Alles zum Hamburger SV
Uwe Seeler nach seinem Abschiedsspiel im Volksparkstadion 1972 © dpa
 

HSV: Der letzte Bundesliga-Dino

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Fussball-Tippspiel
Fussball im Tornetz mit Mauspfeil (Montage) © fotolia.com Fotograf: creativedoxfoto
 

NDR Tippspiel

Der NDR hat auch in der Saison 2012/13 wieder den Fußball-Experten im Norden gesucht. mehr

 

Dank Keegan: HSV erstmals Bundesliga-Meister

Kevin Keegan © Sven Simon Detailansicht des Bildes Kevin Keegan war 1979 der entscheidende Mann auf dem Weg zur Meisterschaft. Das exemplarische Highlight der ersten HSV-Meistersaison in der Bundesliga spielt sich am 16. Dezember 1978 im Münchner Olympiastadion ab: Um 15.49 Uhr balanciert Kevin Keegan im Vollsprint die Torauslinie entlang. Den Ball am Fuß, den Gegenspieler Jupp Kapellmann ignorierend - als hätte sich in einer Wand eine Zehntelsekunde lang eine Tür geöffnet, nur für ihn. Das unmögliche Dribbling schließt er mit einem banalen Querpass ab. Die Aktion führt zum einzigen Tor des Tages durch Caspar Memering. Franz Beckenbauer, gerade ein paar Tage aus New York auf Heimaturlaub, sagt hinterher auf der Tribüne: "So könnte der neue Meister aussehen."

Als Kevin Keegan zum HSV kam

Sportclub - 09.12.2012 22:45 Uhr - Autor/in: Marc-Oliver Hall

1977 gelingt dem HSV ein Transfercoup: Superstar Kevin Keegan kommt nach Hamburg. Am Anfang tut sich der Engländer schwer. Dann aber schießt er die Hamburger zur Meisterschaft.

"Mighty Mouse" blüht auf

So sieht der neue Meister in der Tat aus. Der HSV ist zwar nur eine Idee cooler und effektiver als die Konkurrenz - den eigentlichen Unterschied machen aber Keegans Aktionen. Fußball 1978/79 im Tempo des Jahres 2012. Der kleine Engländer, nominell Linksaußen, wieselt ohne feste Position hinter, vor und zwischen den Spitzen und stellt die meisten Gegenspieler vor unlösbare Aufgaben. Nach einer frustrierenden Vorsaison, in der die Verpflichtung des englischen Stars bereits als teures Missverständnis erschien, blüht "Mighty Mouse" in neuer Rolle und mit viel mehr Mittelfeld-Unterstützung auf. 17 Tore erzielt er in der Meistersaison und wird zum zweiten Mal Europas Fußballer des Jahres.

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Der HSV feiert die Meisterschaft 1979: Links Coach Branco Zebec, Kevin Keegan mit der Schale und Manfred Kaltz. © picture-alliance / dpa
 
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Er war einer der beliebtesten englischen Fußballer der 1970er-Jahre und wurde beim HSV zum Idol einer Generation. Die Karriere von "Mighty Mouse" Kevin Keegan in Bildern.

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Transfercoups Hrubesch und Hartwig

HSV-Torjäger Horst Hrubesch steigt zum Kopfball hoch. © imago/Kicker/Liedel Fotograf: Liedel Detailansicht des Bildes HSV-Torjäger Horst Hrubesch (M.) in typischer Manier - ein wuchtiger Kopfball. Am Beginn von Keegans und Hamburgs Erfolgssaison steht ein radikaler Schnitt. Die schillernden, aber launischen Stars der Vorjahre sind weg. Linksaußen Schorsch Volkert, Publikumsliebling, Dribbelkönig, Wortführer, Ex-Nationalspieler. Und Dr. Peter Krohn, Fußballvermarkter mit Visionen und dem Hang, sich in sportliche Belange einzumischen. Die neue Leitung, Trainer Branco Zebec und Manager Günter Netzer, steht dagegen zunächst für professionelle Nüchternheit. Mit den Transfers von Horst Hrubesch und Jimmy Hartwig gelingen Netzer bei seinem Debüt im Fußball-Management auf Anhieb zwei echte Coups. Im Fall des Esseners Hrubesch, der bereits in Frankfurt zugesagt hatte, riskiert er seinen guten Ruf. Der wuchtige Mittelstürmer entwickelt sich nach Anfangsschwierigkeiten aber mit 13 Saisontoren zur zweiten entscheidenden Offensivwaffe der Hanseaten. Sorgen bereitet nur zeitweise Ex-Nationalkeeper Rudi Kargus. Während der Rückrunde unterläuft dem sensiblen Schlussmann eine Serie von Fehlern. Selbst dem einsilbigen Zebec entfährt öffentlich ein Stoßseufzer: "Was habe ich nur für einen Torwart." Am Ende haben die Hamburger allerdings nicht nur die meisten Tore erzielt (78), sondern auch die wenigsten Gegentore erhalten: 32, nicht mal eines pro Spiel.

Jubel schlägt in Entsetzen um

HSV-Fans stürmen am 34. Spieltag der Saison 1978/79 den Stadioninnenraum. © imago/Kicker/Eissner, Liedel Fotograf: Eissner, Liedel Detailansicht des Bildes Ein Bild der Zerstörung: HSV-Fans vor durchbrochenen Zäunen im Volksparkstadion. Die Meisterschaft perfekt macht die Mannschaft in einem höchst durchschnittlichen Bundesligaspiel. Ein 0:0 beim Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld am vorletzten Spieltag reicht zum Titel, weil Konkurrent Stuttgart gleichzeitig unerwartet gegen Köln patzt. Nach dem kräftezehrenden Kick auf der brütend heißen Alm stürmen 5.000 mitgereiste HSV-Anhänger den Platz. Die Fan-Jubelszenen wiederholen sich eine Woche später: Der Tag, an dem Kapitän Peter Nogly die Meisterschale empfängt und auf den die Hamburger Fans 19 Jahre lang warten mussten, wird dennoch ein schwarzer. Zunächst verliert der neue Meister mit 1:2 gegen Bayern München, danach brechen Zuschauermassen durch die Gitter der Westkurve. Im Geschiebe auf den unteren Rängen und an dem Zaun-Loch werden 71 Menschen verletzt, etliche von ihnen schwer. Die Mannschaft hat sich ohne Ehrenrunde in die Kabine gerettet, Krankenwagen und Rettungshubschrauber beherrschen das Bild.

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Die HSV-Fans jubeln. © dpa
 
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Abgestiegen ist der Hamburger SV in seiner Geschichte noch nie. An Turbulenzen mangelte es dem Bundesligisten jedoch ebenso wenig wie an großen Persönlichkeiten. Die Historie in Bildern.

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Günter Netzer © NDR
 
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Netzer: "Eine großartige Leistung"

NDR Fernsehen: Sportclub

Günter Netzer über den HSV-Meisterschaftsgewinn 1979.

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Krohn: "Keegan war eine starke Persönlichkeit"

NDR Fernsehen: Sportclub

Der ehemalige HSV-Präsident und -Manager holte den damaligen Weltstar 1977 nach Hamburg.

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