Stand: 06.03.2016 15:23 Uhr

Dämpfer für St. Paulis Aufstiegshoffnungen

von Uli Petersen, NDR.de
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Hängende Köpfe und leere Hände: Das 0:2 in Heidenheim war die erste Auswärtsniederlage für St. Pauli im Jahr 2016.

Für den FC St. Pauli ist der Rückstand auf den Relegationsrang im Aufstiegsrennen der Zweiten Liga am 25. Spieltag wieder größer geworden. Statt zwei beträgt der Rückstand auf den Tabellendritten 1. FC Nürnberg nach dem 0:2 (0:0) beim 1. FC Heidenheim nun fünf Punkte. Die Norddeutschen riefen am Ende einer kraftraubenden englischen Woche mit drei Spielen innerhalb von acht Tagen nicht ihr Können ab, sie verloren die Partie im Osten Baden-Württembergs völlig verdient. Das sah auch Trainer Ewald Lienen nach dem Schlusspfiff am Sonntagnachmittag so: "Die letzten Spiele haben viel Kraft gekostet, das hat man heute gemerkt. Die Jungs hatten nicht viel zuzusetzen." Einen Vorwurf machen wollte er seinen Spielern aber nicht: "Wir waren personell am Limit." Für die Hamburger war es die erste Auswärtsniederlage seit dem 0:2 bei 1860 München Ende November vergangenen Jahres - vier Partien hintereinander hatten die Kiezkicker in der Fremde zuletzt gepunktet (drei Siege, ein Unentschieden).

Kiezkicker patzen im Aufstiegsrennen

Kiezkicker agieren viel zu passiv

25.Spieltag, 06.03.2016 13:30 Uhr

  • FC Heidenheim
  • 2:0


  • FC St. Pauli

Tore: 1:0 Thomalla (71.) 2:0 Finne (81.)
FC Heidenheim: J. Zimmermann - R. Strauß, Kraus, Beermann, Feick - Leipertz (82. Titsch-Rivero), Griesbeck, Theuerkauf, Schnatterer (85. Skarke) - Thomalla, Morabit (67. Finne) -
FC St. Pauli: Himmelmann - Hornschuh, L. Sobiech, Ziereis, Buballa (81. Keller) - Rzatkowski, Alushi - Picault (46. Verhoek / 59. Choi), Buchtmann, Dudziak - Thy
Zuschauer: 14000

Weitere Daten zum Spiel

St. Pauli trat im Vergleich zum 1:0 gegen Eintracht Braunschweig am vergangenen Donnerstag mit drei neuen Startelf-Spielern an: Christopher Buchtmann, Fabrice-Jean Picault und Lasse Sobiech ersetzten Waldemar Sobota (gelbgesperrt), John Verhoek und Joel Keller. Die Gäste begannen die Partie mit einer extrem passiven Marschroute: Nach Balleroberungen im Mittelfeld wurde eher quer und zurück als nach vorne gespielt, auch wurde Heidenheims Spielaufbau erst ab der Mittellinie gestört - Pressing sieht anders aus. Viel mehr als eine Schusschance durch Robert Leipertz, die Robin Himmelmann zunichte machte (4.), sprang für die Gastgeber in der Anfangsphase aber nicht heraus. Den ersten Torschuss der Hamburger setzte Marc Rzatkowski aus rund 40 (!) Metern knapp daneben (24.). St. Pauli übernahm danach die Initiative, kam der Führung näher: FCH-Keeper Jan Zimmermann parierte Schüsse von Enis Alushi (28.) und Lennart Thy (30.), ehe Alushi aus 19 Metern per Flachschuss nur den linken Pfosten traf (31.). Die letzte Viertelstunde vor der Pause gehörte allerdings Heidenheim, da sich St. Pauli erneut weit zurück zog. Bei Schüssen von Smail Morabit (39.) und Marc Schnatterer (43.) musste Himmelmann aber nicht eingreifen: Der Ball flog jeweils links an seinem Gehäuse vorbei.

Thomalla bestraft Himmelmann-Patzer

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John Verhoek wurde kurz nach seiner Einwechslung mit Verdacht auf eine Bänderverletzung ausgewechselt.

Auch nach dem Seitenwechsel setzten nur die Hausherren offensive Ausrufezeichen: Denis Thomalla und Timo Beermann kamen schnell zu einer Doppelchance aus kurzer Distanz, die Himmelmann und Philipp Ziereis auf der Linie abwehren konnten (53.). Der Joker-Einsatz des im kommenden Sommer nach Heidenheim wechselnden Verhoek dauerte nicht lange: In der 46. Minute für Picault eingewechselt, knickte der Stürmer mit dem rechten Fuß böse um (57.), für ihn kam Kyoung-Rok Choi bei den Gästen ins Spiel. Heidenheim dominierte die Partie gegen viel zu passive Hamburger weiter - und belohnte sich schließlich: Konnte Himmelmann einen Distanzschuss von Schnatterer noch entschärfen (70.), boxte der Gäste-Keeper eine Minute später einen Leipertz-Schuss aus dem kurzen Eck direkt vor die Füße von Thomalla. Der FCH-Stürmer traf aus kurzer Distanz unhaltbar unter die Latte zum 1:0. Die folgenden Angriffsbemühungen der Norddeutschen blieben erfolglos. Ein Kontertor der Gastgeber durch Bard Finne (81.) sorgte schließlich für die Entscheidung.

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