HSV: Der letzte Bundesliga-Dino
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HSV-Angreifer Paolo Guerrero (r.) im Duell mit Dortmunds Mats Hummels.
Die schon wieder aufgekommenen Hoffnungen vom internationalen Geschäft in Hamburg haben einen empfindlichen Dämpfer erlitten. Der HSV verlor am Sonntag zum Start in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga auch in der Höhe verdient mit 1:5 (0:2) gegen Borussia Dortmund. Der deutsche Meister ließ dabei von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen würde und ließ die Hanseaten immer wieder ganz alt aussehen. Der "Ehrentreffer" von Paolo Guerrero zum 1:5 (86.) hatte seinen Namen nicht verdient. Für die Hamburger war es die erste Niederlage seit dem 1:2 gegen Schalke 04 am 2. Oktober 2011 und die erste unter Trainer Thorsten Fink in der Bundesliga überhaupt. Die Dortmunder haben seit zwölf Spielen nicht mehr verloren, für den HSV ist Abstiegskampf angesagt. Nach den Erfolgen der Konkurrenten haben die Hanseaten nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. "Uns fehlte der Mut", ärgerte sich Fink und HSV-Stürmer Mladen Petric befand: "Das ist eine absolute Enttäuschung, ein Riesen-Schock. Wir sind am Ende total auseinander gefallen. Da gibt es nichts zu erklären."
Tore: 0:1 Großkreutz (16.), 0:2 Lewandowski (37.), 0:3 Blaszczykowski (58.), 0:4 Blaszczykowski (76./Foulelfmeter), 0:5 Lewandwoski (83.), 1:5 Guerrero (86.)
Zuschauer: 55.000
HSV: Drobny - Diekmeier, Bruma, Westermann, Aogo - Rincon, Kacar (46. Petric) - Lam, Tesche, Jansen (65. Sala) - Guerrero
BVB: Langerak - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Kehl (73. Leitner), S. Bender (82. Gündogan) - Blaszczykowski, Kagawa (82. Barrios), Großkreutz - Lewandowski
Fink setzte auf ein fünf Mann starkes Mittelfeld. Doch trotz des Bollwerks im Zentrum ließen die ersten Chancen der Dortmunder nicht lange auf sich warten. Erst vertendelte Gojko Kacar leichtfertig den Ball und Sven Bender schoss knapp drüber (2.). Dann wurde der Schuss von Robert Lewandowski (3.) gerade noch abgefälscht, Neven Subotic' Kopfball nach der folgenden Ecke ging knapp über das Tor (4.). Nachdem erneut Kacar gepatzt hatte, klärte Heiko Westermann im letzten Moment gegen Lewandowski (12.). Die Hamburger fanden offensiv kein Mittel, die wenigen Flanken keinen Abnehmer. Paolo Guerrero war als einziger HSV-Stürmer vorn allein auf weiter Flur. Und nach 15 Minuten war es dann passiert: Ein Klasse-Zuspiel von Shinji Kagawa fand Kevin Großkreutz und der Mittelfeldspieler schob frei vor HSV-Keeper Jaroslav Drobny lässig ein. Im direkten Gegenzug hatte Guerrero wie aus dem Nichts den Ausgleich auf dem Kopf. Aus fünf Metern traf der Peruaner den Ball aber nicht richtig.
Doch das war es erst einmel wieder vom HSV. Einzig Drobny war es zu verdanken, dass es nicht schnell 0:2 stand. Subotic kam nach einer Standardsituation erneut ganz frei zum Kopfball, der tschechische Keeper hielt jedoch mit einer starken Parade (28.). Nur neun Minuten später war aber auch Drobny machtlos. Lewandowski tunnelte erst Westermann und ließ dann auch noch Dennis Aogo aussteigen. Zwischen Verteidiger und Torhüter hindurch schoss der Pole den Ball ins Netz. Während Mario Götze (Adduktorenprobleme) bei den Gästen nicht vermisst wurde, wirkte die HSV-Offensive ohne Gökhan Töre (Meniskus-OP) und Ivo Ilicevic (muskuläre Probleme) sowie den zunächst geschonten Petric zahnlos. Mitchell Langerak, der Roman Weidenfeller (Rückenprobleme) im BVB-Tor vertrat, musste in den ersten 45 Minuten keinen Ball halten.
Dortmunds Robert Lewandowski im Duell mit den Hamburgern Tomas Rincon und Jeffrey Bruma (v.l.).
Zur zweiten Hälfte kam Petric, nach vorn ging trotzdem weiter nur sehr wenig. Die Bemühungen des HSV wirkten ein ums andere Mal schlicht hilflos. Und so war das 3:0 für den deutschen Meister auch nur eine Frage der Zeit, genau gesagt von 13 Minuten. Ein Konter über Kagawa und Lewandowski landete bei Jakub Blaszczykowski und der Pole ließ sich nicht zweimal bitten. Lewandowski hatte wenig später sogar das 4:0 auf dem Fuß, schoss aber vorbei (63.). Für den ersten Aufreger auf der anderen Seite sorgte Jeffrey Bruma. Der Kopfball des HSV-Verteidigers strich allerdings am langen Pfosten vorbei (73.). Doch wieder schlug der Ball auf der anderen Seite im Tor ein. Dennis Diekmeier verursachte gegen den eingewechselten Moritz Leitner einen Elfmeter und Blaszczykowski zeigte keine Nerven (76.). Die Dortmunder spielten nun mit ihren Gastgebern Katz' und Maus. Lewandowski und Großkreutz spielten im Hamburger Sechzehner einen Doppelpass und Lewandowski erhöhte auf 5:0 (83.). Das Tor von Guerrero (86.) änderte am vernichtenden Gesamtbild der Hamburger nichts mehr.