Stand: 30.09.2017 08:03 Uhr

Schmidt: Mit neuem Schwung gegen die alte Liebe

Keine Frage, in nur zwei Spielen ist es Trainer Martin Schmidt gelungen, dem VfL Wolfsburg neues Leben einzuhauchen. Vor allem nach dem jüngsten, unerwarteten 2:2 in München herrscht bei den "Wölfen" gute Stimmung: "Für mich war es spannend, diese Woche den kompletten Kader zu sehen. Ich habe eine wache und gierige Truppe vorgefunden", sagte der Jonker-Nachfolger am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen seinen Ex-Club Mainz 05. Schmidt, der bislang in erster Linie als Psychologe gefragt war, will nun den ersten Sieg als Wolfsburg-Coach feiern - auch wenn es gegen alte Freunde geht: "Mainz schlagen tut weh", erklärte der Schweizer im "kicker".

Personelle und taktische Veränderungen

Schmidt hat nicht nur psychologisch, sondern auch personell und taktisch das VfL-Team umgekrempelt. Ließ Jonker in der Defensive noch mit einer Dreierkette agieren, stellte sein Nachfolger auf die klassische Variante mit vier Verteidigern um. Musste Ignacio Camacho zuvor in der Abwehrzentrale spielen, ist er nun unter Schmidt wieder erster Abräumer davor. Eine neue Hauptrolle nimmt auch Maximilian Arnold ein: "Er ist ein Leistungsträger und Führungsspieler", sagte Schmidt über den U21-Europameister, den Jonker bei der Übertragung der Kapitänsverantwortung noch komplett übergangen und dadurch brüskierte hatte. Schließlich erwies sich auch die Personalie Gian-Luca Itter als Glücksgriff für Schmidt. Der Youngster debütierte gegen die Bayern, ersetzte dabei den verletzten Yannick Gerhardt: "Er hat die Gunst der Stunde genutzt", lobte der VfL-Coach den Auftritt des 18-Jährigen, der gegen Arjen Robben stark spielte und möglicherweise gegen Mainz erneut von Beginn an ran darf.

Ex-Mainzer Malli blüht unter Schmidt auf

Im offensiven Mittelfeld blüht zudem ein Akteur auf, der zuvor kaum eine Rolle gespielt hatte: Yunus Malli stand gegen Bremen und in München jeweils über die volle Distanz auf dem Platz, nachdem er an den vier Spieltagen zuvor lediglich auf 38 Minuten Einsatzzeit kam. "Es ist natürlich ein Vorteil, dass mich der Trainer kennt und ich weiß, was er verlangt", sagte Malli, der sich in Mainz unter Schmidt zu einem der Top-Spielmacher der Liga entwickelt hatte, seit seinem Wechsel nach Wolfsburg im Januar dieses Jahres aber nur selten überzeugen konnte: "Er will, dass wir kompakt stehen, Pressing spielen und nach der Balleroberung schnell nach vorne spielen. Ich denke, das ist was Neues, was uns vielleicht in den letzten Wochen gefehlt hat."

Duell mit "sehr engem Freund"

Dass es nun gegen den Ex-Club geht, ist für Malli kein Problem: "Ich spiele für den VfL. Dass der Gegner Mainz heißt, ist zweitrangig. Ansonsten wünsche ich dem Club natürlich viel Glück für die Saison", sagte der Deutsch-Türke, der von 2011 bis Ende 2016 in 129 Ligaspielen für den FSV auflief. Noch länger - nämlich sieben Jahre - war Schmidt bei den Rheinhessen tätig, zunächst als Trainer der Amateure und dann zwei Jahre als Coach der Profis. "Es war bis zum Ende ein sehr gutes Miteinander", sagte der 50-Jährige im "kicker" über seine Zeit in Mainz, die erst vor wenigen Monaten zu Ende gegangen war. Sein Nachfolger auf der FSV-Trainerbank, Sandro Schwarz, arbeitete für Schmidt als Spielanalyst und ging im Trainerbüro ein und aus. Schwarz sei "ein sehr enger Freund", sagte der VfL-Coach, er kenne ihn in- und auswendig. Das muss für die heutige Partie kein Nachteil sein.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 30.09.2017 | 15:00 Uhr

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