Nach dem Gewinn des DFB-Pokals verpflichtet der HSV 1987 auf Anraten des damaligen Trainers Josip Skoblar Keeper Mladen Pralija. Zum Einstand kassiert der Jugoslawe sechs Gegentreffer gegen Bayern München, später macht er eine mehr als unglückliche Figur beim 2:8 in Gladbach. Nach nur 14 Einsätzen und Skoblars Aus ist auch für Pralija Schluss beim HSV.
Im Alter von 20 Jahren wechselt Oliver Bierhoff (hintere Reihe, links) 1988 von Bayer Uerdingen zum HSV. Sein Talent lässt der Mittelstürmer im Volksparkstadion nur selten aufblitzen. Häufig stolpert der Torjäger nur über den Rasen. Nach eineinhalb Jahren wechselt der spätere Nationalspieler zu Gladbach.
1991 soll Herbert Waas das Sturmproblem beim HSV lösen. Bei Leverkusen war der ehemalige Nationalspieler kaum mehr zum Einsatz gekommen. Das ändert sich in Hamburg. Allerdings: In 33 Spielen trifft der Angreifer lediglich zweimal.
Bei Werder Bremen und dem 1. FC Köln hatte Frank Ordenewitz jahrelang gute Leistungen gezeigt. Dann wollte der Angreifer seine Karriere eigentlich in Japan ausklingen lassen, bis der HSV ihn 1995 zum Bundesliga-Comeback überredet. "Otze" aber bekommt in Hamburg kein Bein mehr auf den Boden. Seine magere Bilanz: Ein Treffer in 21 Spielen.
"Alter Schwede" mag sich so manch HSV-Fan beim Anblick der "Fußballkünste" von Niclas Kindvall gedacht haben. 1994 für viel Geld aus Norrköping geholt, fällt der Angreifer eigentlich nur dadurch auf, dass er schnell hinfällt. Das skandinavische Leichtgewicht ist den Anforderungen der Bundesliga eindeutig nicht gewachsen.
Über eine Million Mark überweist der HSV 1996 für Jens Dowe an 1860 München. Die außergewöhnlichen Fähigkeiten des Mittelfeldakteurs sind unbestritten. Doch Dowe eckt häufig an und redet sich schließlich um Kopf und Kragen. Seine Bilanz im HSV-Trikot: vier Einsätze.
Der Pole Pawel Wojtala soll 1997 der Abwehr Stabilität verleihen. Doch der 1,92 Meter große Verteidiger sorgt nur für Unsicherheit in den eigenen Reihen. Dem Abwehrmann unterlaufen reihenweise Fehler, selbst in der Luft ist er schwach. Der HSV reibt sich die Hände, als Werder Bremen 1999 eine sehr anständige Ablösesumme für den "Defensivspezialisten" überweist.
Und noch ein alternder Star, den der HSV mit Kusshand aufnimmt. 1998 lotst der Club den ehemaligen Gladbacher Martin Dahlin an die Elbe. Der hatte zuvor glücklos bei den Blackburn Rovers gestürmt. In Hamburg gelingt dem Schweden ebenfalls nichts. In acht Einsätzen trifft er alles - nur nicht das Tor. Anschließend beendet Dahlin seine Karriere.
Bevor Vahid Hashemian (r.) einmal im HSV-Trikot in die Luft gestiegen ist, hat der Iraner bereits mit seinem Spitznamen "Hubschrauber" von sich reden gemacht. Woher dieser stammt, bleibt dem Hamburger Anhang ein Rätsel. Für die Hanseaten trifft er in zwölf Einsätzen weder per Kopf noch mit dem Fuß.
Marcel Ketelaer gilt als kommender Nationalspieler, als er im Jahr 2000 von Gladbach nach Hamburg wechselt. Schnell aber wird klar, dass der Linksfuß in seinen fußballerischen Möglichkeiten doch limitiert ist. Mit Ausnahme von einigen Distanzschüssen und jeder Menge Flanken ins Aus bleibt von Ketelaers Zeit an der Elbe nichts in Erinnerung.
Marek Heinz (l.) wird zur Jahrtausendwende von vielen europäischen Topclubs umworben. Der HSV macht schließlich das Rennen um den Tschechen, der seine Klasse aber nur andeuten kann. Der Offensiv-Allrounder ist nicht mehr als ein teures Missverständnis. 2003 wechselt er zu Bielefeld. Den Durchbruch schafft Heinz auch auf der Alm nicht.
Jörg Albertz genießt beim HSV noch einen guten Ruf, als er 2001 nach fünfjährigem Gastspiel in Schottland an die Elbe zurückkehrt. Die Hamburger überweisen fünf Millionen Euro an die Glasgow Rangers und merken schnell, dass das Geld fehlinvestiert ist. Albertz ist nur noch ein Schatten seiner früheren Tage beim HSV (1993 - 1996).
Stolze vier Millionen Euro überweist der HSV 2002 für Christian Raul Ledesma an River Plate. "Der Wolf", so der Spitzname des angeblichen Wadenbeißers, kommt fußballerisch in Hamburg nie an. Zu mehr als 16 Einsätzen im Bundesliga-Team reicht es für den teuren Profi nicht. Der HSV leiht in anschließend mehrfach aus.
2004 verpflichtet der HSV Vyacheslav Hleb. Der Weißrusse ist damals 20 Jahre alt und wird vom VfB Stuttgart II transferiert. Im Gegensatz zu seinem Bruder Alexander Hleb (r.) bleibt ihm der Durchbruch aber verwehrt. Die Hamburger hatten den "falschen" Hleb geholt.
In seiner Zeit auf Schalke (1999 bis 2003) hatte sich Emile Mpenza in der Bundesliga einen Namen gemacht. Der HSV erinnert sich 2004 an den flinken Belgier und verpflichtet ihn für 2,5 Millionen Euro aus Lüttich. Mpenza zahlt das in ihn gesteckte Vertrauen mit fünf Toren in 36 Spielen zurück. Dann zieht es den Stürmer in die Wüste. Beim HSV vermisst ihn niemand.
Wie Sturm-Flop Mpenza wechselt auch Benjamin Lauth 2004 zum HSV. Und der Angreifer hat noch so einiges mehr gemeinsam mit dem Belgier - zum Beispiel sehr bald den Platz auf der Ersatzbank. Und das hat seinen Grund: Entweder ist Lauth verletzt oder außer Form. 2007 ist er dann weg - Hannover 96 heißt sein neuer Arbeitgeber.
Zu Beginn des Jahres 2006 angelt sich der HSV die Frohnatur Ailton. Der ehemalige Bremer soll helfen, die Champions League zu erreichen. Doch an alte erfolgreiche Werder-Zeiten kann der "Kugelblitz" in Hamburg nicht anschließen. Nach sechs Monaten muss der Brasilianer wieder seine Koffer packen.
Ein Weltstar an der Elbe: Im Sommer 2006 verpflichtet der HSV den zweimaligen argentinischen WM-Teilnehmer Juan Pablo Sorin für drei Millionen Euro vom FC Villarreal aus Spanien. Der Linksverteidiger kann aufgrund von verschiedenen Verletzungen nur 24 Mal für die Hamburger auflaufen. 2008 geht er zurück in seine Heimat.
Knapp sechs Millionen Euro überweist der HSV 2007 für Mohamed Zidan an den FSV Mainz 05. Dass der Ägypter schon zweimal bei Werder Bremen gescheitert ist und offenbar nur unter Coach Jürgen Klopp seine Leistung abrufen kann, bedenken die Verantwortlichen nicht. Nach zwei Jahren und zwei Toren für die Hamburger geht der Ägypter nach Dortmund.
In Macauley Chrisantus glaubt der HSV 2007 das weltweit größte Stürmertalent verpflichtet zu haben. Der Club überweist für den gerade einmal 17 Jahre alten nigerianischen Torjäger eine Million Euro an die Hearts of Abuja. Chrisantus fasst nie Fuß an der Elbe. Nach zwei Ausleihen wechselt er 2012 ablösefrei zu UD Las Palmas.
Er soll ein Genie sein, ein Spielmacher der Extraklasse. Also zögert der HSV nicht lange und transferiert Tiago Neves für 7,5 Millionen Euro vom Fluminense Football Club. Doch der Brasilianer wird im kühlen Norden nicht heimisch. Nur sechs Mal läuft der angeblich so begabte Mittelfeldakteur im HSV-Trikot auf. Dann gehts für ihn zurück an den Zuckerhut.
Noch ein teures brasilianisches Missverständnis: 2008 holt der HSV Alex Silva von Sao Paulo. Mehr als sechs Millionen Euro kosten 50 Prozent der Transferrechte an dem Verteidiger. Dazu kommt ein üppiger Fünfjahresvertrag. Im Sommer 2011, nach mageren 17 Einsätzen, verkauft der HSV Silva an Flamego Rio de Janeiro.
Nachdem Manager Dietmar Beiersdorfer seinen Hut genommen hat, nehmen die Transfers bei den Hamburgern im Sommer 2009 skurrile Züge an. Zunächst kommt der Tscheche David Rozehnal für sechs Millionen Euro von Lazio Rom und erweist sich schnell als Flop, ...
... dann wird der schwedische Nachwuchsangreifer Marcus Berg (r.) für satte zehn Millionen Euro vom FC Groningen verpflichtet. Beiersdorfer hatte sich gegen ihn ausgesprochen und wird gewusst haben, warum. Der junge Skandinavier ist in der Bundesliga überfordert, wird zeitweise nach Eindhoven ausgeliehen und soll wenn möglich wieder verkauft werden.