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Uwe Seeler nach seinem Abschiedsspiel im Volksparkstadion 1972 © dpa
 

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Zoff um Wechsel von Seeler-Enkel Öztunali

Levin Öztunali (l.) von den Junioren des Hamburger SV © Hanno Bode Fotograf: Hanno Bode Detailansicht des Bildes Levin Öztunali (l.) wird bald nicht mehr im HSV-Trikot auflaufen. Zwischen Uwe Seeler und den Verantwortlichen des Hamburger SV ist ein Streit um den Wechsel von Nachwuchstalent Levin Öztunali entbrannt. Der 16 Jahre alte Enkel der HSV-Ikone wechselt im kommenden Sommer zu Bayer Leverkusen. Am Sonntag konterte Sportchef Frank Arnesen im Gespräch mit dem NDR Sportclub harsche Kritik von Seeler, den vor allem die Begleitumstände des Transfers in Rage gebracht haben. "Ich glaube, wir haben alles getan. Fünf sehr gute Talente gehen den Weg mit uns, einer will das nicht, dann ist das eben so. Einmal verlierst du, einmal gewinnst du", meinte der Däne lapidar.

Seeler: "Hat nichts mit Geld zu tun"

Seeler hatte zuvor vor allem Arnesen angegriffen, weil der vor der Öztunali-Entscheidung gesagt hatte: "Es liegt an Levin, ob er sich für die Ausbildung und Familie oder fürs Geld entscheidet." Dazu Seeler: "Der Sportchef sollte sich gut überlegen, was er so von sich gibt." Es sei armselig, was mit seinem Enkel passiert sei, meinte der ehemalige Stürmerstar: "Die ganze Sache hat nichts mit Geld zu tun. Ich kenne die Hintergründe. Beim HSV reagiert man oft viel zu spät. Ich stehe voll und ganz hinter Levins Entscheidung. Sie ist reiflich überlegt", so der 76-Jährige in der "Bild am Sonntag".

Angebliche Suspendierung sorgt für Zündstoff

HSV-Idol Uwe Seeler © picture-alliance Detailansicht des Bildes HSV-Idol Uwe Seeler ist sauer. Besonderes Missfallen erregte bei der Seeler-Familie eine angebliche Suspendierung des Mittelfeldtalents. Nach Angaben des Vaters und Beraters Mete Öztunali soll der Youngster vom HSV bis zum Sommer vom Spielbetrieb ausgeschlossen und von der U19-Bundesligamannschaft in die U17 degradiert worden sein. Arnesen will zumindest von einer offiziellen Herabstufung nichts wissen: "Das ist Unsinn. Er ist ein Spieler von uns und wir respektieren seinen Vertrag. Er trainiert weiter mit der U17. Aber es ist doch ganz klar, dass die Spieler, die hier sein wollen, Vorrang kriegen und wir ihnen die Chance geben", sagte er und unterstrich: "Ich finde das ganz logisch. Wir sind hier, um Spieler auszubilden - für den HSV." Herbe Kritik erntete der Bundesligist aber auch von HSV-Altstar Manfred Kaltz: "Sie haben sich um ihn bemüht, wie ich gelesen habe. Aber wie immer reicht es nicht beim HSV, warum auch immer. Es ist schade, dass so etwas passiert. Man hat gesagt, man setzt auf die Jugend, und dann so etwas. Das ist unverständlich."

Öztunali: "Tolle Herausforderung bei einem Topclub"

Am Freitag war der Wechsel des Seeler-Enkels zum Werksclub bekannt geworden. "Bei Bayer haben schon viele junge deutsche Spieler ihre Karriere gestartet. Ich habe ein sehr gutes Gefühl bei meiner Entscheidung und freue mich auf eine tolle Herausforderung bei einem Topclub", sagte der Junioren-Nationalspieler, der seit langem auf dem Wunschzettel englischer Spitzenclubs gestanden hatte. Auch Bayern München hatte großes Interesse an der Verpflichtung des defensiven Mittelfeldspielers bekundet. Mit ihm geht auch Vater Öztunali als Scout an den Rhein. Diese Tätigkeit hat er zuvor beim HSV ausgeübt. Angeblich haben die Hamburger der Nachwuchshoffnung für drei Jahre 800.000 Euro angeboten, bei Bayer soll er 1,7 Millionen für fünf Jahre verdienen. "Man hat immer etwas falsch gemacht, wenn man so ein Talent abgibt", kommentierte HSV-Trainer Thorsten Fink.

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Levin Öztunali (r.) von den Junioren des Hamburger SV © Hanno Bode Fotograf: Hanno Bode
 
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Levin Öztunali gilt als großes Fußball-Talent. Der Weg zum Profi ist aber auch für den Enkel von Uwe Seeler ein steiniger. Impressionen von einem Auftritt im November 2011.

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Abwehrtalent Tah verlängert Vertrag

Der Öztunali-Abschied ist jedoch keinesfall der Beginn einer Abwanderungswelle beim HSV. So konnte Arnesen jüngst verkünden, in Jonathan Tah ein Nachwuchstalent an der Elbe gehalten zu haben. Der 16 Jahre alte Abwehrspieler verlängerte seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bis zum 30. Juni 2016. Tah ist Kapitän der deutschen U17-Nationalmannschaft und gilt als eines der größten Abwehrtalente in Deutschland. Auch um ihn bemühten sich mehrere Clubs aus dem In- und Ausland. Vom Sommer an soll Tah nun mit dem HSV-Bundesligateam trainieren.

Aus Dortmund kommt Mittelfeldspieler Demirbay

Zudem haben die Hamburger bereits zwei junge Spieler mit Perspektive für die kommende Saison verpflichtet: Von Meister Borussia Dortmund kommt Mittelfeldspieler Kerem Demirbay. "Er ist ein großes Talent und wird uns sicher weiterbringen", sagte Arnesen über den 19-Jährigen, der bislang 18 Spiele (zwei Tore) für den BVB-Nachwuchs in der Dritten Liga absolvierte. Und dann ist da ja auch noch Hakan Calhanoglu vom Karlsruher SC, der sich ebenfalls bereits für den HSV entschieden hat. Der 18-Jährige spielt eine überragenden Saison in der Dritten Liga und kommt im Sommer nach Hamburg.

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Uwe Seeler © dpa Fotograf: Malte Christians
 

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Impressionen aus sieben Jahrzehnten.

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