FC St. Pauli: Braun-weiße Sympathieträger
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Seit 1993 beim FC St. Pauli: Holger Stanislawski.
Das Trainerkarussell dreht sich in dieser Bundesliga-Saison dermaßen schnell, dass einem schwindelig werden kann. Felix Magath (von Schalke nach Wolfsburg), Ralf Rangnick (neu auf Schalke) oder zuletzt Christoph Daum (heuerte bei Eintracht Frankfurt an) sind dabei die immer wiederkehrenden, offenbar austauschbaren Figuren. Der Sog des auch von den Medien immer schneller gedrehten Karussells erfasst dabei auch Trainer, die eigentlich fest mit ihrem Verein verbunden zu sein scheinen. So fiel in der jüngeren Vergangenheit bei fast jeder offenen Fußballlehrer-Stelle in der deutschen Elite-Klasse auch der Name von Holger Stanislawski. Der Coach des FC St. Pauli ist begehrt, aber auch bodenständig. Die aktuellen "Trainer-wechsel-dich-Spielchen" beobachtet er eher mit Befremden: "Das Trainerkarussell in der Bundesliga ist skurril wie die gesamte Saison."
Ein Abschied aus Hamburg, wo "Stani" seit 1993 für den FC St. Pauli zunächst als Spieler und später als Trainer arbeitet, scheint auf den ersten Blick unvorstellbar. Doch mittlerweile verdichten sich die Anzeichen, dass der Coach im Sommer den Club verlässt. Nach "kicker"-Informationen haben zuletzt der VfL Wolfsburg und sogar Lokalrivale HSV Stanislawski ein Angebot unterbreitet. Diese lehnte der Coach zwar ab. Eine klare Aussage, dass er seinen bis 2012 laufenden Vertrag erfüllen wird, kommt Stanislawski jedoch nicht über die Lippen. "Ich gebe hier alles bis zum Sommer, dann werden wir sehen", so Stanislawski in der "Bild". 1899 Hoffenheim wird in vielen Medien als möglicher neuer Club des St.-Pauli-Trainers gehandelt.
Stanislawskis Vertrag läuft bis 2012, allerdings könnte der den Verein für eine festgeschriebene Summe von 250.000 Euro vorzeitig verlassen. Eine vergleichsweise geringer Betrag für einen Trainertyp, der immer gefragter ist. St. Paulis Sportchef Helmut Schulte äußerte sich zur Debatte um seinen Trainer deutlich. "Er hat einen Vertrag bis 2012, und den wird er auch erfüllen", sagte Schulte dem "Hamburger Abendblatt". "Das ist eine ganz einfache Geschichte." Der Club hätte den Vertrag gern verlängert und die Ausstiegsklausel gestrichen, konnte Stanislawski aber nicht von einer Änderung des Kontraktes überzeugen.
"Das Trainerkarussell in der Bundesliga ist skurril wie die gesamte Saison", sagt Stanislawski.
Stanislawski hat seinen Platz in der Konzept-Trainer-Generation gefunden. Er ist authentisch, zielstrebig und ein Fußball-Fachmann. Es kommt nicht von ungefähr, dass der ehemals kompromisslose Verteidiger nun als Coach Klient der Beratungsfirma "Projekt B" ist, die auch Jürgen Klopp, Oliver Bierhoff oder Michael Oenning betreut. "'Stani' ist auf dem Weg nach oben. Ich bin überzeugt, er könnte von Platz eins bis 18 jeden Verein trainieren", rührte Agentur-Geschäftsführer Marc Kosicke unlängst die Werbetrommel für seinen Klienten in der "Hamburger Morgenpost". Doch Werbung in eigener Sache hat Stanislawski längst nicht mehr nötig.