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Sieht schweren Zeiten entgegen: Maximilian Beister.
In diesen Tagen genießt Maximilian Beister die Anerkennung und Wertschätzung, die er sonst so sehr vermisst. Im Kreis der deutschen U21-Nationalmannschaft, mit der er sich auf das Länderspiel am Sonntag in Tel Aviv gegen Israel vorbereitet, ist der Angreifer des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV unumstritten. Ein unverzichtbarer Leistungsträger. Gänzlich anders sieht die Situation des 22 Jahre alten Flügelstürmers bei seinem Arbeitgeber aus. Das hochgelobte Talent steht beim HSV wegen zuletzt schwacher Trainingsleistungen und der Roten Karte nach seiner Einwechslung in der Partie gegen den FC Augsburg (0:1) am Scheideweg. Trainer Thorsten Fink erklärte zwar via "kicker": "Ich setze hier weiter auf ihn", schob jedoch sogleich hinterher: "Er muss annehmen, was ich ihm sage, dann wird er seinen Weg gehen." Doch gibt es für Beister wirklich noch einen "Hamburger Weg", oder wird der Blondschopf bereits im Sommer sein Glück abermals in der Fremde suchen? Ganz ausgeschlossen scheint ein Abgang des vertraglich noch bis 2016 an den Club gebundenen Eigengewächses nicht.
... dann wird der schwedische Nachwuchsangreifer Marcus Berg (r.) für satte zehn Millionen Euro vom FC Groningen verpflichtet. Beiersdorfer hatte sich gegen ihn ausgesprochen und wird gewusst haben, warum. Der junge Skandinavier ist in der Bundesliga überfordert, wird zeitweise nach Eindhoven ausgeliehen und soll wenn möglich wieder verkauft werden.
Beister hat in den kommenden Wochen viel Zeit, über seine Zukunft nachzudenken. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verhängte gegen ihn eine Sperre von fünf Spielen wegen des groben Foulspiels gegen Augsburg. Das übermotivierte Einsteigen nur elf Minuten nach seiner Einwechslung manövrierte ihn bei Fink "weit ins Abseits", wie der Coach deutlich zu verstehen gab. Immerhin zeigt Beister Reue. Er entschuldigte sich via "Facebook" "bei meinen Mannschaftskameraden, unseren Fans und meinem Gegenspieler Daniel Baier. Das, was ich getan habe, war sportlich nicht fair und ich bereue es zutiefst." Einsicht ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Doch wird der Youngster auch seine eigene Leistung in dieser Serie korrekt reflektieren, einsehen, mehr Geduld aufbringen zu müssen?
Beister schaffte mit Düsseldorf in der vergangenen Serie den Bundesliga-Aufstieg.
Es scheint, als sei Beister der Weg beim HSV zu lang und steinig. Zumindest hat sein Berater Carsten Kühn im "Hamburger Abendblatt" angekündigt, mit dem Bundesligisten zeitnah Gespräche über die Rolle seines Klienten führen zu wollen. Sehr zum Unmut von Trainer Fink. "Ganz klar, über solche Dinge müssen wir reden. Denn es geht hier nicht um den Erfolg den Einzelnen, sondern um den der Mannschaft", sagte der 45-Jährige. Noch scheint das Tischtuch zwischen dem Coach und seinem begabten Stürmer, den er lediglich acht Mal von Beginn an auflaufen ließ, nicht zerschnitten. Doch es gibt Risse, die zu einer Trennung führen könnten, wenn sich der U21-Nationalspieler nicht um 180 Grad wendet. Aufsteiger Fortuna Düsseldorf, an den der 22-Jährige in den vergangenen beiden Spielzeiten ausgeliehen war, scharrt bereits mit den Hufen. "Man müsste mich nicht schlagen, um ihn zu nehmen. Allerdings ist er ein Spieler, der dem HSV gehört. Ich weiß nicht, was passiert", sagte Trainer Norbert Meier Hamburger Zeitungen. Beisters Berater Kühn versuchte via "Morgenpost" die Wogen gleich wieder zu glätten: "Er weiß, dass Fortuna ihn gerne zurück hätte. Aber Maxi hat zurzeit andere Pläne."
Flügelstürmer Miroslav Stoch steht derzeit bei Fenerbahce Istanbul unter Vertrag.
Viel Eigenwerbung wird Beister in dieser Serie nicht mehr betreiben können. Erst am 32. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg darf er nach Ablauf seiner Sperre wieder auflaufen. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass es sein vorletztes Heimspiel im HSV-Trikot wird. Denn Sportchef Frank Arnesen hat offenbar bereits einen "Plan B" in der Schublade. So berichtet die türkische Zeitung "Sabah", dass die Hamburger Interesse an einer Verpflichtung von Flügelstürmer Miroslav Stoch von Fenerbahce Istanbul signalisiert haben. Arnesen kennt den 23-jährigen Slowaken noch aus gemeinsamen Zeiten beim englischen Premier-League-Club FC Chelsea. Auch Kwang-Ryong Pak vom Schweizer Zweitligisten AC Bellinzona, Mike Hanke (Borussia Mönchengladbach) und Nicklas Bendtner (Juventus Turin) werden immer mal wieder mit dem Bundesligisten in Verbindung gebracht. Mindestens einen neuen Angreifer werden die Hanseaten wohl unabhängig vom Verbleib des umworbenen Heung Min Son noch verpflichten. Die Situation für Beister wird also nicht leichter. Zumal ihm bald nicht einmal mehr die Flucht zur U21 Abwechslung verschaffen wird. Nach der EM im Juni darf er aus Altersgründen nicht mehr für das Junioren-Nationalteam auflaufen.