Der Berliner Stefan Beinlich wählt 1991 einen ungewöhnlichen Weg in den Profifußball und wechselt von der SG Bergmann-Borsig zu Aston Villa - zusammen mit Teamkollege Matthias Breitkreuz. Bei dem englischen Premier-League-Verein unterschreibt der damals 19-Jährige seinen ersten Vertrag im bezahlten Fußball.
Nach drei Jahren auf der Insel und lediglich 16 Einsätzen für Aston Villa (ein Tor) kommt Beinlich 1994 zurück. Seine erste Profistation in Deutschland ist der Zweitligist Hansa Rostock, mit dem er gleich in die Bundesliga aufsteigt.
1997 wechselt "Paule", wie er von den Kollegen gerufen wird, zu Bayer Leverkusen. Mit der Werkself wird der technisch versierte Linksfuß zweimal deutscher Vizemeister (1999 und 2000) und avanciert zum Nationalspieler...
...am 2. September 1998 gibt Beinlich beim Freundschaftsspiel gegen Malta (2:1) sein Debüt im DFB-Trikot. Bis 2000 kommen noch vier Einsätze dazu.
Nach drei Jahren in Leverkusen entschließt sich der Mittelfeldstratege 2000 erneut für eine Luftveränderung. Was liegt da näher, als wieder die Berliner (Heimat-)Luft zu schnuppern. Fortan trägt Beinlich das Trikot von Hertha BSC und gibt im Mittelfeld des Hauptstadtclubs die Richtung vor.
Anschluss findet der humorvolle Kicker überall schnell. So ist auch der Wechsel zum Hamburger SV im Sommer 2003 kein Problem. Dino und "Paule" verleben auf jeden Fall eine harmonische Zeit, an deren Ende die Champions-League-Qualifikation 2006 steht.
Mit der Rückkehr nach Rostock, wo Beinlich die Mannschaft als Kapitän in die Bundesliga führt, allerdings auch den sofortigen Wiederabstieg hinnehmen muss, schließt sich der Kreis für den Profi.
Eine Knorpelabsprengung sowie ein Außenmeniskusriss im linken Knie sorgen 2008 für das Karriereende des 36-Jährigen - nach 288 Bundesligaspielen, in denen er 56 Tore erzielt. 18.900 Fans feiern ihren "Paule" beim Abschiedsspiel in Rostock am 15. November 2009.
Ein halbes Jahr später wird Stefan Beinlich als Manager der Mecklenburger, die kurz zuvor in die Dritte Liga abgestiegen waren, vorgestellt.
Die Arbeit Beinlichs trägt schnell Früchte: Im Sommer 2011 bejubelt er mit den Fans den direkten Wiederaufstieg Hansas in die Zweite Liga.
Doch es läuft nicht rund für den Aufsteiger. Nach nur einem Sieg aus 17 Spielen muss Trainer Peter Vollmann gehen. Stefan Beinlich setzt bei der schwierigen Mission Klassenerhalt nun auf Coach Wolfgang Wolf (l.).