Sport-Idole des Nordens - Legenden
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Uli Hoeneß und sein FC Bayern 2003 als "Retter" beim FC St. Pauli.
Uli Hoeneß hat am 5. Januar seinen 60. Geburtstag gefeiert. Niemand wird ernsthaft Zweifel an der Richtigkeit seiner Ankündigung hegen, dass er "ein sehr aktiver Sechzigjähriger" sein wird. Der gebürtige Ulmer ist eine der schillernsten Persönlichkeiten im deutschen Fußball und vor allem als Macher bekannt. Nach zahlreichen Titeln als Spieler machte sich der Bayer wie kein anderer als Manager des FC Bayern München einen Namen. Und auch, wenn der frühere Mittelfeldspieler und Außenstürmer nie im Norden unter Vertrag stand, hat er doch auch hier seine Spuren hinterlassen. Die Fans des FC St. Pauli mussten im Jahr 2003 einsehen, dass Hoeneß nicht zum Feindbild taugt. Als die Kiezkicker, in der Regionalliga angekommen, finanziell am Abgrund standen, leistete der Manager des deutschen Rekordmeisters seinen Teil zur initiierten "Retter-Kampagne" und kam mit den Bayern ins Millerntor-Stadion. Die Einnahmen aus dem Freundschaftsspiel halfen den St. Paulianern, über die Runden zu kommen und machten die spätere Rückkehr in die deutschen Eliteligen überhaupt erst möglich.
Mit der Aktion hat Hoeneß sogar Einzug in die Vereinschronik auf der Website des Clubs gefunden: "Uli Hoeneß lief vor dem Anpfiff im Retter-Shirt eine Ehrenrunde durch das Stadion und wurde dabei von den Fans gefeiert wie nie zuvor am Millerntor."
Kurz vor seinem Karriereende wäre Hoeneß beinahe zum Hamburger SV gewechselt. Nach einer langwierigen Knieverletzung wollte er München verlassen, weil er bei den Bayern nicht mehr spielte. Beim HSV absolvierte er ein Probetraining und wusste zu gefallen. Das Engagement scheiterte allerdings, weil der Mannschaftsarzt der Hanseaten eine Arthroskopie forderte, um das Knie genauer untersuchen zu können. Dazu war der ehemalige Nationalspieler nicht bereit. Als er schon aufhören wollte, klappte es doch noch mit einem Transfer zum 1. FC Nürnberg. Zwar konnte er sportlich bei den Franken nicht mehr viel bewegen, legte allerdings den Grundstein für weitere Erfolge - auch abseits des Platzes. "Wenn ich ich statt nach Nürnberg nach Hamburg gegangen wäre, weiß ich nicht, ob ich heute Manager wäre", sagte Hoeneß dieser Tage. "Die Wurstfabrik in Nürnberg hätte ich auf keinen Fall. Das war nur möglich, weil ich meinen Freund Werner Weiß in Nürnberg kennenlernte." Wenig später kehrte er als Manager zum FCB zurück und schreibt seitdem weiter fleißig Fußball-Geschichte.
Stationen:
- FC Bayern München (1970 bis 1978)
- 1. FC Nürnberg (1978 bis 1979)
- 250 Bundesligaspiele (86 Tore)
- 35 Länderspiele (5 Tore)
Titel als Spieler:
Europameister (1972), Weltmeister (1974), dreimal Europapokalsieger der Landesmeister (1974-1976), dreimal deutscher Meister, einmal DFB-Pokalsieger, Weltpokalsieger (1976), Olympia-Teilnehmer 1972
Manager:
Karriereende wegen chronischer Kniebeschwerden 1979, danach bis 2009 Manager des FC Bayern
Titel als Manager:
Champions-League-Sieger (2001), UEFA-Cup-Sieger (1996), 16 Mal deutscher Meister, neunmal DFB-Pokalsieger, Weltpokalsieger (2001)
Seit 2009 Präsident des FC Bayern, mit dem er 2010 deutscher Meister und DFB-Pokalsieger wurde
Auszeichnungen:
- Unternehmer des Jahres (1999)
- Bayerischer Verdienstorden (2002)
- Bayerischer Sportpreis (2006)
- Goldene Sportpyramide der Stiftung Deutsche Sporthilfe (2009)
- Bambi (2009)