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Jan Schlaudraffs (l.) Hannoveraner waren gegen Christian Träsch und die Wolfsburger gnadenlos effektiv.
Hannover 96 hat sich zumindest vom Ergebnis her erfolgreich für das 4:5 auf Schalke rehabilitiert. Im Niedersachsen-Duell mit dem VfL Wolfsburg gewann die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka am Sonnabend mit 2:1 (2:0). Die "Roten" waren ihrem Gegner deutlich unterlegen und spielten nach der Roten Karte für Sébastien Pocognoli eine knappe Stunde in Unterzahl, bewiesen jedoch Effektivität: Mohammed Abdellaoue und Mame Diouf nutzten die beiden einzigen Hannoveraner Torchancen des gesamten Spiels, während die Wolfsburger ihrerseits reihenweise Gelegenheiten vergaben. Lediglich Alexander Madlung traf für den VfL, der trotz der klaren Dominanz mit leeren Händen die kurze Heimfahrt antreten musste. "Wolfsburg hat uns mit seiner spielerischen Klasse beeindruckt", sagte Slomka. Sein Wolfsburger Pendant Dieter Hecking war dennoch frustriert: "Wir sind an der gnadenlosen Effektivität von Hannover gescheitert."
Tore: 1:0 Abdellaoue (3.), 2:0 Diouf (38.), 2:1 Madlung (46.)
Rote Karte: Pocognoli (34.)
Zuschauer: 38.800
Hannover: Zieler - Chahed, Eggimann (31. Haggui), Djourou, Pocognoli - Schmiedebach, Hoffmann - Schlaudraff, Huszti (85. Rausch) - Diouf, Abdellaoue (36. Pander)
Wolfsburg: Benaglio - Fagner, Naldo, Kjaer (46. Madlung), Schäfer (81. Rodriguez) - Träsch (64. Olic), Polak - Perisic, Diego, Vieirinha - Dost
Beide Trainer änderten ihre Teams gegenüber dem Rückrundenauftakt auf drei Positionen. Auf Hannoveraner Seite feierte Neuzugang Pocognoli sein Bundesliga-Debüt als Linksverteidiger. Bei den Wolfsburgern setzte Madlung - beim 2:0 gegen Stuttgart noch Torschütze - wieder auf die Bank, für ihn kehrte Naldo in die Innenverteidigung zurück. Den besseren Start erwischten die Hausherren: Bei einem Laufduell an der Seitenlinie spekulierte Wolfsburgs Simon Kjaer zu Unrecht auf Einwurf, Abdellaoue lief mit dem Ball jedoch weiter unbedrängt in Richtung Tor und überwand VfL-Keeper Diego Benaglio mit einem Heber ins lange Eck (3.). Doch der VfL zeigte sich nicht geschockt. Praktisch im Gegenzug hatte Naldo die Gelegenheit zum Ausgleich, schoss aber knapp am Tor vorbei (4.). Später fabrizierte Johan Djourou nach einer Hereingabe von Vieirinha beinahe ein Eigentor, Ron-Robert Zieler konnte zur Ecke abwehren (10.). Der Nationalkeeper war gegen Ivan Perisic (14.) ebenso zur Stelle wie bei einem Freistoß von Diego (18.).
Das 2:0 für Hannover: Diouf (r.) versenkt den Abpraller per Schulter im Tor.
Wolfsburg dominierte die Partie und setzte Hannovers Abwehrreihe vor allem über die Außenbahnen unter Druck. Hannover zog sich immer mehr zurück und musste dann auch noch personelle Rückschläge hinnehmen: Erst verletzte sich Mario Eggimann (31.) , der Schweizer musste mit Verdacht auf Knöchelbruch ins Krankenhaus. Dann sah Pocognoli nach einem Tritt in den Bauch von Fagner die Rote Karte (34.). Slomka reagierte und opferte seinen Torschützen Abdellaoue, um mit Christian Pander die dezimierte Defensive zu stärken. Wie aus dem Nichts fiel dann das 2:0 für Hannover: Sofian Chahed flankte von rechts auf den sträflich freien Diouf, der erst an den Pfosten köpfte und dann den Abpraller mit der Schulter ins Netz beförderte (38.). Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff faustete Zieler eine Vieirinha-Hereingabe an den Kopf von Karim Haggui - Djourou verhinderte artistisch per Fallrückzieher das Eigentor. Mit der mehr als glücklichen Führung für 96 ging es in die Kabinen.
Zweites Tor im zweiten Rückrundenspiel: Alexander Madlung (Mitte).
Für die zweite Spielhälfte ersetzte Madlung den schwachen Kjaer. Mit der Einwechslung bewies VfL-Coach Hecking ein glückliches Händchen, denn nur eine Minute nach Wiederanpfiff erzielte der Abwehrspieler den Anschlusstreffer. Nach einer Diego-Ecke verpasste Zieler den Ball, Jan Polak passte erneut in den Strafraum, wo Madlung flach aus etwa acht Metern einschoss (46.). Die "Wölfe" hatten weiter das Spiel im Griff: Naldo zog aus 20 Metern knapp am Tor vorbei (55.), Bas Dost schoss nur in die Arme von Zieler (57.). Hannovers Keeper wehrte auch einen Freistoß-Aufsetzer von Naldo zur Ecke ab (60.). 96 fand in der Offensive praktisch nicht mehr statt, das Niedersachsen-Derby war geprägt vom Einbahnstraßenfußball in Richtung Hannoveraner Tor. Bezeichnend: Wolfsburgs Torwart Benaglio musste in der 83. Minute zum einzigen Mal in der zweiten Halbzeit einen Ball halten. Auch die Einwechslung von Ivica Olic als weiteren Stürmer brachte dem VfL aber nichts Zählbares mehr. Der Kroate konnte Zieler ebensowenig überwinden (79.) wie zuvor Diego (65.) und Vieirinha (67., 74.). In Unterzahl brachte Hannover die Abwehrschlacht glücklich zu Ende.