Stand: 08.10.2015 16:50 Uhr

"Wölfinnen" im "Taubenschlag" ohne Biss

von Hanno Bode, NDR.de
Nilla Fischer und der VfL Wolfsburg enttäuschten gegen Subotica.

Die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben im Sechzehntelfinal-Hinspiel der Champions League enttäuscht. Die Mannschaft von Trainer Ralf Kellermann kam am Donnerstag beim serbischen Meister Spartak Subotica nicht über ein 0:0 hinaus. Gegen die im europäischen Vergleich zweitklassigen "blauen Tauben" waren die Norddeutschen zwar drückend überlegen, entwickelten im Angriff aber keinerlei Durchschlagskraft.

Der Platzwart von Spartak Subotica und einige Helfer ließen vor dem Anpfiff nichts unversucht, das von außen betrachtet doch recht unebene Geläuf in einen guten Zustand zu bringen. Mit viel Akribie wurden die Löcher im Rasen des Gradski Stadions gestopft. Einen "Teppich" fanden beide Mannschaften in der bereits 1935 erbauten Arena dann zwar nicht vor. Doch am ob des Regens der vergangenen Tage auch noch aufgeweichten Untergrund lag es nicht ausschließlich, dass der haushohe Favorit aus Wolfsburg erfolglos anrannte. Gegen die einzig auf Verteidigung bedachten Serbinnen, die häufig zu neunt am und im eigenen Strafraum standen, agierte der VfL zu sehr durch die Mitte. Mit Flanken aus dem Halbfeld war das Defensiv-Bollwerk der Gastgeberinnen nicht auseinanderzureißen. Bis zur Grundlinie kamen die Niedersächsinnen in den ersten 45 Minuten beinahe nie, sodass die ideenlos vorgetragenen Angriffe des DFB-Pokalsiegers alle verpufften.

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Keeperin Schult nahezu beschäftigungslos

So schlugen zur Pause zwar 80 Prozent Ballbesitz für die Norddeutschen zu Buche, aber kein Treffer. Während ihre Mannschaftskameradinnen zumindest ständig in Bewegung waren, war Almuth Schult akut erkältungsgefährdet. Die Schlussfrau führte im Wolfsburger Strafraum ein einsames Sportlerleben und hätte zwischendurch wohl eine kleine Sightseeing-Tour machen können, ohne dass der VfL ein Gegentor bekommen hätte. Subotica näherte sich in Durchgang eins kein einziges Mal dem Gäste-Gehäuse.

Poljak vergibt einzige Subotica-Chance

Nur gut, dass die 24 Jahre alte Schlussfrau an ihrem Arbeitsplatz geblieben war. Denn drei Minuten nach dem Wiederanpfiff tauchte plötzlich Allegra Poljak frei im VfL-Strafraum auf. Eingreifen musste Schult beim Schuss der 16-Jährigen allerdings nicht. Er verfehlte recht deutlich das Ziel. Hernach stellten die Serbinnen ihre Offensivbemühungen allerdings auch umgehend wieder ein. Die wenigen anwesenden Schaulustigen in der 13.000 Zuschauer fassenden Arena sahen nun wieder permanent anrennende Niedersächsinnen, denen aber weiter das Überraschungsmoment in ihrem Spiel fehlte. Auch die Einwechslungen von Angreiferin Synne Jensen (58.) und Mittelfeldakteurin Lara Dickenmann (63.) machten sich beim Favoriten nicht positiv bemerkbar. Wolfsburgs Auftritt blieb wie das Wetter: trostlos. Neben der sportlichen Leistung schmerzte Coach Kellermann auch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Alexandra Popp (86.). Ob die Angreiferin im Erstliga-Hit am Sonntag (13 Uhr) in Frankfurt und am kommenden Mittwoch (17 Uhr) im Rückspiel gegen die Serbinnen einsatzfähig sein wird, ist ungewiss. Es war halt ein rundum gebrauchter Tag für den VfL.

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