Stand: 14.02.2016 15:36 Uhr

Braunschweig zurück im Aufstiegs-Rennen

von Andreas Bellinger, NDR.de

Eintracht Braunschweig hat die Hoffnung im Aufstiegs-Rennen der Zweiten Liga noch lange nicht aufgegeben. Eine Woche nach der ernüchternden Vorstellung beim 0:2 bei Spitzenreiter RB Leipzig schafften die "Löwen" am Sonntag einen mühsamen 1:0 (1:0)-Erfolg gegen Arminia Bielefeld, das eindrucksvoll unter Beweis stellte, warum es erst die zweite Niederlage auf des Gegners Platz kassieren musste. Vor 22.235 Zuschauern im Stadion der Niedersachsen traf Ken Reichel schon nach fünf Minuten zum 1:0. Es war sein fünfter Saisontreffer, mit dem er die Eintracht mit jetzt 32 Punkten zurückbrachte im Kampf um die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. "Wir haben Kampf und Leidenschaft gezeigt und am Ende glücklich gewonnen", sagte der Siegtorschütze. Trainer Torsten Lieberknecht hatte nachdrücklich gefordert, "die Niederlage aus Leipzig wettzumachen". Seine Spieler versuchten ihm zu folgen, wenn auch meist wenig überzeugend. Nach einer "Notbremse" von Brian Behrendt (89.) und der nur zwei Minuten später folgenden Gelb-Roten Karte für den eingewechselten Domi Kumbela beendeten beide Mannschaften die Partie nur zu zehnt.

"Löwen" siegen mit Glück gegen Bielefeld

Reichel trifft zum Tor des Tages

21.Spieltag, 14.02.2016 13:30 Uhr

  • Braunschweig
  • 1:0


  • A. Bielefeld

Tore: 1:0 K. Reichel (5.)
Braunschweig: Gikiewicz - Ofosu-Ayeh, Baffo, Decarli, K. Reichel - Boland, Matuschyk - Khelifi, Omladic (62. Düker), Holtmann (81. Schönfeld) - Ademi (63. Kumbela)
A. Bielefeld: Hesl - Dick (81. Görlitz), Behrendt, Börner, Schuppan - Hemlein (57. Voglsammer), Junglas, Schütz, Ryu - Francisco Rodriguez - Klos
Zuschauer: 22235

Weitere Daten zum Spiel

Mit eindringlichen Worten, so hieß es, hatte der Braunschweiger Coach auf die schwache Vorstellung in Sachsen reagiert. Und die Gardinenpredigt verfehlte ihre Wirkung zunächst nicht. Die Eintracht startete aggressiv und ging nach nur fünf Minuten ebenso überraschend wie glücklich in Führung. Auf der linken Seite hatte sich Gerrit Holtmann durchgesetzt und mit einem klugen Pass Reichel im Strafraum gefunden. Der hatte zunächst zwar seine Probleme, den Ball unter Kontrolle zu bringen, traf dann aber durch die Beine seines Gegenspielers ins lange Eck. Damit aber waren die gefährlichen Szenen vor dem Tor der Arminen schon aufgezählt. Braunschweig verlegte sich auf Konter und tat nicht mehr als notwendig erschien. Doch auch den Bielefeldern gelang es nicht, den letzten Pass zu spielen und die optische Überlegenheit zum Ausgleich zu nutzen.

Lieberknecht nur mit Resultat zufrieden

Vor allem die lasche Art im Zweikampf gegen Leipzig hatte Lieberknecht seinen Spielern vorgehalten - und seine Elf auf drei Positionen verändert. Holtmann sowie Adam Matuschyk ("Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt als gegen Leipzig"), der beim 2:0 im Hinspiel die Führung erzielt hatte, und Orhan Ademi brachte der Coach für den zuletzt schwachen Hendrick Zuck, Winter-Rückkehrer Kumbela und Jan Hochscheidt. Auf Verteidiger Marcel Correia musste er wegen einer Zerrung weiter verzichten. "Unsere Zweikampfquote müssen wir unbedingt verbessern", hatte der Coach gefordert - und konnte zur Pause außer mit dem Ergebnis alles andere als zufrieden sein. Nach einer Stunde schließlich hatte Lieberknecht die Nase voll.

Arminia verschenkt den Ausgleich

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Braunschweigs Ken Reichel durfte schon nach fünf Minuten über das Tor des Tages jubeln.

Als der Bielefelder Francisco Rodriguez in der 61. Minute die Riesenchance zum Ausgleich fahrlässig verschenkte - aus fünf Metern knallte er den Ball freistehend an die Latte - holte Lieberknecht Ademi und Nik Omladic vom Platz und brachte Kumbela und Julius Düker. Prompt wurde die Partie schwungvoller - und nun wurden auch die "Löwen" bissiger und kamen wieder häufiger in die Nähe des Bielefelder Strafraums. Doch letztlich blieb es eine Momentaufnahme; das geforderte "robuste Team" wird Lieberknecht auch in den nächsten Trainingseinheiten weiter formen müssen.

Zwei Platzverweise kurz vor Schluss

Dass es trotzdem zum neunten Saisonsieg reichte, lag vor allem an der Schwäche der Ostwestfalen im Abschluss. Die Eintracht blieb ebenso harmlos: Reichel verfehlte (83.), nachdem auch Lieberknechts letzter Trumpf mit der Einwechslung von Patrick Schönfeld für Holtmann nicht stach. Hektisch wurde es zum Schluss, nachdem erst Behrendt nach einem Foul an Kumbela als "letzter Mann" die Rote Karte sah (89.). Der schon verwarnte Kumbela rempelte nur zwei Minuten später Arminen-Keeper Wolfgang Hesl und wurde von Schiedsrichter Robert Kempter (Sauldorf) nur 30 Minuten nach seiner Einwechslung vom Platz gestellt.

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