Stand: 29.11.2015 16:50 Uhr

0:4 - deutliche Heimschlappe für St. Pauli

von Johannes Freytag, NDR.de
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St. Paulis Profis (l.) sind bedient, während die Gäste aus Nürnberg ihre Treffer bejubeln.

Eine Woche nach dem 0:2 bei 1860 München ist der FC St. Pauli auch im eigenen Stadion ohne Tor geblieben. Die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen unterlag am Sonntag dem 1. FC Nürnberg unerwartet deutlich mit 0:4 (0:2). Während die Franken ihre wenigen Offensivaktionen gnadenlos effektiv nutzten, konnte St. Pauli mit dem eigenen Ballbesitz nichts anfangen. Zum ersten Mal in dieser Saison kassierten die Kiezkicker zwei Niederlagen in Folge und stehen dennoch weiter auf dem dritten Tabellenplatz, weil Konkurrent Sandhausen in Duisburg verlor. "Wir kamen gut rein mit einigen Chancen, allerdings hat uns die Kompaktheit gefehlt", sagte Lienen nach der Partie. "Wir sind in Nürnbergs Falle getappt und in dumme Konter gelaufen" ergänzte Verteidiger Lasse Sobiech.

Kiezkicker erleiden Dämpfer gegen Nürnberg

Füllkrug schockt St. Pauli

16.Spieltag, 29.11.2015 13:30 Uhr

  • FC St. Pauli
  • 0:4


  • 1.FC Nürnberg

Tore: 0:1 Füllkrug (18.) 0:2 Füllkrug (43.) 0:3 Leibold (53.) 0:4 Erras (89.)
FC St. Pauli: Himmelmann - Hornschuh, L. Sobiech, Ziereis, Buballa - Buchtmann, Alushi (78. Gonther) - Kalla (46. Dudziak), Sobota, Maier (72. Verhoek) - Thy
1.FC Nürnberg: R. Schäfer - Brecko, Margreitter, Bulthuis, Sepsi - Erras, Behrens - Schöpf, Möhwald (75. Petrak), Leibold (88. Hercher) - Füllkrug (62. Blum)
Zuschauer: 29546

Weitere Daten zum Spiel

Der St.-Pauli-Coach stellte sein Team auf zwei Positionen um. Für Marc Rzatkowski ("wir wollten ihm einfach mal eine Pause gönnen"), lief Enis Alushi im defensiven Mittelfeld auf. Im offensiven Mittelfeld ersetzte Jan-Philipp Kalla den Südkroeaner Kyoung-Rok Choi. Die Kiezkicker setzten die Franken schnell unter Druck und kamen zu Torchancen. Sebastian Maier (6., 11.) aus der Distanz und Lennart Thy per Kopf (9.) scheiterten jedoch. Wie es effektiver und damit besser geht, zeigten die Nürnberger: Miso Brecko flankte von der rechten Seite und Niclas Füllkrug drückte den Ball ins Tor (18.), St. Paulis Innenverteidigung sah dabei nicht gut aus. Kurz vor der Pause schickte Alessandro Schöpf erneut Füllkrug mit einem langen Ball auf die Reise - wieder standen Sobiech und Philipp Ziereis schlecht - und der frühere Bremer überwand St. Paulis Keeper Robin Himmelmann zum zweiten Mal (43.). Dazwischen war St. Pauli durchaus bemüht, aber die Hamburger kamen kaum noch vor das Tor von Raphael Schäfer. Ein Distanzschuss von Sobiech war mehr eine Verzweiflungstat und verfehlte zudem das Nürnberger Gehäuse deutlich (39.).

Leibold macht früh den Deckel drauf

Lienen reagierte und brachte zur zweiten Spielhälfte Jeremy Dudziak für den blass gebliebenen Kalla. Aber es ging weiter wie in Hälfte eins: St. Pauli war optisch überlegen, hatte viel Ballbesitz, die Tore machte jedoch Nürnberg: Nach einem Doppelpass von Schöpf und Füllkrug war Tim Leibold auf der linken Seite ganz blank und traf zum 3:0 (53.). In den jüngsten fünf Partien am Millerntor waren die Franken torlos geblieben, jetzt hatten sie gleich drei am Stück erzielt - und das, obwohl Top-Torjäger Guido Burgstaller (sieben Treffer) gelbgesperrt fehlte. Füllkrug vertrat ihn glänzend. Der dritte Gegentreffer zeigte sichtlich Wirkung bei den Hamburgern, die spielerisch kaum noch etwas zustande brachten. Symptomatisch für St. Paulis Harmlosigkeit im Angriff waren zwei Szenen: Dem eingewechselten John Verhoek versprang bei der Annahme im Strafraum der Ball gleich um mehrere Meter (76.), Thys Schuss aus der Zentralposition landete bei der Eckfahne (81.). Zu allem Überfluss traf Patrick Erras noch zum 4:0 für den FCN (89.) - so viele Gegentore hatte St. Pauli in dieser Saison nur im Pokal gegen Mönchengladbach (1:4) kassiert.

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