Stand: 01.12.2017 20:18 Uhr

Arminia Bielefeld verschärft St. Paulis Krise

von Florian Neuhauss, NDR.de
St. Paulis Waldemar Sobota hatte das 1:0 auf dem Fuß - danach wurde es bitter.

Anfang Oktober, der FC St. Pauli hatte gerade das Nordduell in Braunschweig gewonnen, waren die Hamburger mittendrin im Aufstiegskampf. Genau zwei Monate später sind die Kiezkicker sprichwörtlich am Boden. Das 0:5 (0:2) bei Arminia Bielefeld am Freitagabend war nicht nur das siebte sieglose Spiel in Folge in der Zweiten Liga, die Art und Weise wie das Team von Trainer Olaf Janßen verlor, war erschreckend. Wer geglaubt hatte, es könnte nach dem 0:4 in Fürth am vorigen Wochenende nur bergauf gehen, sah sich getäuscht. Spätestens jetzt muss St. Pauli nach unten gucken; die Abstiegszone ist trotz der komfortablen Tabellensituation gefährlich nahe. "Das war in den letzten 30 Minuten sehr bitter zuzuschauen", sagte Janßen.

Putaro belohnt Arminia und schockt Kiezkicker

16.Spieltag, 01.12.2017 18:30 Uhr

  • A. Bielefeld
  • 5:0


  • FC St. Pauli

Tore: 1:0 Putaro (38.) 2:0 Dick (53.) 3:0 Hartherz (63.) 4:0 Kerschbaumer (77.) 5:0 Klos (85.)
A. Bielefeld: Ortega - Dick, Börner, Salger, Hartherz - Putaro (68. Weihrauch), Prietl, Schütz (83. Massimo), Kerschbaumer (81. Hemlein) - Klos, Voglsammer
FC St. Pauli: Himmelmann - L.-M. Zander, L. Sobiech, Avevor, Buballa - Flum, Buchtmann - C. Sahin (78. Litka), Möller Daehli, Sobota (59. Bouhaddouz) - Schneider
Zuschauer: 22826

Weitere Daten zum Spiel

Der Coach hatte nach der jüngsten Schlappe gleich auf vier Positionen umgestellt: Neben Johannes Flum, Mats Möller Daehli und Waldemar Sobota stand auch Jan-Marc Schneider in der Startelf. Während der U23-Stürmer sein Startelf-Debüt feierte, saßen die etablierten Angreifer Sami Allagui und Aziz Bouhaddouz sowie Maurice Litka auf der Bank. Kapitän Bernd Nehrig fehlte wegen seiner Gelb-Roten Karte.

Das neuformierte Team startete stark. Cenk Sahin wirbelte im Mittelfeld und setzte seine Mitspieler sehr gut in Szene. Aber Arminias Schlussmann Stefan Ortega nahm dem einschussbereiten Möller Daehli den Ball gerade noch vom Fuß (4.) - und Waldemar Sobota traf vier Meter vor dem Tor den Ball nicht (6.).

Doch St. Paulis Dominanz hatte nicht lange Bestand. Nachdem Fabian Klos (14.), Andreas Voglsammer (19.) und Leandro Putaro, der das Tor mit seinem Kopfball denkbar knapp verfehlte (22.), bereits gefährlich vor Robin Himmelmann aufgetaucht waren, passierte es: Putaro kam diesmal per Fuß zum Abschluss, Christopher Buchtmann stand zu weit weg, und Himmelmann streckte sich vergeblich - 1:0 für die Gastgeber (38.). Unmittelbar vor dem Pausenpfiff prüfte Buchtmann noch einmal Ortega, den Abpraller versenkte Christopher Avevor zum vermeintlichen Ausgleich im Tor. Doch der Innenverteidiger stand deutlich im Abseits.

Auch Bielefeld macht es deutlich

Zu Beginn der zweiten Hälfte wirkten die Hamburger weiter angeschlagen. Zwar hatte Schneider eine Kopfball-Chance (48.), doch die Bielefelder waren weiter gefährlicher. Himmelmann hielt erst gegen Putaro (50.) und war wenig später doch machtlos: Lasse Sobiech bugsierte einen Eckball genau vor die Füße von Florian Dick. Der Rechtsverteidiger zog per Drop-Kick ab und jagte den Ball in den Winkel - 2:0 (53.).

Und dann wurde es ganz bitter. Voglsammer schickte Florian Hartherz auf die Reise und der ließ sich nicht aufhalten. Buballa versuchte noch vor der Linie zu klären, scheiterte dabei jedoch (63.). Das 3:0 war die Entscheidung. Die St. Paulianer versuchten sich an einer Antwort, die beste Chance hatte Sobiech nach einer Ecke. Doch im direkten Gegenzug setzte Bielefeld prompt einen drauf, am Ende des Konters schoss Konstantin Kerschbaumer überlegt zum 4:0 ein (77.). Acht Minuten später folgte der fünfte und letzte Streich, nachdem Klos freistehend zum Kopfball kam.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 02.12.2017 | 14:00 Uhr