Stand: 19.12.2015 17:20 Uhr

0:1 - HSV enttäuscht zum Hinrundenabschluss

von Florian Neuhauss, NDR.de

Als hätte Piotr Trochowski hellseherische Fähigkeiten. Auch wenn der ehemalige Spieler des Hamburger SV beim Auswärtsspiel seines FC Augsburg an der Elbe am Sonnabend nicht zum Einsatz kam, konnte er am Ende jubeln. Ein 1:0 der bayerischen Schwaben hatte der gebürtige Hamburger vor der Partie vorausgesagt - und so kam es dann auch. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia kassierte eine aufgrund des rapiden Leistungsabfalls Mitte der ersten Hälfte verdiente 0:1 (0:0)-Pleite. Der Bundesliga-Dino verabschiedete sich so mit der dritten sieglosen Partie in Folge in die Winterpause. Die Tabellensituation bleibt aber komfortabel. Torhüter René Adler sprach bei NDR 2 von einer "verdienten Niederlage".

Lahmer Dino schon im Winterschlaf

Früher Weckruf zeigt langsam Wirkung

17.Spieltag, 19.12.2015 15:30 Uhr

  • Hamburger SV
  • 0:1


  • FC Augsburg

Tore: 0:1 Moravek (76.)
Hamburger SV: Adler - Sakai, Djourou, Spahic, Ostrzolek - Holtby, G. Jung (81. Olic) - N. Müller, Hunt (71. Gregoritsch), Ilicevic - Lasogga (71. Schipplock)
FC Augsburg: Hitz - Verhaegh, Hong, Klavan, Max - Baier, Feulner - Esswein (85. Janker), Ji, Caiuby (70. Moravek) - Bobadilla (90. Matavz)
Zuschauer: 49726

Weitere Daten zum Spiel

Beim HSV stand erstmals seit dem neunten Spieltag wieder Aaron Hunt in der Startelf. Doch trotz des genesenen Spielmachers fanden die Hamburger zunächst offensiv nicht statt. Ganz im Gegenteil: Augsburgs Alexander Esswein setzte sich gegen HSV-Kapitän Johan Djourou, der in Wolfsburg gefehlt hatte, durch und zog aus 16 Metern ab. Aber Adler war schnell unten und parierte (2.). Der Weckruf zeigte bei den Hausherren nur langsam Wirkung, dann nahmen Lewis Holtby und Co. aber das Heft in die Hand. Matthias Ostrzolek steckte den Ball auf Nicolai Müller durch, der Offensivmann verzog aber knapp (13.). Sechs Minuten später hebelte Holtby mit einem Flugball die Augsburger Abwehr aus und Ivo Ilicevic stand frei vor Marvin Hitz. Der Torhüter bekam beim Tunnelversuch des Kroaten jedoch schnell die Beine zusammen (19.). Bei den Gästen klappte wenig. So kam auch Djourou nach einem Freistoß zum Kopfball - knapp drüber (25.); Hunt verfehlte das Ziel aus aussichtsreicher Position deutlich (26.).

Latte und Pfosten stehen Augsburg im Weg

Wie aus dem Nichts wäre dann fast das 0:1 gefallen. Esswein entwischte der HSV-Abwehr und flankte von links mit dem rechten Außenrist. Dong-Won Ji sprang in den Ball und ließ ihn geschickt von der Brust abprallen. Adler konnte nicht mehr reagieren, das Runde prallte aber an die Latte und von dort ins Aus (32.). Fünf Minuten später gab es eine besondere Auswechslung: Dem Ball war die Luft ausgegangen. Einen ähnlichen Eindruck erweckten nun die Hamburger, denen kurz darauf erneut das Aluminium helfen musste: Adler konnte Markus Feulners Kracher nur hinterhergucken - Innenpfosten (41.). Zwei Minuten später brachte Adler Gideon Jung mit einem Abwurf in Bedrängnis, entschärfte dann aber den folgenden Schuss von Caiuby sicher.

Nur FCA-Joker Moravek sticht

Kommentar

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Mit Beginn der zweiten Hälfte ließen es auch die Augsburger ruhiger angehen. Sämtlichen Offensivaktionen beider Teams fehlte der Zug zum Tor, die Abschlüsse waren allenfalls halbherzig. 22 Minuten Leerlauf - und dann waren die Gäste wie schon vor dem Seitenwechsel urplötzlich im Spiel. Daniel Baier setzte Feulner mit einem feinen Pässchen in Szene, doch dem 33-Jährigen versagten frei vor Adler die Nerven. Der Ball prallte aber genau vor die Füße von Ji. Zum Glück für den HSV verstolperte der Südkoreaner vor dem leeren Tor, Ostrzolek klärte im letzten Moment (67.). Labbadia versuchte, mit einem Doppelwechsel Schwung ins HSV-Spiel zu bringen: Die "unsichtbaren" Hunt und Pierre-Michel Lasogga machten Platz für Michael Gregoritsch und Sven Schipplock (71.). Am Drücker blieben aber die Schwaben: Ein Freistoß von Linksverteidiger Philipp Max strich knapp über Adlers Kasten (74.). Eine Minute später stand Feulner erneut allein vor dem HSV-Schlussmann, vergab aber diesmal kläglich. Das Tor fiel kurz darauf. Raúl Bobadilla scheiterte noch an Adler, FCA-Joker Jan Moravek staubte mit dem Kopf ab (76.). Die Gastgeber wurden nur noch einmal richtig gefählich, der Distanzschuss Gregoritschs ging aber knapp vorbei (87.).

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