Stand: 26.11.2017 15:57 Uhr

St. Pauli in Fürth: Ein Auftritt zum Vergessen

von Johannes Freytag, NDR.de
St. Paulis Trainer Olaf Janßen erlebte die schlechteste Saisonleistung seines Teams.

Fußball-Zweitligist FC St. Pauli geht schweren Zeiten entgegen. Die Hamburger boten am Sonntag beim Tabellenvorletzten Greuther Fürth eine ganz schwache Partie und verloren auch in der Höhe völlig verdient mit 0:4 (0:2). Seit nunmehr sechs Spielen warten die Kiezkicker auf einen Sieg und müssen zudem am kommenden Freitag in Bielefeld auf Bernd Nehrig verzichten. Der Kapitän sah nach einer knappen Stunde Spielzeit zu Recht die Gelb-Rote Karte. "Ich muss Fürth zu einem hochverdienten Sieg gratulieren. Das Gesicht, das meine Mannschaft gezeigt hat, kannte ich noch nicht", sagte St. Paulis Trainer Olaf Janßen.

Schwacher erster Durchgang von St. Pauli

15.Spieltag, 26.11.2017 13:30 Uhr

  • Greuth. Fürth
  • 4:0


  • FC St. Pauli

Tore: 1:0 Max. Wittek (33.) 2:0 Raum (45.) 3:0 Narey (72.) 4:0 Green (79.)
Greuth. Fürth: Burchert - Maloca, Gugganig, M. Caligiuri - Hilbert (76. Steininger), Sontheimer, Pintér (30. Aycicek), Max. Wittek - Narey, Raum (82. Dursun) - Green
FC St. Pauli: Himmelmann - L.-M. Zander, L. Sobiech, Avevor, Buballa - Nehrig, Buchtmann - C. Sahin, Litka (65. Möller Daehli) - Bouhaddouz (73. Schneider), Allagui (46. Flum)
Zuschauer: 10810

Weitere Daten zum Spiel

Janßen überraschte mit einer offensiven Aufstellung und beorderte sowohl Aziz Bouhaddouz als auch Sami Allagui in die Startelf. Auf der linken Außenbahn spielte Maurice Litka für Waldemar Sobota. Durchschlagenden Erfolg brachten diese Maßnahmen zunächst nicht. Ein harmloser Distanzschuss von Bouhaddouz (2.) und ein Steilpass auf Allagui, den aber Fürths Keeper Sascha Burchert vor dem Hamburger Angreifer erreichte, waren die einzig erwähnenswerten Offensivaktionen der Gäste. Deutlich gefährlicher präsentierten sich die Fürther, die in der 24. Minute hätten in Führung gehen müssen: Julian Green und Kahled Narey hebelten per Doppelpass die Defensive der Braun-Weißen aus, Robin Himmelmann verhinderte per Fußabwehr das Gegentor. Wenig später war St. Paulis Torwart allerdings machtlos. Seine Vorderleute hatten Maximilian Wittek auf der rechten Abwehrseite "vergessen", der 22-Jährige jagte den Ball aus 13 Metern ins Netz (33.). Eine Reaktion der Gäste blieb aus, stattdessen erhöhte Fürth kurz vor der Pause auf 2:0: Ein weiter Abschlag von Burchert landete bei David Raum, der Youngster überwand Himmelmann mit einem schönen Schlenzer (45.).

Gelb-Rot für Nehrig

Nach Wiederanpfiff reagierte Janßen auf die dürftige Vorstellung seines Teams und stellte wieder auf ein 4-2-3-1, Johannes Flum ersetzte Allagui. Zwar sorgte Litka in der 48. Minute für den ersten Torabschluss der Hamburger, ansonsten änderte sich aber nur wenig. Die Kiezkicker agierten viel zu umständlich und zu langsam im Spielaufbau, die Franken hatten keine Mühe, sich in der Abwehr zu formieren. Dann schwächte sich St. Pauli selbst: Der bereits in der ersten Spielhälfte mit Gelb bedachte Bernd Nehrig foulte munter weiter, Schiedsrichter Martin Thomsen (Kleve) blieb schließlich nichts anderes übrig, als den Defensivmann mit Gelb-Rot vom Platz zu schicken (63.).

St. Pauli fällt auseinander

Die Partie war gelaufen. Levent Aycicek scheiterte aus spitzem Winkel am großartig reagierenden Himmelmann (67.), kurz darauf machte Narey alles klar: Er umkurvte Luca Zander und schob dann aus neun Metern zum 3:0 ein (72.). Sinnbildlich für die schwache St.-Pauli-Vorstellung am Fürther Ronhof war zuvor die 69. Minute gewesen: Bouhaddouz tauchte urplötzlich frei vor Burchert auf, doch statt auf den mitgelaufenen Zander querzulegen, brachte der Marokkaner nur ein harmlosen Schüsschen zustande. Besser machten es die Gastgeber. Nach einem Doppelpass mit Raum traf Green zum 4:0 (79.). Und es hätte noch schlimmer kommen können: Daniel Steininger traf zum Glück aus Hamburger Sicht nur den Pfosten (88.).

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 26.11.2017 | 22:50 Uhr