Stand: 15.09.2017 22:22 Uhr

96 im Rausch: Sieg im Nordduell und Platz eins

von Christian Görtzen, NDR.de
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96-Stürmer Martin Harnik feiert seinen Führungstreffer.

"Spitzenreiter! Spitzenreiter" schallte es durch die Arena von Hannover 96. Der Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga hat am Freitagabend seinen ohnehin schon guten Saisonstart durch ein 2:0 (0:0) im Nordduell gegen den Hamburger SV veredelt. Martin Harnik und Ihlas Bebou trafen vor 49.000 Zuschauern für die Niedersachsen. Trainer André Breitenreiter und sein Team sind dank des Erfolges mit beachtlichen zehn Punkten aus vier Spielen zumindest bis Sonntag Tabellenführer. Die ersatzgeschwächte Mannschaft von Gäste-Coach Markus Gisdol enttäuschte, kam nur sporadisch zu Gelegenheiten. "Heute hat uns ein bisschen die Durchschlagskraft gefehlt", räumte HSV-Stürmer Sven Schipplock ein. Hannovers Manager Horst Heldt hingegen frohlockte: "Ich glaube, dass wir verdient gewonnen haben. So muss es jetzt weitergehen."

Einzelkritik: Bebou dreht nach der Pause auf

Hannovers Felipe früh verletzt raus

4.Spieltag, 15.09.2017 20:30 Uhr

  • Hannover 96
  • 2:0


  • Hamburger SV

Tore: 1:0 Harnik (50.) 2:0 Bebou (82.)
Hannover 96: Tschauner - J. Korb, Salif Sané, Felipe (14. Bebou), Ostrzolek - Anton - Schwegler, Bakalorz - Harnik (84. F. Hübner), Karaman (78. Klaus) - Füllkrug
Hamburger SV: Mathenia - Diekmeier, K. Papadopoulos, G. Jung, Douglas Santos (86. Sakai) - Ekdal (73. Knöll), Walace - Hahn, L. Holtby - Jatta (60. Salihovic), Schipplock
Zuschauer: 49000

Weitere Daten zum Spiel

Breitenreiter musste auf Stürmer Jonathas verzichten, der aufgrund von Oberschenkelproblemen ausfiel. Trainerkollege Gisdol begann mit Bakery Jatta im offensiven Mittelfeld, Schipplock ersetzte den verletzten Angreifer Bobby Wood (Kniereizung). Zugang Sejad Salihovic saß auf der Ersatzbank. Während sich die Fans des Hamburger SV durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern einnebelten, kam ihr Team zur ersten guten Gelegenheit. Lewis Holtby setzte einen Freistoß knapp am rechten Pfosten vorbei (4.). Mangels Durchblicks herrschte im Gästeblock einige Sekunden lang zu Unrecht große Freude über den vermeintlichen Führungstreffer. In der 14. Minute war Breitenreiter zu einem Wechsel gezwungen: Nach einem Zweikampf war Schipplock unglücklich auf Felipe gefallen. Der brasilianische Verteidiger schied verletzt aus, für ihn kam Angreifer Bebou. Am Ende von einigen Verschiebungen innerhalb des Teams nahm Waldemar Anton den vakanten Platz in der Abwehr ein.

Zerrissenheit in 96-Anhängerschaft

Die "Roten" fanden nach und nach besser in die Partie. Marvin Bakalorz schoss den Ball per Innenseite auf das Tornetz (19.), Harnik verzog aus spitzem Winkel (24.). Auf den Tribünen zeigte sich derweil die Zerrissenheit in der 96-Anhängerschaft. Die Ultras gaben ihre Ablehnung von Präsident Martin Kind und dessen Plänen durch "Kind muss weg!"-Rufe deutlich zu verstehen, andere Fan-Gruppen entgegneten lautstark "Ultras raus!". Nach ansprechendem Beginn verflachte gegen Ende der ersten Halbzeit auf dem Spielfeld das Niveau. Es ging mit einem 0:0 in die Pause.

Harnik trifft, Bebou macht alles klar

So gemächlich die erste Halbzeit ausklang, so furios begann die zweite. Und dafür sorgten die Niedersachsen, die eine Verkettung von zu passiven Abwehraktionen beim Gegner bestraften. Albin Ekdal und Dennis Diekmeier verhinderten nicht den hohen Flankenball ihres ehemaligen Teamkollegen Matthias Ostrzolek, Holtby ließ Niclas Füllkrug zur Mitte köpfen, wo Gideon Jung nicht klären konnte - und der gebürtige Hamburger Harnik stocherte das Spielgerät zum 1:0 (50.) über die Torlinie. In der virtuellen Tabelle stand Hannover mit nun zehn Punkten auf dem ersten Rang. "Spitzenreiter! Spitzenreiter!" skandierten die 96-Fans. Die Freude hätte sogar kurz danach noch ausgelassener werden können, wenn Füllkrug (53.) oder Kenan Karaman (55.) weitere gute Chancen genutzt hätten.

Gisdol reagierte, er brachte Salihovic für Jatta (60.). Fünf Minuten später waren allerdings wieder die Gastgeber ganz nah dran am 2:0. Nach einem scharfen Flachpass durch Julian Korb von der rechten Außenbahn klärte Diekmeier durch einen langen Spreizschritt in höchster Not vor dem hinter ihm lauernden Karaman. In der 82. Minute war es dann doch soweit: Mathenia ließ nach einem Freistoß des kurz zuvor eingewechselten Felix Klaus nach vorne abprallen, Bebou staubte ab - 2:0. Dabei blieb es.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 14.09.2017 | 20:00 Uhr

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