Braunschweig gehört 1963 zu den Gründungsmitgliedern der Fußball-Bundesliga. Erster Eintracht-Torschütze als Profi ist Angriffs-Legende Klaus Gerwien beim 1:1-Auftaktspiel gegen 1860 München.
Eintracht-Trainer in den 60er Jahren ist Helmuth Johannsen, ...
...der die Braunschweiger 1967 sogar überraschend zum deutschen Meistertitel führt. Die Mannschaft war als krasser Außenseiter gestartet und schafft die Sensation dank einer überragenden Defensive, die nur 27 Gegentreffer zulässt.
Starker Rückhalt zu dieser Zeit: Torhüter Horst Wolter, der mit 13 Einsätzen im DFB-Trikot bis heute Braunschweigs Rekordnationalspieler ist.
Auf Platz zwei in Braunschweigs Rangliste der deutschen Nationalspieler: Bernd Dörfel, der 1968 vom HSV zu den "Löwen" wechselte.
Am 24. März 1973 schreibt die Eintracht in Deutschland Fußball-Geschichte: Braunschweig läuft gegen Schalke 04 als erste deutsche Mannschaft mit Trikotwerbung auf. Dennoch steigen die Niedersachsen ein Jahr später ab, um 1974 den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen.
Auch in Sachen Fairness hält Braunschweig einen wohl ewigen Rekord: Elf Bundesliga-Spielzeiten in Folge bleibt sie ohne Platzverweis - bis Wolfgang Grzyb am 30. August 1975 den Schiedsrichter Manfred Scheffner lautstark kritisiert und dafür die Rote Karte sieht.
Nach dem Wiederaufstieg 1974 beginnt in Braunschweig die zweite Fußball-Glanzzeit. Die Mannschaft etabliert sich in der Bundesliga-Spitze...
...und ist auch wieder auf internationalem Parkett unterwegs.
Vater des Erfolgs: Trainer Branco Zebec, der mit Braunschweig den ganz großen Wurf allerdings verpasst.
1977 gelingt Eintracht-Mäzen und Jägermeister-Besitzer Günter Mast ein Transfer-Coup: Für 1,5 Millionen Mark Ablöse wechselt Weltmeister Paul Breitner von Real Madrid nach Braunschweig.
Dennoch geht es sportlich so langsam bergab. 1980 verpasst Braunschweig zum zweiten Mal den Bundesliga-Klassenerhalt.
Traurige Berühmtheit erlangt Eintracht-Profi Lutz Eigendorf, der 1979 aus der DDR geflohen war.
Er stirbt 1983 bei einem Autounfall. Nach der Wiedervereinigung recherchiert WDR-Journalist Heribert Schwan die TV-Dokumentation "Tod dem Verräter", nach der Eigendorf wohl einem Attentat der DDR-Stasi zum Opfer gefallen ist.
1985 spielt Eintracht Braunschweig zum bisher letzten Mal in der Bundesliga. Die Niedersachsen werden Tabellenletzter und steigen zum dritten Mal ab. Für die Fans der Beginn einer langen Leidenszeit: 1987 und 1993 verschwindet die Mannschaft sogar in der Oberliga Nord.
Nach dem zweiten Absturz in die Drittklassigkeit dauert es neun lange Jahre, ehe die Mannschaft und ihre Anhänger wieder auf dem Rathausplatz jubeln dürfen: 2002 gelingt die Rückkehr in die Zweite Liga.
Der Wiederabstieg lässt zwar nur ein Jahr auf sich warten, dafür aber schenkt die Mannschaft ihren Fans als Regionalligist unvergessliche Pokal-Abende. Am 29. Oktober 2003 wirft die Eintracht sogar den Erzrivalen Hannover 96 mit 2:0 aus dem Wettbewerb.
Zu den Siegern gehört auch Stürmer Jürgen Rische, der in sechs Jahren bei der Eintracht nicht nur Torjäger, sondern auch Mannschaftskapitän und Identifikationsfigur für die leidgeprüften Fans wird.
Im Jahr 2005 folgt der nächste Aufstieg in die Zweite Liga, aber...
...auch Trainer Michael Krüger kann der Fahrstuhlmannschaft keine Kontinuität beibringen. Er wird im Herbst 2006 entlassen.
Eine wahre Horrorsaison, da möchten nicht einmal mehr die Spieler hinsehen.
Fünf Trainer verschleißt die Eintracht in einer Saison - Rekord im deutschen Profi-Fußball. Nummer vier ist Willi Reimann, der im Winter elf neue Spieler holt...
...und trotzdem keinen Erfolg hat. Der dritte Abstieg in die Dritte Liga ist besiegelt.
Mit Benno Möhlmann auf der Trainerbank strebt Braunschweig die Rückkehr in Liga zwei an. Doch nach einer erneut vollkommen verkorksten Saison muss die Eintracht sogar um die Qualifikation für die neu geschaffene Dritte Liga zittern.
Erst am letzten Spieltag erobern die Niedersachsen in einem Herzschlagfinale erstmals in der Saison 2007/2008 den begehrten zehnten Platz.
Dank Stürmer Dominick Kumbela, der beim 2:0 gegen den Dortmunder Nachwuchs einen Elfer herausholt sowie einen Treffer erzielt, und der Schützenhilfe des VfB Lübeck können die "Löwen" den erstmaligen Sturz in die Viertklassigeit vermeiden.
Trainer Torsten Lieberknecht hat in der Saison 2008/2009 keinen leichten Job. Sein Team schwebt in latenter Abstiegsgefahr, belegt am Ende aber den 13. Platz und darf weiter in der Dritten Liga spielen. In der folgenden Spielzeit verpasst die Eintracht den Aufstieg nur knapp.
In der Saison 2010/11 dominiert Braunschweig die Dritte Liga. Bereits am 32. Spieltag sichert sich die Eintracht durch einen 1:0-Erfolg in Unterhaching den Aufstieg in die Zweite Liga.
Vater des Erfolges ist Lieberknecht. Der Coach feiert die Rückkehr in die Zweite Liga mit den Eintracht-Fans.
Die Braunschweiger Fans haben auch in der Zweiten Liga viel Grund zum Jubeln: Als bester Aufsteiger belegen die Löwen in der Saison 2011/2012 Rang acht.