Werder Bremen: Erfolg durch Kontinuität
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Mann des Tages: Mönchengladbachs Marco Reus (l.) erzielte drei Treffer.
Jede Partie kann gedreht, jeder Rückstand ausgeglichen werden: Kein Club der Fußball-Bundesliga steht so sehr für furiose Aufholjagden wie Werder Bremen. Am 13. Spieltag aber bot sich den Fans der Norddeutschen eine ungewohnte Szene. Sie mussten sich damit abfinden, dass ein Spiel vorzeitig entschieden war - und zwar zu Gunsten von Gegner Borussia Mönchengladbach. Nach nur 53 Minuten lagen die "Fohlen" mit 5:0 in Führung, dabei blieb es bis zum Abpfiff. Damit sind die Bremer trotz ihrer beachtlichen Punkte-Ausbeute (23) weiterhin den Nachweis schuldig, über das Potenzial einer Spitzenmannschaft zu verfügen. Das 2:1 gegen 1899 Hoffenheim am 27. August ist ihr bisher einziger Sieg in dieser Saison gegen ein Team aus der oberen Tabellenhälfte. "Wir sind unseren Aufgaben auf dem Platz nicht nachgekommen und haben in den Zweikämpfen nicht gegengehalten", ärgerte sich Bremens Trainer Thomas Schaaf über den Auftritt seiner Mannschaft vor fast 53.500 Zuschauern im Borussia-Park.
Tore: 1:0 Herrmann (16.), 2:0/3:0/4:0 Reus (23., 38., 51.), 5:0 Arango (53.)
Zuschauer: 53.465
Gladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl (28. Brouwers), Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann (81. Bobadilla), Arango - Hanke, Reus (87. Wendt)
Bremen: Wiese - Sokratis, Prödl, Wolf, Ignjovski - Bargfrede - Fritz, Hunt (78. Stevanovic) - Ekici (46. Schmitz) - Arnautovic (61. Rosenberg), Pizarro
Gelb-Rote Karte: Sokratis wegen Foulspiels (76.)
Angekündigt als die beiden Überraschungsteams der Liga, wurden in dem Duell nur die Gastgeber den Erwartungen gerecht. Werder hatte zu Beginn zwei Freistoßchancen für Aaron Hunt (10.) und Mehmet Ekici (13.) - mehr nicht. Auf der anderen Seite spielten sich die zu Beginn vorsichtigen Gladbacher nach und nach in einen Rausch, stellten die ohne ihren erkrankten Abwehrchef Naldo angetretenen Bremer vor große Probleme. Die erste Chance ließ die Borussia noch aus, als Roman Neustädter das Ziel verfehlte (13.). Kurz darauf aber musste Gästekeeper Tim Wiese den Ball erstmals aus dem Netz holen, weil Patrick Herrmann aus kurzer Entfernung zum 1:0 für Mönchengladbach eingeköpft hatte (16.).
Bremens Marko Arnautovic (l.) bleibt an Gladbachs Tony Jantschke hängen.
Die bis dahin ebenbürtigen Norddeutschen waren nach dem Rückstand völlig von der Rolle und kassierten noch vor der Pause zwei weitere Treffer durch den überragenden Marco Reus (23., 38.). Wieder einmal wurde in dieser Partie deutlich, dass Bremens System mit nur einem defensiven Mittelfeldspieler und zwei Stürmern gegen kompakte, konterstarke Mannschaften große Lücken offenbart. Nach dem Seitenwechsel machten dann Reus (51.) und Juan Arango (53.) mit weiteren Toren den Sack zu, ehe die Gastgeber zwei Gänge zurückschalteten. Die Bremer schienen mittlerweile den Abpfiff herbeizusehnen und drosselten ebenfalls das Tempo - außer Rechtsverteidiger Sokratis, der für ein Foul an Herrmann die Gelb-Rote Karte (76.) sah und damit den negativen Schlusspunkt aus Sicht der Gäste setzte.