Zwei Urgesteine im Gespräch: Vor dem 98. Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen begrüßt HSV-Ikone Uwe Seeler (l.) Werder-Trainer Thomas Schaaf herzlich im Hamburger Volkspark.
Das Duell zweier Mittelfeld-Mannschaften beginnt mit hohem Tempo: Sowohl der HSV mit Heung Min Son (l.) als auch die Gäste um Aleksandar Ignjovski spielen mit offenem Visier nach vorn.
Nach neun Minuten fällt bereits der erste Treffer: Assani Lukimya (l.) steigt im Strafraum hoch und verlängert eine Flanke sehenswert mit dem Hinterkopf in Richtung HSV-Tor, ...
... wo HSV-Keeper René Adler (vorne) sich vergeblich streckt - 1:0 für die Gäste aus Bremen.
Im Stile von Uwe Seeler mit dem Hinterkopf erzielt der Deutsch-Kongolese seinen ersten Bundesligatreffer und feiert mit Teamkollege Zlatko Junuzovic vor den Augen der konsternierten HSV-Fans.
Die Gastgeber zeigen sich keineswegs geschockt von dem frühen Rückstand. Besonders über die linke Seite setzen Marcell Jansen (r.) und Co. die Werder-Defensive unter Druck ...
... und werden nach 22 Minuten belohnt. Son (nicht im Bild) schießt den Ball nach einem schönen Dribbling aus spitzem Winkel ins rechte Toreck ...
... und jubelt im Anschluss ausgelassen über seinen siebten Saisontreffer.
Die Zuschauer sehen im ersten Durchgang ein packendes Nordderby mit vielen Torszenen auf beiden Seiten und harten Zweikämpfen. Das 1:1 zur Pause ist verdient.
Die ohnehin sehenswerte Partie wird im zweiten Durchgang spektakulär: Dennis Aogo (l.) nutzt 20 Sekunden nach Wiederanpfiff zunächst eine Unachtsamkeit in der Werder-Defensive zum 2:1 aus kurzer Distanz ...
... und legt kurze Zeit später mustergültig für Artjoms Rudnevs (M.) auf, der aus abseitsverdächtiger Position nur noch den Fuß hinhalten muss - 3:1 für die "Rothosen".
Die Torschützen unter sich: Son (v.l.), Aogo und Rudnevs bringen die Hamburger durch ihre Treffer auf die Siegerstraße, doch Werders Antwort lässt nicht lange auf sich warten.
HSV-Keeper Adler sorgt mit einem seiner seltenen Fehler dafür, dass die Gäste durch Sokratis Papastathopoulos den 2:3-Anschlusstreffer erzielen.
Das Spiel bleibt auch nach der turbulenten Anfangsphase im zweiten Durchgang intensiv und spannend. Werder wirft in der Endphase alles nach vorne und offenbart dem HSV viel Raum für Konter.
Doch weder Rudnevs und die Hamburger Offensive noch die nach Platzverweisen für Clemens Fritz und Marko Arnautovic in den letzten Minuten dezimierten Bremer finden noch einmal die Lücke in der gegnerischen Abwehr.
Die Schaaf-Elf unterliegt auch im zweiten Pflichtspiel des Jahres und verliert in der Tabelle langsam an Boden.
Der Hamburger SV hingegen feiert einen gelungenen Start in die Rückrunde: Die Hansestädter holen vier Punkte aus zwei Spielen und halten den Kontakt zu den internationalen Plätzen.