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Handelt mit ruhiger Hand: Eintracht Braunschweigs Manager Marc Arnold.
Marc Arnold ist dieser Tage ein besonders gefragter Mann. Nach dem feststehenden Aufstieg von Eintracht Braunschweig bekommt der Manager, der den Kader der "Löwen" für die Bundesliga verstärken will, immer wieder von Beratern neue Spieler angeboten. "Meine Arbeit hat sich in den vergangenen Jahren nicht großartig verändert, aber sie ist internationaler geworden und die große Anzahl der Angebote ist schon erstaunlich", sagt der langjährige Macher der Niedersachsen, um dann das Interview mit NDR.de wegen eines Anrufs auf seinem Handy zu unterbrechen: "Hello... can I call you back? I'm in a conference."
Jahrelang glänzten die Braunschweiger durch kostengünstige, aber trotzdem leistungsstarke Neuzugänge. Doch um auch in der Bundesliga bestehen zu können, muss Arnold künftig vermehrt Geld in die Hand nehmen. "Zwangsläufig" sei das, schließlich schwimmen die Niedersachsen ab sofort "mit den ganz Großen im Becken". Ein erster Fingerzeig war schon im Winter die Verpflichtung von Omar Elabdellaoui vom englischen Meister Manchester City, wo der flinke Offensivspieler nicht zum Zug kam. Arnold und Co. sahen den Norweger im vergangenen Sommer zufällig im Trainingslager in Österreich und behielten ihn auch auf dem Zettel, nachdem er nach Rotterdam ausgeliehen worden war. Als sich im Winter die Möglichkeit ergab, liehen sie ihn ihrerseits aus. Dass der Cousin des 21-Jährigen, Hannovers Mohammed Abdellaoue, in der Nähe wohnt, ließ den Spieler den erneuten "Leiharbeits-Job" sicher leichter akzeptieren. Elabdellaoui überzeugte an der Hamburger Straße sportlich durch feine Technik - und auch menschlich mit seiner freundlichen Art. Am Freitag nun hat die Eintracht ihre Kaufoption gezogen, bindet den Spieler bis 2015 und zahlt die vereinbarte Summe von zirka 500.000 Euro - mehr als in Arnolds bisherigen fünf Jahren im Amt zusammen.
Omar Elabdellaoui (2.v.l.) war fünfmal so teuer wie die Braunschweiger (v.l.) Raffael Korte, Ermin Bicakcic und Mirko Boland zusammen.
Daraus aber ein grundsätzliches Umdenken abzuleiten, sei falsch, wie der Manager betont: "Wir müssen und wollen mit sehr großem Augenmaß investieren. Wenn es jetzt um größere Summen geht, sind die Auswirkungen bei einem Fehlgriff auch größer." Der Etat der GmbH steigt von 20 auf stattliche 37 Millionen Euro. Wie hoch der Anteil für den Lizenzspielerkader ausfällt, ist noch nicht genau bemessen. Fest steht allerdings, dass ein "sehr gesunder Verein aufsteigt". Nächster Neuzugang könnte der südafrikanische Nationalspieler Daylon Kayton Claasen (Lierse SK) sein, der gerade zur Probe mittrainiert. Und trotzdem wird die Eintracht auch künftig die "Pfälzer Karte" spielen. Trainer Torsten Lieberknecht "ist dort einfach gut vernetzt". So fand die Eintracht unter anderem durch Tipps von Lieberknechts Bruder zuletzt Talente wie die Korte Zwillinge oder Pierre Merkel in der Oberliga Südwest. Aber Arnold gibt zu bedenken, dass die "Einstiegsqualität" bei potenziellen Neuzugängen in der Bundesliga höher sei und dass dadurch viele Spieler nicht mehr interessant seien. Nach der Verabschiedung und nachdem er die Tür geschlossen hat, bekommt der englischsprachige Anrufer dieselbe Antwort.