Gewinner: René Adler war in der abgelaufenen Saison der konstanteste Spieler der Nordclubs. Nach langer Verletzungspause ist sein Neuanfang beim HSV geglückt. In der Nationalmannschaft hat er den Platz hinter Manuel Neuer sicher.
Verlierer: Im März 2011 kam Felix Magath mit großen Hoffnungen zurück nach Wolfsburg, doch an alte Erfolge konnte er nicht anknüpfen. Wilde Einkaufstouren und ständige Personalrochaden verunsicherten das Team. Am 25. Oktober 2012 trennten sich der Club und sein Meistertrainer von 2009. Der VfL war zu diesem Zeitpunkt Tabellen-Schlusslicht.
Verlierer: Als Sportdirektor folgte Klaus Allofs auf Magath. Sein Wechsel von Bremen nach Wolfsburg sorgte für reichlich Schlagzeilen. Dabei ging ein wenig unter, dass Allofs (mit-)verantwortlich für den Werder-Absturz ist. In den vergangenen Jahren gelangen kaum noch Top-Transfers, zudem ist die Finanzlage in Bremen angespannt. Zumindest Geld ist in Wolfsburg kein Problem.
Gewinner: Wolfsburgs neuer Trainer Dieter Hecking darf sich hingegen als Gewinner fühlen. Er muss erstmals in seiner Karriere nicht mit einem kleinen Budget haushalten und hat deshalb größere Gestaltungsmöglichkeiten. Unter seiner Führung präsentierte sich die Mannschaft in guter Verfassung, ein Aufwärtstrend war in der Rückrunde klar zu erkennen.
Gewinner: In der schlimmen Bremer Saison gab es nur einen Profi, der auf konstant hohem Niveau gespielt hat: Kevin de Bruyne. Ohne die Tore und Vorlagen des vom FC Chelsea ausgeliehenen Belgiers wäre Werder abgestiegen. In der kommenden Saison wird de Bruyne für einen anderen Club auflaufen. Mehrere Top-Vereine wollen ihn verpflichten.
Gewinner: Auch Sokratis wird sich wohl verbessern und in der kommenden Saison international spielen. Obwohl der Grieche in der Wackel-Abwehr von Werder nicht immer einen souveränen Eindruck hinterließ, hat sein Marktwert keinen Schaden genommen. Gut für ihn - und auch für die Bremer, die eine hohe Ablöse kassieren werden.
Verlierer: Keinen Zweifel gibt es, wenn es darum geht, Marko Arnautovic (r.) und Eljero Elia zu bewerten. Das Werder-Duo gehört zu den großen Verlierern. Sportlich konnte Elia nie, Arnautovic nur selten überzeugen. Mit einer nächtlichen Spritz-Tour vor dem Spiel in Leverkusen beförderten sie sich ins Aus: Der Club suspendierte beide Profis bis zum Saisonende.
Gewinner: Die Werder-Fans. In der Schlussphase der Saison unterstützten die Anhänger ihr Team euphorisch wie selten und durften am Ende den Klassenerhalt feiern.
Gewinner: Steven Cherundolo ist ein Musterbeispiel für Vereinstreue. Seit 1999 spielt der US-Amerikaner für Hannover 96. Mit 300 Einsätzen ist er Bundesliga-Rekordspieler der Niedersachsen. Fortsetzung folgt: Cherundolos Vertrag wird noch einmal verlängert.
Verlierer: Die gesamte Führung von Hannover 96 hinterließ in der abgelaufenen Saison keinen guten Eindruck. Sportdirektor Jörg Schmadtke leistete sich auf dem Transfermarkt einige Fehlgriffe. Zudem lähmte sein Dauerstreit mit Trainer Mirko Slomka den Verein. Dieser Zwist ist beendet. Schmadtke löste seinen Vertrag auf.
Doch auch Slomka und Club-Chef Martin Kind (l.) gehören zu den Verlierern. Der Coach konnte in der Rückrunde den Abwärtstrend von 96 nicht stoppen. Kritik gab es auch am Fitness-Zustand der Mannschaft. Dabei war die Physis immer eine der Stärken von Slomkas Teams. Kind lieferte sich permanent Verbal-Duelle mit den eigenen Fans und traf dabei häufig nicht den richtigen Ton.
Gewinner: Heung Min Son ist neben Adler der herausragende Profi beim HSV, auch wenn er einige schwächere Auftritte hatte. Der 20 Jahre alte Südkoreaner hat jedoch sein großes Talent mehr als nur angedeutet, war mit zwölf Treffern bester Torschütze der Hamburger. Bleiben wird er wohl nicht. Son wird sich wahrscheinlich einem Spitzenclub anschließen.
Rafael van der Vaart ist auf der einen Seite ein Gewinner der Saison. Kaum war er zurück beim HSV, gewann das Team wieder und kämpfte sich aus der Abstiegszone. Van der Vaart ist noch immer ein Superstar in Hamburg,...
... obwohl er nicht mehr das Leistungsniveau seiner ersten Zeit in Hamburg hat. Zwischenzeitlich tauchte er häufiger in der Klatsch- als in der Sportpresse auf. Deshalb ist van der Vaart auch ein Verlierer dieser Spielzeit.
Verlierer: Maximilian Beister schoss Fortuna Düsseldorf zurück in die Bundesliga und kam mit vielen Vorschusslorbeeren nach Hamburg zurück. Für einen Stammplatz beim HSV reichte es allerdings nicht. Seine Tätlichkeit im Spiel gegen Augsburg und die folgende Fünf-Spiele-Sperre war der Tiefpunkt einer verkorksten Saison.
Verlierer sind auch der HSV-Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow (l.) und Sportchef Frank Arnesen. Jarchow kündigt seit zwei Jahren einen Sparkurs an, setzt ihn aber nicht um. Deshalb wird der HSV wieder ein hohes Minus einfahren. Arnesen ist ebenfalls für die schlechte Bilanz verantwortlich. Der Däne hat sich eine Reihe von teuren Fehleinkäufen geleistet. Seine Zukunft in Hamburg ist fraglich.
Gewinner: Diego war vor zwei Jahren von Magath in Wolfsburg aussortiert worden und kam nur zurück, weil Atletico Madrid sich den Brasilianer nicht leisten konnte. Der Spielmacher ließ sich nicht hängen und erinnerte phasenweise wieder an den Diego, der bei Werder Bremen zum Star wurde.
Verlierer Patrick Helmes war vor einigen Jahren das hoffnungsvollste Sturm-Talent in Deutschland. In Wolfsburg ist davon nicht mehr viel zu sehen. Helmes musste sich von jedem Trainer Kritik an seiner Einstellung anhören. Unter Hecking kam er nur einmal über 90 Minuten zum Einsatz.
Gewinner: Marcell Jansen hat seine beste Saison beim HSV gespielt, steht auch wieder bei Bundestrainer Joachim Löw im Notizbuch.
Gewinner: Ivica Olic. Wer als Profi-Fußballer im Alter von 33 Jahren einen Vertrag unterschreibt, der mehr als fünf Millionen Euro pro Jahr garantiert, ist sowieso auf der Gewinner-Seite. Im letzten Saison-Drittel war der Kroate aber auch sportlich ein Gewinner, erzielte sieben Treffer in den letzten elf Partien.
Jan Schlaudraff gehört zu den großen Verlierern. Nach seiner öffentlichen Kritik an den Fitness-Trainern im Wintertrainingslager von Hannover 96 war der Mittelfeldspieler nur noch ein Schatten seiner selbst.
Last but not least: Thomas Schaaf ist ein Verlierer der abgelaufenen Saison. Fast wäre er mit Werder abgestiegen. Nach 14 Jahren kam deshalb das Aus für den Coach. Einen (möglichen) Abschied mit großem Jubel wollte Schaaf nicht. Er verließ still und leise den Club, bei dem er seit 1972 Mitglied ist.