Werder Bremen: Erfolg durch Kontinuität
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Dorge Kouemaha (r.) und Sokratis (l.) wollen beide den Ball.
Auch im neuen Jahr scheint Fußball-Bundesligist Werder Bremen an alte Gewohnheiten anzuknüpfen: Auswärts läuft bei den Norddeutschen nicht viel zusammen. Am Samstagabend kamen die Profis von Trainer Thomas Schaaf nicht über ein 0:0 beim Abstiegskandidaten 1. FC Kaiserslautern hinaus - und ihr Torhüter Tim Wiese hatte dabei deutlich mehr zu tun als Kevin Trapp zwischen den Pfosten der Pfälzer. "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, weil wir einfache Ballverluste hatten", ärgerte sich Schaaf über den Auftritt seiner Mannschaft. "Mit diesem Punkt müssen wir zufrieden sein, nachdem die Vorbereitung so schlecht gelaufen ist", sagte Wiese.
Kaiserslautern: Trapp - Dick, Simunek, Rodnei, Bugera - Tiffert (87. Kirch), De Wit - Sahan, Fortounis (63. Jörgensen) - Kouemaha, Swierczok
Bremen: Wiese - Fritz, Prödl (29. Silvestre), Sokratis, Schmitz - Bargfrede - Ignjovski, Trybull - Ekici - Rosenberg, Pizarro
Zuschauer: 40.381
Schaaf überraschte schon im Vorwege der Partie: Obwohl 18 Spieler gestattet sind, ließ er nur 16 Namen auf den Spielbericht eintragen. Der in Ungnade gefallene Millionen-Flop Wesley musste in Bremen bleiben, außerdem wurden die Talente Felix Kroos, Lennart Thy und Florian Trinks zur U23 beordert. "Die Spieler, die hinten dran stehen, hatten die Chance, sich zu zeigen. Das haben sie nicht getan", begründete Sportchef Klaus Allofs diese Maßnahmen mit Werders blamablen Testspiel-Auftritten in der Vorbereitung. Außerdem wirkte sich der bevorstehende Transfer von Innenverteidiger Andreas Wolf zum AS Monaco auf die Aufstellung aus. In der Abwehrmitte begannen Sokratis und Sebastian Prödl, Clemens Fritz rückte auf die rechte Seite. So kam es, dass das Bremer Mittelfeld im Durchschnitt gerade einmal 20 Jahre alt war: Dort liefen Philipp Bargfrede (22), Aleksandar Ignjovski (20), Tom Trybull (18) und Mehmet Ekici (21) auf.
Häufig im Fokus: Werder-Keeper Tim Wiese (M.).
Trotz der vielen Umstellungen war Werder nach kurzer Unsicherheit zu Beginn das kombinationssichere Team, Kaiserslautern beschränkte sich vor allem auf den Kampf. Die erste große Torchance hatten dann auch die Bremer, als Markus Rosenberg den Ball an den Pfosten köpfte (23.). Kurz darauf vergrößerten sich noch die Abwehrsorgen der Norddeutschen: Prödl musste mit einem Nasenbeinbruch ausgewechselt werden, nachdem Dorge Kouemaha ihm bei einem Befreiungsschlag ins Gesicht getreten hatte. Schiedsrichter Robert Hartmann verweigerte den Gästen allerdings den fälligen Elfmeterpfiff. Ohnehin machte der Referee eine unglückliche Figur, indem er zu viel laufen ließ und so seinen Teil dazu beitrug, das die Profis nicht gerade zimperlich miteinander umgingen. Rodnei gegen Claudio Pizarro (11.), Bargfrede gegen Olcay Sahan (31.), Christian Tiffert gegen Ekici (37.) und Sokratis gegen Jakub Swierczok (38.) - gleich viermal wurde ein Spieler im Stile der 1980er Jahre umgegrätscht und nur Sokratis sah dafür Gelb.
Kurz vor der Pause wurde es dann auch wieder in den Strafräumen interessant: Zunächst überstand Werder ein wildes Durcheinander vor dem eigenen Tor (42.). Dann lenkte Wiese den Ball nach einem Tiffert-Freistoß stark an den Pfosten (44.). Und kurz vor der Pause war Ignjovski nach guter Kombination plötzlich durch, scheiterte aber an Trapp (45.). Und auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie unterhaltsam. Lauterns Jan Simunek schob die Kugel knapp vorbei (51.), Trapp parierte gegen Rosenberg (52.), Swierczok zielte ebenfalls daneben (53.), ehe Gastgeber-Akteur Pierre De Witt den Ball an die Latte schlenzte (59.). Insgesamt waren nun die Pfälzer das überlegene Team. Ihre Angriffschwäche - bisher erst 13 Saisontreffer - aber konnten sie nicht kaschieren, auch wenn sie Flanke um Flanke in den Strafraum schlugen. In der Schlussphase ging es dann noch einmal hin und her, beide Teams hätten den Siegtreffer erzielen können. Die hochkarätigsten Chancen vergaben Pizarro (79.) und Swierczok (90.+1).