Nach dem Ende der Ära Felix Magath darf sich beim Werksclub zunächst Lorenz-Günther Köstner (r.) als Trainer versuchen. Ob der etatmäßige U23-Coach mehr als eine Interimslösung sein wird, ist allerdings fraglich. Die VfL-Oberen scheinen eher die Verpflichtung eines externen Übungsleiters zu favorisieren.
Claus-Dieter Woillitz, Trainer des Tabellenführers VfL Osnabrück, hat nach eigenen Angaben zwei, drei Anrufe mit der Wolfsburger Vorwahl erhalten: "Ich habe aber nicht zurückgerufen. Wenn die wirklich was von mir wollen, rufen die auch noch mal an", sagte Wollitz, der in Osnabrück eine Ausstiegsklausel für die Bundesliga besitzt.
Der Name Bernd Schuster geisterte bereits mehrfach durch die Autostadt, wenn es darum ging, einen neuen Coach zu finden. Der 52-Jährige ist seit seinem Aus bei Besiktas Istanbul im März 2011 ohne Anstellung. Nach "Bild"-Informationen gab es jüngst ein Treffen des Ex-Nationalspielers mit VfL-Sportchef Klaus Allofs.
Auch der Name Martin Jol fällt immer wieder, wenn ein Bundesligist auf Trainersuche ist. Der frühere HSV-Coach arbeitet zurzeit beim FC Fulham in der englischen Premier League. Sein Vertrag dort endet am 30. Juni 2013.
In Bert van Marwijk ist ein renommierter Trainer derzeit ohne Anstellung und damit fast automatisch bei den "Wölfen" im Gespräch. Der frühere niederländische Nationaltrainer kennt die Bundesliga bereits aus seinen Zeiten bei Borussia Dortmund.
Auch van Marwijks Landsmann Guus Hiddink wird mit Wolfsburg in Verbindung gebracht. Allerdings steht der 65-Jährige noch beim russischen Club Anzhi Makhachkala unter Vertrag. Ein Engagement in der Bundesliga - es wäre sein erstes - könnte den Trainer-Routinier aber reizen. Zumal Hiddink in Wolfsburg nicht viel schlechter entlohnt würde als in Russland.
Auch Ralf Rangnick war bereits einmal bei den "Wölfen" im Gespräch. Er zählte zu Magaths Nachfolge-Kandidaten, als dieser den Club nach der Meisterschaft 2009 verließ. Inzwischen ist Rangnick Sportdirektor von RB Salzburg und RB Leipzig. Eine Rückkehr auf die Trainerbank ist jedoch nicht ausgeschlossen.
Oder fragt der VfL bei Hans-Dieter Flick an? Der Co-Trainer der Nationalmannschaft steht zwar noch bis 2014 beim DFB unter Vertrag, würde bei einem interessanten Angebot aber wohl keine Steine in den Weg gelegt bekommen. Fraglich allerdings, ob Flick vor der WM 2014 seine Tätigkeit beim DFB beendet.
Oder erhält Jürgen Klinsmann eine zweite Chance in der Bundesliga? Der bei Bayern gescheiterte Coach gilt als großer Motivator und hat als Bundestrainer bewiesen, eine Mannschaft auch fußballerisch weiterentwickeln zu können. Derzeit betreut der 48-Jährige das Nationalteam der USA.
Auch die Motivationskünste von Christoph Daum sind bekannt. Den FC Brügge führte der 59-Jährige in der vergangenen Serie in Belgien zur Vizemeisterschaft, bevor er im Mai dieses Jahres aus persönlichen Gründen um die Auflösung seines Vertrags bat. Daum dürfte beim VfL nur Außenseiterchancen haben.
Ein in Deutschland noch relativ unbeschriebenes Blatt ist Heiko Vogel. Dafür verdiente sich der in Bad Dürkheim geborene Fußballlehrer in der Schweiz seine ersten Sporen. Den FC Basel führte er als Nachfolger von Thorsten Fink in der vergangenen Serie zum Titel. Am 15. Oktober entließ ihn der Club überraschend.
Wie Vogel feierte auch Christian Gross in der Schweiz seine größten Erfolge als Trainer. Doch auch in Deutschland ist der gebürtige Züricher kein Unbekannter: Den VfB Stuttgart führte er in der Serie 2009/2010 in die Europa League. Zuletzt war Gross für Young Boys Bern tätig.
Als Laurent Blanc 2010 die französische Nationalmannschaft übernahm, war das Team hoffnungslos zerstritten. Der frühere Libero leitete erfolgreich einen Neubeginn ein. Nach dem Viertelfinal-Aus bei der EM 2012 nahm der 46-Jährige seinen Hut. Wagt Blanc jetzt erstmals als Trainer den Schritt ins Ausland?
Seitdem die Wolfsburger Werders Sportchef Klaus Allofs abwarben, reißen die Spekulationen nicht ab, dass auch Trainer Thomas Schaaf bald in der Autostadt arbeiten wird. Das Duo Allofs/Schaaf steht für eine lange Erfolgsära in Bremen.
Oder gibt der VfL als erster deutscher Proficlub dem Trainer Lothar Matthäus eine Chance? Nach diversen Stationen im Ausland scheint der Rekordnationalspieler etwas die Lust am Fußball verloren zu haben. Er sei gar nicht mehr so fokussiert auf eine Anstellung in der Bundesliga, erklärte Matthäus zuletzt.