Trainer Thorsten Fink (l.) will dem Kader des Hamburger SV zur kommenden Saison ein neues Gesicht geben. "Wir brauchen Spieler, die Gras fressen für den Verein", sagte Fink. Der Coach will "einen Schnitt machen". Künftig soll der Kader aus 22 Feldspielern und drei Torhütern bestehen.
Neuer Manager beim HSV ist Oliver Kreuzer. Der Ex-Profi wechselte vom Karlsruher SC nach Hamburg und wird im Sommer viel zu tun haben.
Definitiv keine Baustelle hat der HSV auf der Torwart-Position. In René Adler, der noch einen Kontrakt bis 2017 besitzt, steht beim HSV ein Ausnahmekeeper zwischen den Pfosten. Allerdings: Clubs aus Spanien und England sollen Interesse an dem gebürtigen Leipziger haben.
Adlers erster Vertreter wird weiterhin Jaroslav Drobny (r.) heißen. Trotz Sparzwangs verlängerte der Club mit dem Tschechen, der für sein Engagement bis 2015
jährlich rund 900.000 Euro bekommen soll. Sven Neuhaus, Nummer drei der Hamburger, hat noch einen Vertrag bis 2014.
Auf den Außenpositionen in der Abwehrkette ist der HSV zumindest ordentlich besetzt. Dennis Diekmeier (l.) dürfte auf rechts ebenso gesetzt bleiben wie Marcell Jansen auf links. Diekmeiers Vertrag läuft jedoch 2014 aus, bislang hat er ein Angebot zur Verlängerung noch nicht angenommen.
In der Innenverteidigung haben die Hamburger ein Qualitätsproblem. Ex-Kapitän Heiko Westermann zeigt zwar einigermaßen konstante Leistungen. Doch nach einem idealen Partner für den früheren Schalker wird noch immer gesucht. Michael Mancienne (r.) erwies sich noch als beste Lösung, überzeugte aber nicht dauerhaft.
Während Westermann den Hanseaten die Treue halten wird und Manciennes Zukunft unklar ist, kehrt in Jeffrey Bruma (l., zum FC Chelsea zurück) ein weiterer Innenverteidiger dem HSV den Rücken. Auch über einen Abgang von Slobodan Rajkovic wären die Hanseaten nicht unglücklich. Der Serbe hat allerdings noch einen Vertrag bis 2015.
Paul Scharner kehrt im Sommer an die Elbe zurück. Der an Wigan Athletic ausgeliehene Österreicher hat angekündigt, nach dem Abstieg aus der Premier League seine zweite Chance nutzen zu wollen. Fink allerdings plant nicht mit dem Routinier. Der HSV ist bestrebt, Scharner zu verkaufen.
Zumal in Jonathan Tah eines der größten deutschen Verteidiger-Talente im Sommer in den Bundesliga-Kader aufrücken wird. Der 17-Jährige trainiert bereits jetzt in unregelmäßigen Abständen mit den Profis.
Auch der polnische Nationalspieler Marcin Kaminski von Lech Posen steht auf dem Zettel des HSV. "Marcin ist ein sehr interessanter Spieler. Er ist schnell, hat eine sehr gute Spieleröffnung und viel Potenzial", so Kreuzer.
Bereits seit geraumer Zeit beim HSV im Gespräch ist Aleksandar Dragovic. Den Österreicher kennt Fink noch aus gemeinsamen Tagen beim FC Basel. Allerdings steht der 22-Jährige bei den Schweizern noch bis 2015 unter Vertrag.
Milan Badelj konnte die in ihn gesetzten Hoffnungen in seiner ersten Bundesliga-Saison nur bedingt erfüllen. Der Kroate steht zwar offiziell nicht zum Verkauf. Es scheint aber nicht ausgeschlossen, dass die HSV-Führung bei einer lukrativen Offerte über die Personalie Badelj nachdenkt.
Der bis zum Sommer an Fortuna Düsseldorf ausgeliehene Robert Tesche (l.) sowie Gojko Kacar spielen in den Planungen von Fink keine Rolle mehr. Für die beiden Defensiv-Allrounder werden Kaufinteressenten gesucht. Kreuzer kündigte an, dass das Duo wie Marcus Berg nicht mehr mit dem Team, sondern einzeln trainieren wird.
Ebenfalls auf der Streichliste des HSV: Ivo Ilicevic (l.) und Jacopo Sala. Offensivmann Ilicevic hatte viel mit Verletzungen zu tun und fand nie zu seiner Form aus Tagen beim 1. FC Kaiserslautern. Für Sala scheint die Bundesliga schlichtweg eine Nummer zu groß zu sein. Er dürfte den Verein verlassen trotz eines Vertrags bis 2014.
Ein Duo, auf das Fink weiter baut: Petr Jiracek (r.) und Per Skjelbred. Die lauf- und kampfstarken Mittelfeldakteure stehen nicht zur Disposition. Gerade vom lange verletzten Jiracek erhofft sich Hamburgs Trainer in der neuen Saison viel.
Auch bei Tolgay Arslan (l.) und Dennis Aogo stehen die Zeichen auf Verbleib beim Bundesligisten. Allerdings könnte der HSV schwach werden, wenn Angebote für das Duo eintreffen. Sowohl Arslan als auch Aogo sind bei Fink nicht immer erste Wahl.
Gleiches trifft auch auf Zhi Gin Lam, Tomas Rincon und Christian Noergaard (v.l.) zu, wobei Letzterer als großer Hoffnungsträger für die Zukunft gilt. Lam ist als Rechtsverteidiger die einzige Alternative zu Diekmeier. Er bleibt wohl. Bei Rincon dürfte der HSV verhandlungsbereit sein. Auf der "Sechs" herrscht schließlich ein Überangebot an Spielern.
Neue Liebe, neues Amt: Rafael van der Vaart ist nicht nur frisch verliebt, sondern nun auch Kapitän des HSV. Um den Regisseur herum soll eine schlagkräftige Mannschaft aufgebaut werden.
Bereits im vergangenen Sommer vom Karlsruher SC verpflichtet, sofort wieder an den Drittligisten ausgeliehen und nun ab der neuen Saison in Hamburg: Hakan Calhanoglu. Fraglich allerdings, ob das große Spielmacher-Talent van der Vaart verdrängen kann oder von Fink auf einer anderen Position eingesetzt wird.
In Kerem Demirbay von Borussia Dortmund II kommt noch ein weiterer zentraler Mittelfeldspieler zur neuen Serie in den Volkspark. Setzt Fink konsequent auf die Jugend, könnte der 20 Jahre alte Türke eine Chance bekommen und zumindest eine gute Alternative auf der "Sechserposition" werden.
Als Ersatz für Heung Min Son ist Roque Sante Cruz im Gespräch. "Santa Cruz passt voll in unser Anforderungsprofil, dazu ist er ablösefrei", sagte Sportchef Oliver Kreuzer der "Bild". Zuletzt spielte der Angreifer beim FC Malaga.
Mehr erwartet hatte sich Fink auch von Maximilian Beister (l.). Der Blondschopf konnte nur selten überzeugen und war zumeist Bankdrücker. Offiziell heißt es, der HSV setzt weiter auf den Flügelstürmer. Doch ausgeschlossen scheint ein Abgang des 22-Jährigen nicht.
Während Artjoms Rudnevs in seiner ersten Bundesliga-Saison mit zwölf Ligatreffern durchaus Akzente setzte und Qualitäten zeigen konnte, wartet Millionen-Flop Marcus Berg (r.) weiter auf den Durchbruch. Der Schwede soll verkauft werden. Angeblich hat Panathinaikos Athen großes Interesse.