Sportchef Frank Arnesen (l.) und Trainer Thorsten Fink wollen nach der verkorksten vergangenen Saison des Hamburger SV eine Mannschaft aufbauen, die perspektivisch wieder oben angreifen kann. Dabei sind Ideen gefragt, denn viel Geld steht nicht zur Verfügung.
Die neue Nummer eins: René Adler. Der frühere Nationaltorwart ist zum Nulltarif von Bayer Leverkusen verpflichtet worden und hat Jaroslav Drobny als Stammkeeper abgelöst.
Drobny soll den HSV trotz Vertrags bis 2013 verlassen. Die Hamburger möchten den Tschechen von der Gehaltsliste haben. Der Routinier ist mit geschätzen 1,7 Millionen Euro pro Jahr ein Spitzenverdiener beim klammen Bundesligisten.
Als Ersatzkeeper für Adler plant der HSV mit Sven Neuhaus sowie Tom Mickel. Sollte Drobny wider Erwarten nicht wechseln, hätten die Hamburger vier Torhüter im Lizenzspielerkader und damit auch auf der Gehaltsliste. Ein Luxus für einen Club, der den Gürtel eigentlich enger schnallen muss.
Neuer Abwehrchef beim HSV soll der Österreicher Paul Scharner werden. Der langjährige England-Legionär hat an der Elbe für zwei Jahre unterschrieben.
Jeffrey Bruma bleibt eine weitere Saison bei den Hanseaten. Der FC Chelsea hat die Option, den Niederländer nach London zurückzuholen, nicht gezogen - sehr zur Freude des HSV.
Mit Dennis Diekmeier planen Arnesen und Fink fest für die Rechtsverteidiger-Position. Einen adäquaten Ersatz für den früheren Nürnberger hat der HSV nicht in seinen Reihen. Ist Diekmeier verletzt, muss wohl Innenverteidiger Bruma - wie in der vergangenen Serie - rechts in der Abwehrkette aushelfen.
Michael Mancienne galt bereits als Fehleinkauf, dann überzeugte der Engländer im Bundesliga-Schlussspurt der vergangenen Serie und hat nun einen Bonus bei Fink. Der HSV plant mit ihm in der Innenverteidigung.
Dennis Aogo (l.) und Heiko Westermann (r.) sind beim HSV unumstritten und sollen die junge Mannschaft an die Hand nehmen. Während Aogo links in der Viererkette unverzichtbar ist, spielt Fink mit dem Gedanken, Innenverteidiger Westermann auf die "Sechs" vorzuziehen.
Richtig überzeugend waren die Leistungen von Slobodan Rajkovic in der vergangenen Serie nicht. Deshalb steht der "Serben-Rambo", wie ihn ein Boulevard-Blatt taufte, beim HSV auf der Kippe. Der 23-jährige gelernte Innenverteidiger muss sich nach der Prügelei mit Heung Min Son einen neuen Verein suchen.
Muhamed Besic hat beim HSV trotz Vertrags bis 2013 keine Zukunft mehr. Trainer Fink strich den Bosnier in der Schlussphase der vergangenen Serie aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader. Besic kann den Club für eine kleine Ablöse verlassen.
Der Kontrakt von Innenverteidiger Miroslav Stepanek (M.) ist ausgelaufen und nicht verlängert worden. Linksverteidiger Lennard Sowah (r.) soll ebenfalls verkauft werden. Den beiden Nachwuchsleuten wird der Durchbruch nicht mehr zugetraut. Angreifer Romeo Castelen (l.) ist bereits verabschiedet worden.
Im Mittelfeld besteht beim HSV der größte Handlungsbedarf. Ein klassischer Spielmacher steht nicht im Kader. Dafür jede Menge "Sechser". Einer davon ist Robert Tesche. Den früheren Bielefelder möchten die Hamburger abgeben.
Ebenfalls ganz oben auf der Streichliste steht Per Skjelbred. Der Norweger hat seine Bundesliga-Tauglichkeit nicht unter Beweis stellen können. Das Problem: Dem 24-Jährigen gefällt es in Hamburg, er möchte den HSV nicht verlassen.
Beim Serben Gojko Kacar war der HSV auch verhandlungsbereit. Weil sich der Mittelfeldakteur dann aber beim Spiel in Nürnberg den Knöchel brach, wird er in Hamburg bleiben.
Unumstritten hingegen ist Tomas Rincon. Der "Wadenbeißer" zeigte in der vergangenen Saison, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Gesucht wird ein kongenialer Partner für ihn im zentralen Mittelfeld. Einer, der anders als der 24-Jährige, auch über große strategische und spielerische Fähigkeiten verfügt.
Der Traum vieler HSV-Fans ist in Erfüllung gegangen: Rafael van der Vaart ist an die Elbe zurückgekehrt und soll dem HSV zu alter Stärke verhelfen. Der Niederländer ist der neue Chef im Mittelfeld.
Nach zähen Verhandlungen mit Dinamo Zagreb hat der HSV Milan Badelj bekommen. Der Kroate soll van der Vaart im defensiven Mittelfeld den Rücken freihalten.
Gemeinsam mit Badelj soll Petr Jiracek den Part im defensiven Mittelfeld einnehmen. Der tschechische Nationalspieler ist vom VfL Wolfsburg an die Elbe gewechselt. "Er ist eher der Kämpfer", sagt Arnesen über den 26-Jährigen.
Perspektivisch wird von Matti Steinmann erwartet, den Sprung in die Bundesliga zu schaffen. Fink will den Nachwuchsmann in der neuen Serie nach oben ziehen und langsam ans Profiteam heranführen.
Zur Saison 2013/2014 wechselt Hakan Calhanoglu zum HSV. Der Mittelfeldakteur des Karlsruher SC gilt als eines der größten Spielmacher-Talente in Deutschland.
Ivo Ilicevic steht bei den Hamburgern trotz einer wechselhaften ersten Saison nicht zur Disposition. Der Kroate kann auf beiden Flügeln sowie im Sturm spielen. Vielseitigkeit, die Trainer Fink schätzt.
Im Fall von Marcell Jansen hat Arnesen Fakten geschaffen. Der frühere Nationalspieler hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und soll in Zukunft eine noch gewichtigere Rolle bei den Hanseaten einnehmen.
Für Jacopo Sala wird es hingegen eng beim HSV. Der Italiener hat zwar in der abgelaufenen Saison keineswegs enttäuscht. Doch die Konkurrenz auf dem rechten Flügel ist groß, sodass eine Ausleihe in Erwägung gezogen wird.
Zhi Gin Lam soll derweil in jedem Fall bleiben. Den 20 Jahre alten Offensivmann möchte Fink zum linken Verteidiger umschulen. "Das haben wir letzte Saison bereits probiert. Das hat mir gut gefallen", erklärte der Coach der "Bild".
Maximilian Beister spielt in Finks Planungen hingegen eine gewichtige Rolle. Nachdem der Flügelflitzer in Düsseldorf für Furore gesorgt hat, soll er nun das Offensivspiel des HSV beleben.
In vorderster Front gesetzt sein dürfte Artjoms Rudnevs. Der Lette wurde für 3,5 Millionen Euro von Lech Posen aus Polen geholt und soll die Sturmflaute des HSV beenden.
Der bislang so enttäuschende Schwede Marcus Berg darf beim HSV bleiben, nachdem Paolo Guerrero nach Brasilien verkauft wurde. Ob der Angreifer an der Elbe allerdings noch den Durchbruch schafft, darf zumindest angezweifelt werden.
Bei Heung Min Son ist der HSV derweil offenbar nicht verhandlungsbereit. Für den jungen Angreifer aus Südkorea soll es Anfrangen aus England gegeben haben. Arnesen erklärte umgehend, mit dem Talent weiter zu planen.
Tolgay Arslan hatte kurzfristig bei den Hanseaten auf der Kippe gestanden. Dann verlängerte der Youngster sein Arbeitspapier bis 2015. Arslans großes Plus ist seine Vielseitigkeit. Der frühere Dortmunder kann sowohl im Mittelfeld als auch im Sturm spielen.
Geduld ist hier gefragt!
Schnellschüsse hatte der HSV in der Vergangenheit genug! Laßt FA und TF in Ruhe machen,dann wird es eine gute Rückrunde geben! Nur der HSV [mehr]
Scharner-Transfer weiter in Schwebe
Wäre ja mal schön, wenn bei HSV mal was schnell gehen würde [mehr]