Stand: 27.01.2013 11:20 Uhr
96 - "Wölfe": Effektivität schlägt Spielkunst
von Sebastian Ragoß, NDR.de
Mame Diouf (r.) trifft zum 2:0 für Hannover gegen Wolfsburg.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 25:4 Torschüssen, 57,5 Prozent Ballbesitz, fast zwei Drittel der Zweikämpfe gewonnen. Nur in einer Statistik lag der VfL Wolfsburg beim Nordduell in Hannover hinten, doch das war die entscheidende: 96 erzielte zwei Treffer, die "Wölfe" nur einen. Während Hannover durch den glücklichen Derby-Sieg wieder Anschluss an die Europacup-Plätze hat, ärgerten sich die Wolfsburger über die verpasste Chance auf den zweiten Dreier unter Dieter Hecking. "24 Torschüsse und es kommt nur ein Tor dabei heraus. Es fehlte die letzte Konsequenz. Diese Niederlage ist extrem enttäuschend", haderte VfL-Linksverteidiger Marcel Schäfer. Zumal der Treffer nicht von einem Offensivspieler, sondern von Innenverteidiger Alexander Madlung erzielt wurde (47.).
96 bleibt die Nummer eins in Niedersachsen
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Zurück an alter Wirkungsstätte: Dieter Hecking gastiert mit seinem VfL Wolfsburg bei Hannover 96. Kann der neue Trainer der "Wölfe" nach dem gelungenen Heimdebüt gegen Stuttgart auch einen Sieg im Niedersachsenderby davontragen?
Hannovers Trainer Mirko Slomka würde dies gerne verhindern. Dafür muss die Defensive der "Roten" endlich an Sicherheit und Stabilität gewinnen - in den jüngsten drei Bundesliga-Partien hagelte es zwölf Gegentore.
Slomkas Team gelingt ein Traumstart. Nach drei Minuten schlenzt Mohammed Abdellaoue aus spitzem Winkel den Ball hoch ins linke Eck - 1:0 für Hannover.
Die Gäste zeigen sich davon unbeeindruckt. Wolfsburg macht das Spiel und baut Druck auf das Tor der "Roten" auf.
Rettung in letzter Not: Nur mit vereinten Kräften können Hannovers Marco Eggimann (l.), Torwart Ron-Robert Zieler (am Boden rechts) und Johan Djourou (verdeckt) den Ausgleichstreffer von Diego (2.v.l.) verhindern.
Ab der 34. Minute spielt 96 nur noch zu zehnt. Bundesliga-Debütant Sebastien Pocognoli (l.) bekommt nach einem groben Tritt gegen Fagner (nicht im Bild) von Schiedsrichter Günter Perl die Rote Karte.
Die Unterzahl macht den Gastgebern nichts aus: Sie nutzen weiter eiskalt ihre Chancen. Eine Flanke von rechts befördert Mame Diouf (r.) zunächst an den Pfosten, das zurückspringende Spielgerät prallt anschließend von der Schulter des Angreifers ins Netz. Ein kurioser Treffer.
Der Torschütze bejubelt sein Tor ausgelassen mit den Fans von Hannover 96.
Nach dem Wiederanpfiff gelingt diesmal den "Wölfen" der Frühstart. Der eingewechselte Alexander Madlung (Mitte) verkürzt mit einem Flachschuss aus sechs Metern zum 1:2 und jubelt anschließend mit Bas Dost (l.) und Fagner.
Wolfsburg drückt und beschäftigt permament die Defensive der Gastgeber. 96 zieht sich weit zurück, selbst Stürmer Diouf (Mitte) hilft hinten mit, das Ergebnis zu verteidigen.
Die Offensivaktionen der Grün-Weißen sind jedoch zu unpräzise, auch Neuzugang Ivan Perisic fehlt die entscheidende Durchschlagskraft. In der letzten Viertelstunde liefert Hannover eine Abwehrschlacht, entlastende Offensivaktionen gibt es praktisch nicht.
Egal, wie sehr sich Dost (r.) und Co. in den Schlussminuten auch strecken - sie schaffen es nicht, Zieler ein zweites Mal zu überwinden. Nach 90 Minuten bleibt es beim 2:1 für Hannover 96.
Geschafft! Die "Roten" jubeln über einen wichtigen Sieg. Die Spieler des VfL Wolfsburg hingegen werden sich mehr als einmal fragen, warum sie nach diesem Spiel den Platz als Verlierer verlassen haben.
Geschafft! Die "Roten" jubeln über einen wichtigen Sieg. Die Spieler des VfL Wolfsburg hingegen werden sich mehr als einmal fragen, warum sie nach diesem Spiel den Platz als Verlierer verlassen haben.
Wolfsburg spielerisch verbessert
Trotz der Niederlage: Die Leistungen in den ersten beiden Spiele unter Führung von Trainer Dieter Hecking sollten die VfL-Verantwortlichen positiv stimmen. Die Struktur im Team stimmt wieder, spielerisch ist die Mannschaft deutlich besser als in der Hinrunde. Vor allem Regisseur Diego zeigte erneut eine starke Vorstellung. Aber es bleiben Defizite. "Wir haben noch nicht die Sicherheit, um die richtige Entscheidung zwischen Pass und Torschuss zu treffen", sagte Manager Klaus Allofs.
Abwehr macht Slomka noch immer Sorgen
"Rotes" Debüt: Sebastien Pocognoli (l.) wird des Feldes verwiesen.
Hannover hatte hingegen eine Reihe von Mängeln, die Effizienz der Mannschaft von Trainer Mirko Slomka war indes der Unterschied in diesem Nordduell. Mohammed Abdellaoue (3.) und Mame Diouf (38.) nutzten die Fehler der Gäste-Abwehr zu den entscheidenden Toren. Trotz des Sieges: Hannover tritt zurzeit nicht wie ein Europapokal-Kandidat auf. Vor allem die Defensive zeigte wieder einmal bedenkliche Schwächen und muss von Slomka in den kommenden Partien erneut umgebaut werden. Mario Eggimann erlitt einen Knöchelbruch und wurde bereits operiert, Neuzugang Sebastien Pocognoli sah bei seinem Bundesliga-Debüt nach einer guten halben Stunde wegen groben Foulspiels Rot. "Er ist extrem niedergeschlagen", berichtete Slomka nach dem Schlusspfiff. Hannovers Effektivität und Wolfsburgs Unentschlossenheit vor dem Tor sorgten dafür, dass nicht auch die übrigen 96-Profis einen frustrierenden Nachmittag erlebten.
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Nur punktuell hat Hannover 96 seinen Kader für die Saison 2012/2013 verstärkt, in der es wie im Vorjahr durch Europa geht. Das aktuelle Aufgebot der Niedersachsen in Bildern.
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In der vergangenen Saison hat der VfL Wolfsburg knapp die Europa League verpasst. Das soll in der Spielzeit 2012/2013 anders sein. Der "Wölfe"-Kader in Bildern.
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