Hecking. Enttäuschte 96-Fans ließen nach dem Schlusspfiff ihrem Frust freien Lauf. Rund 50 Anhänger beschädigten einen Zaun im Moselstadion.
Eintracht Trier - Hannover 96 3:1 (0:1)
Tore: 0:1 Rosenthal (40.), 1:1 Wagner (60.), 2:1 Cinar (65.), 3:1 Senesie (90.+1)
Zuschauer: 6.000
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Gelbe Karten: Fernandes, Senesie, Rakic, Schulz / Rosenthal, Forssell, Schulz, Bruggink
Trier: Kronholm - Dingels (58. Eckstein), Cinar, Fernandes, Rakic - Schulz (85. Ay), Anfang, Lacroix, Wagner - Senesie, Risser (88. Bauer)
Hannover: Enke - Cherundolo, Haggui, Schulz, Rausch (84. Schmiedebach) - Rosenthal (75. Forssell), Balitsch, Rama (69. Krzynowek) - Bruggink - Stajner, Hanke