VfL Wolfsburg: Erfolgreiche Spätstarter
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Joel Matip (l.) trifft per Hacke - mit dem 3:0 für Schalke war die Partie entschieden.
Felix Magath hat in seiner Zeit beim FC Schalke 04 wirklich gute Arbeit geleistet. Gegen seinen Ex-Verein kassierte der Wolfsburger Trainer am Sonntag eine 0:4 (0:2)-Niederlage. Mit nur einem Sieg auf des Gegners Platz bleiben die "Wölfe" die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga und treten nach zuletzt ansteigender Tendenz wieder auf der Stelle. Die Schalker Tore schossen Magaths frühere Musterschüler Raul (10. Minute), Klaas-Jan Huntelaar (15., 72.) und Joel Matip (49.). VfL-Keeper Diego Benaglio verhinderte mit einem abgewehrten Handelfmeter eine höhere Pleite (36.). "Wir haben phasenweise ganz schlecht verteidigt und es dem Gegner viel zu leicht gemacht", sagte der Schweizer nach der fünften Auswärtsniederlage nacheinander und prophezeite: "Wenn wir weiter so auftreten, reißt unsere Auswärtsserie nie." Magath sprach von einem "desolaten" Auftritt und kritisierte vor allem seine erfahrenen Profis: "So darf die Mannschaft sich nicht präsentieren. Langsam muss man die Frage stellen, welche Rolle die etablierten Spieler spielen."
Tore: 1:0 Raúl (10.), 2:0 Huntelaar (15.), 3:0 Matip (49.), 4:0 Huntelaar (72.)
Zuschauer: 60.511
Schalke 04: Unnerstall (46. Hildebrand) - Uchida, Papadopoulos, Metzelder, Fuchs - Matip, Höger - Farfán (80. Marica), Raúl, Draxler (68. Pukki) - Huntelaar
VfL Wolfsburg: Benaglio - Träsch, Russ, Felipe Lopes, Rodriguez - Madlung (55. Polter) - Orozco, Hasebe (29. Sio), Jiracek, Schäfer - Mandzukic (81. Salihamidzic)
Der VfL-Coach hatte nach dem 3:2 gegen Freiburg drei Änderungen vorgenommen, ließ neben dem zuletzt schwächelnden Josué auch Ashkan Dejagah und Giovanni Sio auf der Bank Platz nehmen. Dafür rückten Alexander Madlung, Makoto Hasebe und Yohandry Orozco ins Team. Der in Ungnade gefallene Patrick Helmes durfte sich zwar noch mit warmmachen, wurde dann aber auf die Tribüne geschickt. Magath wartete gegen die heimstarken Schalker mit einer interessanten Variante auf: Er stellte den gelernten Innenverteidiger Madlung als Abräumer vor die Viererabwehrkette, um die torgefährlichen Schalker Offensivkräfte im Zentrum nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Eine Taktik, die schon nach einer Viertelstunde über den Haufen geworfen wurde. Nach einem verheißungsvollen Auftakt - Marcel Schäfer tankte sich links durch und schoss knapp am langen Pfosten vorbei (5.) - gewannen die Gastgeber die Oberhand. Schalke kam schnell und präzise über die Außenpositionen, wo Christian Träsch und Ricardo Rodriguez ein ums andere Mal das Nachsehen hatten.
Das Führungstor erzielte Schalke allerdings nach einer Ecke von Jefferson Farfan (10.). Matip verlängerte per Kopf, Raúl entwischte seinem Bewacher Träsch und hatte keine Mühe, den Ball zu einem besonderen Tor über die Linie drücken: Es war der 400. Pflichtspieltreffer für den Spanier. Das zweite Schalker Tor fiel nach einem Angriff wie aus dem Lehrbuch. Kyriakos Papadopoulos schickte auf dem linken Flügel Christian Fuchs steil. Der Verteidiger bediente in der Mitte Huntelaar, der - freundlich eskortiert von Rodriguez - zu seinem 17. Saisontor vollendete (15.). Wenig später hätte der VfL mit einer Doppelchance auf 1:2 verkürzen können, doch der frei durchgelaufene Orozco scheitere an Torwart Lars Unnerstall, und Mario Mandzukic semmelte den Ball im Nachschuss aus elf Metern über die Latte (23.).
Eine der wenigen Großchancen für den VfL vergab Yohandry Orozco (l.).
Magath reagierte auf den Rückstand und wechselte in der 29. Minute Sio für Hasebe ein. Doch die Schalker waren dem 3:0 näher als der VfL dem Anschlusstreffer. Dass die Messe nicht schon zur Pause gelesen war, hatte der VfL seinem Torhüter zu verdanken. Benaglio lenkte einen Handelfmeter von Huntelaar, den Felipe Lopes verschuldet hatte, an die Latte (36.) und vereitelte nach einem Konter eine weitere Großchance des Niederländers mit einer starken Fußabwehr (45.). Im Schalker Tor gab es nach der Halbzeit einen Wechsel. Für Unnerstall, der sich nach einem Zweikampf mit Mandzukic eine Schultereckgelenksprengung zugezogen hatte (25.), spielte nun Timo Hildebrand und kam zu seinem Bundesliga-Debüt im Schalke-Trikot. Allzu viel Arbeit bekam er allerdings nicht. Zunächst erhöhte Matip nach einem Eckball mit der Hacke auf 3:0 (49.). Im sicheren Gefühl des Sieges zogen sich die Gelsenkirchener etwas zurück und verlegten sich aufs Kontern. Das reichte, um den harmlosen VfL in Schach zu halten und das Trefferkonto noch zu erhöhen. Nach einer schönen Kombination über die linke Seite bediente Fuchs mit einer Flanke Huntelaar. Rodriguez war im Kopfballduell erneut zweiter Sieger und erlaubte Huntelaar seinen zweiten Treffer (72.). Der eingewechselte Wolfsburger Joker Sebastian Polter mühte sich redlich, kam aber auch nur noch zu zwei "halben" Chancen (55., 83.).