HSV-Jubiläum: Der Bundesliga-Dino ist 125
Fakten, Hintergründe und Bildergalerien zum Jubiläum des Hamburger SV mehr
Bedient: Der Ex-Düsseldorfer Maximilian Beister.
Nach einer äußerst dürftigen Vorstellung hat der Hamburger SV am Freitag nicht nur sein Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf mit 0:2 (0:1) verloren, sondern muss in den kommenden Spielen auch auf Rafael van der Vaart verzichten, der mit Verdacht auf Muskelfaserriss bereits in der ersten Hälfte vom Platz ging. "Es fühlt sich an wie ein Faserriss. Es ist keine Verletzung, mit der man in einer Woche wieder spielen kann", sagte der 29-Jährige. Zudem droht den Hanseaten Ungemach durch den DFB. Denn als es losgehen sollte, ging erstmal gar nichts. Schiedsrichter Peter Gagelmann pfiff nicht an, weil vor dem HSV-Fanblock ein Transparent Feuer gefangen hatte, nachdem Hamburger Anhänger mehrere Bengalos gezündet hatten. Erst als ein Feuerwehrmann die Flammen gelöscht hatte, konnte es mit fünfminütiger Verspätung losgehen. Auf die Hamburger dürfte eine Strafe zukommen.
HSV-Spielgestalter Rafael van der Vaart (vorne) geht verletzt zu Boden.
Spielerische Armut - auf beiden Seiten. Das war es, was die Zuschauer in der ersten Hälfte geboten bekamen. Torchancen, die diese Bezeichnung auch verdienten, gab es lange nicht. Einziger Aufreger war eine Aktion des Düsseldorfer Keepers Fabian Giefer (21.), der von van der Vaart in der Luft angegangen wurde und sich am Boden angekommen mit einem Tritt gegen den Oberschenkel des Niederländers revanchierte. Glück für den Fortuna-Schlussmann, dass Schiedsrichter Gagelmann die Szene offenbar nicht gesehen hatte. Bitter für den HSV: Kurze Zeit später griff sich van der Vaart mit schmerzverzerrtem Gesicht eben an jene Stelle, brach seinen gerade angesetzten Sprint ab und musste ausgewechselt werden (32.). Tomas Rincon kam, der Hamburger Spielgestalter ging und ohne ihn sank das Niveau der Begegnung noch tiefer.
Wenigstens über eine Standardsituation versprühte der HSV ein wenig Torgefahr: Dennis Aogos Freistoß fand Marcus Berg. Giefer wehrte genau vor die Füße von Michael Mancienne ab, der den Ball über die Torlinie drückte, doch der Hamburger Innenverteidiger stand zuvor im Abseits. Der Ex-Düsseldorfer Maximilian Beister (44.) scheiterte mit einem Versuch aus der Distanz nur knapp und bescherte den Gästen zumindest eine "Mini-Chance". Die Düsseldorfer zeigten sich in der Nachspielzeit dann überraschend abgeklärt. Mit der ersten Möglichkeit traf Robbie Kruse (45.+2) zum 1:0. Heung Min Son hatte zuvor einen "Katastrophen-Rückpass" in die Füße des Gegners gespielt und Mancienne den Schuss des Australiers unhaltbar für René Adler abgefälscht.
Tore: 1:0 Kruse (45.+2), 2:0 Reisinger (64.)
Zuschauer: 54.000 (ausverkauft)
Düsseldorf: Giefer - Levels, Langeneke (41. Balogun), Juanan, van den Bergh - Bodzek, Lambertz - Garbuschewski (58. Reisinger), Bellinghausen - Kruse (85. Ilsö), Rafael
Hamburg: Adler - Diekmeier, Mancienne, Westermann, Aogo - Badelj (74. Rudnevs), Arslan (85. Tesche) - Son, Beister - Berg, van der Vaart (32. Rincon)
Nach dem Seitenwechsel bescherte Tolgay Arslan dem HSV mit einem feinen Anspiel in die Tiefe auf Berg eine gute Tormöglichkeit. Doch der Zehn-Millionen-Mann schlenzte das Leder mit dem rechten Außenrist ans Außennetz, anstatt aus der Drehung mit links voll abzuziehen (50.). Die Hamburger standen sich an diesem Freitag irgendwie selbst im Weg. So auch in der der 55. Minute, als Heiko Westermann per Freistoß traf, Berg zuvor allerdings seinen Gegenspieler weggestoßen hatte und Gagelmann auf Foulspiel entschied und den Treffer nicht anerkannte. Als vorne so etwas wie Hoffnung aufkeimte, leistete sich die HSV-Defensive einen unfassbaren Blackout. Fünf Hamburger hinderten Stefan Reisinger in der 64. Minute nicht an einem sehenswerten Solo. Der Düsseldorfer ließ Westermann und vor allem Mancienne wie Anfänger aussehen und traf zum 2:0 für die Fortuna. Das reichte an diesem Tag für einen Heimsieg gegen einen in seinen Möglichkeiten limitierten HSV. "Wir haben viel zu pomadig gespielt", resümierte Hamburgs Coach Thorsten Fink.
Zufriedenheit
Es freut mich sehr, daß es dem Hamburger SV mit der Verpflichtung von Rafael van der Vaart gelungen ist, eine mittelmäßige Mannschaft auf die Beine zu stellen, die das Zeug hat, den Klassenerhalt zu... [mehr]
HSV und das Feuer
Es gab Bengalo-Randale im größeren Umfang im HSV-Block. Wenn erst die Feuerwehr zum Löschen komen muß... Wird aber alles sehr verniedlicht. War halt kein Ostklub, sonst wär das Geschrei schon... [mehr]
NDR nur für HH
Ich dachte immer, dass der NDR für Norddeutscher Rundfunk steht und nicht für Hamburger Rundfunk!! Es ärgert mich als "Norddeutscher" schon sehr, das auf der Sportstartseite fast ausschließlich der... [mehr]