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Ab auf die Bühne: Die Eintracht-Profis lassen sich feiern.
Der Lärm war ohrenbetäubend. "Olé, olé", und "Nie mehr Zweite Liga, nie mehr", schallte es der Braunschweiger Mannschaft entgegen, als der Bus mit den frischgebackenen Bundesliga-Aufsteigern am Sonnabend um 16.45 Uhr vor dem Eintracht-Stadion hielt. Die Fans der "Löwen" hatten die blau-gelbe Partymeile von der Stadt in die Arena verlegt, mehr als 10.000 Menschen bereiteten den Eintracht-Profis und Trainer Torsten Lieberknecht einen rauschenden Empfang. Die Clubführung hatte kurzfristig eine Bühne im Stadion an der Hamburger Straße aufgebaut. Spieler, Trainer und Offizielle wurden trotz Dauerregens von den Fans gefeiert. "Wir sind alle Braunschweiger Jungs" stimmten die Anhänger, darunter Oberbürgermeister Gert Hoffmann, immer wieder an. "Das ist sehr emotional und sehr bewegend und es wird auch sehr bewegend bleiben mit dem Höhepunkt am Pfingstmontag", sagte Lieberknecht. Für den Tag ist die offizielle Aufstiegsfeier geplant.
Lieberknecht ließ sich nicht lange bitten, kletterte auf die Bühne und übernahm die Rolle des Einpeitschers: "Ja, wir haben realisiert, was wir geschafft haben. Das ist der Wahnsinn", konstatierte er. Neben dem Coach standen vor allem Torjäger Domi Kumbela, Kapitän Dennis Kruppke und Damir Vrancic im Mittelpunkt der Ovationen. "Die Spieler können so lange feiern wie sie wollen", erklärte Vereinspräsident Sebastian Ebel. "Wer keine Lust auf Feiern hat, sollte in den nächsten vier Wochen zu Hause bleiben", brüllte Dogan.
Immer hören die "Löwen" auch nicht auf ihren Trainer: Torsten Lieberknecht (l.) und Orhan Ademi.
Am Vorabend hatte die Eintracht durch ein 1:0 in Ingolstadt den vorzeitigen Aufstieg unter Dach und Fach gebracht. Und es zeigte sich: Selbst im Moment des größten Jubels hörten die siegestrunkenen Braunschweiger Profis noch auf ihren Erfolgtrainer. Als Lieberknecht nach dem Sieg bei der Pressekonferenz am Freitagabend Rede und Antwort stand, stürmten die Aufstiegshelden die Veranstaltung und verspritzten Sekt. Doch der Coach wies seine Schützlinge in die Schranken - "Wir können noch genug feiern!" - und die parierten. Auch wenn seine Spieler gerade die historische Rückkehr in die Bundesliga perfekt gemacht hatten, war es für Lieberknecht eine Frage des Respekts vor dem Gegner, sich auf der Pressekonferenz zu benehmen.
Dabei hatte sich Lieberknecht selbst bereits beim Aufstieg in die Zweite Liga einen Namen als Feierbiest gemacht - und auch vor der Presserunde schon gezeigt, dass er Party machen kann. Als ihm während eines Interviews in der Mixed-Zone jemand eine Löwenmaske überzog, setzte der Trainer das Gespräch einfach als Vereinsmaskottchen fort. "Wer jetzt nicht feiert in Braunschweig, der soll ins betreute Wohnen gehen", sagte er. Doch allzu viele werden die Feier-Aufforderung von Lieberknecht nicht gebraucht haben. "In Braunschweig ist der Bär los, das ist wie nach einem WM-Finale", wusste Präsident Ebel. Und das, obwohl das Saisonziel eigentlich gewesen sei, sich in der Zweiten Liga zu etablieren. "Das haben wir mehr als verfehlt", meinte Lieberknecht schelmisch grinsend, blickte aber auch voraus: "Die Bundesliga wird keine Wellness-Tour, das wird brutal und knallhart."
Kruppke, der das Spiel verletzt verpasst hatte, aber trotzdem mit nach Ingolstadt gereist war, konnte den Erfolg noch gar nicht fassen: "Es ist Wahnsinn, was in dieser Saison alles passiert ist und wie wir das durchgezogen haben. Es ist sensationell, dass wir uns jetzt den gerechten Lohn geholt haben." In Bezug auf die große Aufstiegsparty in der Heimat kündigte er an: "Das wird Qualität haben." Zunächst feierte das Team aber ab etwa 1 Uhr nachts bis zum frühen Morgengrauen in einer Nürnberger Diskothek und im Anschluss im Hotel. Dann ging es mit dem Bus zurück, auf der Facebook-Seite postete der Verein Bilder: feiernde Spieler, Pinkelpause an einer Raststätte oder Mirko Boland, der mit einem Nickerchen neue Kräfte sammelt. Dazu gab es einen Entfernungscountdown, Eintrag um 12.45 Uhr: "Noch 300 Kilometer." Gegen 17 Uhr stieg dann die Party mit den Fans. Apropos Facebook: Selbst Erzrivale Hannover 96 schickte Glückwünsche: "Herzlich willkommen in der 1. Liga. Wir freuen uns auf spannende Derbys." Auch Hoffmann, Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) und Sportminister Boris Pistorius gratulierten der Mannschaft.