Stand: 27.06.2015 13:01 Uhr

Hamburger SV: Ohne Moos nix los

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HSV-Sportchef Peter Knäbel ist bei der Kaderplanung nicht zu beneiden.

Seit Freitag wissen die Verantwortlichen beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, wer der erste Gegner in der neuen Saison wird - mit welchen Spielern die Norddeutschen am 14. August (20.30 Uhr) beim FC Bayern München antreten werden, ist jedoch völlig offen. Zahlreichen feststehenden Abgängen sollen noch weitere (Valon Behrami, Petr Jiracek) folgen, auf der Liste der Neuverpflichtungen steht aber erst ein einziger Name - und der ist noch nicht einmal offiziell bestätigt: Das 19 Jahre alte türkische Stürmertalent Batuhan Altintas soll von Bursaspor kommen - für den Wechsel-Vollzug fehlt jedoch noch eine Unterschrift. Fakt ist: Sportchef Peter Knäbel sind finanziell die Hände gebunden, deshalb kann er auf dem Transfermarkt nicht im großen Stil zuschlagen.

Baustelle HSV: Wer kommt? Wer geht?

Raten in Höhe von zehn Millionen Euro noch fällig

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Für Neu-St.-Paulianer Lasse Sobiech muss der HSV noch 500.000 Euro an Dortmund zahlen.

Mit den Abschieden von Rafael van der Vaart, Heiko Westermann, Marcell Jansen, Slobodan Rajkovic und Julian Green sparen die Hanseaten zwar hohe Gehaltskosten ein, kassierten aber auch keinerlei Ablösesummen. In zwei Fällen (Maximilian Beister und Lasse Sobiech) löste der HSV laufende Verträge auf und musste entsprechend Abfindungen zahlen. Ein Szenario, das der Bundesligist auch für Jacques Zoua anstrebt. Für Sobiech, der zum FC St. Pauli wechselt, soll laut "Hamburger Abendblatt" sogar noch eine Transferrate von 500.000 Euro an Borussia Dortmund fällig sein. Von den Westfalen war der Abwehrspieler im Sommer 2013 an die Elbe gekommen. Insgesamt mehr als zehn Millionen Euro seien zudem noch für die in der vergangenen Saison getätigten Transfers (Lewis Holtby, Pierre-Michel Lasogga, Nicolai Müller, Matthias Ostrzolek, Marcelo Diaz und Ivica Olic) offen, schreibt die "Sportbild". Das "Abendblatt" nennt auch noch fällige Beraterhonorare - zum Beispiel für René Adlers Agent Jörg Neubauer in Höhe von 550.000 Euro.

Platzt auch der Gregoritsch-Transfer?

Kein Wunder also, dass die Hamburger umworbene Spieler wie Paderborns Süleyman Koc bislang nicht bekamen. Der Bundesliga-Absteiger forderte 2,5 Millionen Euro - zu viel für den HSV. Ein ähnliches Schicksal droht beim anvisierten Transfer von Michael Gregoritsch. Das erste Hamburger Angebot von 1,5 Millionen Euro lehnte Zweitligist VfL Bochum ab, nun hat Knäbel nachgebessert und auf zwei Millionen erhöht. Ob das reicht, wird sich zeigen. Um weiteren Spielraum für Neuverpflichtungen zu haben, müsste der HSV wohl noch weitere Profis verkaufen. Neben den genannten Behrami und Jiracek ist Jonathan Tah ein begehrter Kandidat, doch bislang lehnten die Hamburger die Offerten von Bayer Leverkusen (sechs Millionen Euro) ab. Es scheint sich zu bewahrheiten, was Knäbel bereits Anfang Juni in der "Hamburger Morgenpost" ankündigte: "Man sollte nicht zu viel erwarten, was die Anzahl der Zugänge betrifft. Da kommen jetzt sicher nicht fünf, sechs Spieler auf einmal."

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