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Volltreffer: Bas Dost (r., mit Makoto Hasebe) erzielte in 19 Pflichtspielen zehn Tore für die Wolfsburger.
Mit großen Ambitionen ist der VfL Wolfsburg in die Saison gestartet. Trainer und Manager Felix Magath gab das Ziel "internationales Geschäft" aus und in Mainz' Thomas Tuchel tippte sogar ein Trainerkollege bei der traditionellen Meisterfrage auf die Niedersachsen. Zuversicht strahlte auch Clubeigner Volkswagen aus, der seinen Kunden einst einbläute: "Da weiß man, was man hat." Angesichts des Potenzials, das im "Wölfe"-Kader zweifellos steckt, waren solche Vorschusslorbeeren so abwegig nicht. Doch es kam alles anders: Die Mannschaft legte einen beispiellosen Fehlstart hin und stürzte bis ans Tabellenende der Liga. Mit neuem Sportchef und neuem Trainer lief es dann wieder besser, der VfL steht zudem im Pokal-Viertelfinale. Gänzlich aus den Augen ist das Ziel Europa bei sieben Zählern Rückstand auf Platz sechs nicht.
Sportchef Klaus Allofs hat mit dem VfL Wolfsburg viel vor.
Die zweite Ära Magath endete in Wolfsburg unrühmlich. Nach dem Absturz ans Tabellenende und den offensichtlichen Differenzen zwischen Mannschaft und Trainer zogen die VfL-Verantwortlichen die Reißleine und trennten sich vom einstigen Meistercoach und Manager. Bei der Nachfolgeregelung gelang den Niedersachsen ein spektakulärer Coup: Vom Liga-Rivalen Werder Bremen wechselte Klaus Allofs als Sportchef in die Autostadt. Regionalligacoach Lorenz-Günther Köstner übernahm das Training und stabilisierte das Team, das phasenweise sogar guten Kombinationsfußball zeigte. Dennoch kehrt Köstner ins zweite Glied zurück: Zur Winterpause übernimmt nun Dieter Hecking den Trainerposten. Hauptaufgabe für Allofs wird es sein, den aufgeblähten Kader auszudünnen.
Bester Spieler: Diego Benaglio
Aufsteiger: Bas Dost
Absteiger: Emanuel Pogatetz
Bestes Spiel: 3:1 gegen Bayer Leverkusen
Schlechtestes Spiel: 0:4 gegen Hannover 96
Magath mischte vor Saisonstart kräftig durch: 19 Spieler gingen, 13 kamen - darunter viele verliehene Profis, die nun zurückkehren mussten. Stürmer Bas Dost aus den Niederlanden traf gleich im ersten Spiel und erwies sich mit zehn Treffern in 19 Pflichtspielen insgesamt als die erhoffte Verstärkung. Auch Regisseur Diego blühte - zumindest unter Köstner - auf. Zu den guten Griffen zählen Abwehrspieler Naldo sowie Rückkehrer Simon Kjaer, den Köstner im Gegensatz zu Magath in der Defensivkette einsetzte. Fagner und Ivica Olic sind zwar Stammspieler, aber nicht herausragend. Zu den Enttäuschungen der Saison dürfte Emanuel Pogatetz zählen, der unter Magath gesetzt war, aber seit dessen Entlassung keinen Einsatz mehr verbuchte. Ebenfalls keine Rolle spielen die zurückgekehrten Thomas Kahlenberg, Sotirios Kyrgiakos und Srdjan Lakic, der Ex-Rostocker Kevin Pannewitz und der Tscheche Vaclav Pilar, der sich zu Saisonbeginn verletzte und noch kein einziges Mal im VfL-Trikot auflief.
Der Fehlschuss schlechthin: Stuttgarts Vedad Ibisevic setzt den Elfmeter-Nachschuss am Wolfsburger Tor vorbei.
Den perfekten Saisonstart verdanken die Wolfsburger eigentlich Vedad Ibisevic: Weil der Stuttgarter am ersten Spieltag in der 88. Minute einen Elfmeter-Nachschuss kläglich neben das Tor setzte, blieb es zunächst beim 0:0. Und dank eines Dost-Tores eine Minute später wurde aus einer möglichen Niederlage sogar noch ein Sieg. Der geriet jedoch schnell in Vergessenheit, denn in den folgenden sieben Partien schossen die "Wölfe" nur noch ein mageres Tor und holten gerade einmal zwei Punkte. Nach desaströsen Auftritten wie dem 0:4 gegen Hannover, dem 0:3 auf Schalke und letztlich dem 0:2 gegen Freiburg war Wolfsburg Tabellenletzter und Trainer Magath musste gehen. Nachfolger Köstner startete furios mit einem 4:1-Sieg bei Fortuna Düsseldorf und stabilisierte den VfL. Vier Siege, zwei Remis und drei Niederlagen schlagen für den Interimscoach zu Buche. Mit dem Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale gelang zudem ein versöhnlicher Jahresabschluss.
Der VfL hat die Kurve bekommen und wird mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Ob es allerdings für mehr als einen mittleren Tabellenplatz reicht, ist offen. Das Spieler-Potenzial dafür ist vorhanden, es bleibt jedoch abzuwarten, ob es Hecking gelingt, aus der grauen Maus Wolfsburg wieder einen Club mit europäischen Ambitionen zu machen. Hoffnung könnte den VW-Oberen der Slogan eines japanischen Autobauer-Konkurrenten machen, der da lautete: "Nichts ist unmöglich."